Zwei, drei Fragen zu Linux

C

Chippo

Gast
Bin am überlegen ob ich meinen Internetrechner nicht mit Linux versehen soll.
Der Rechner tut eigentlich nichts anderes als 24/7 sich in verteilten Rechnen zu üben (Malaria-Control um genau zu sein) und dabei als kleiner Server zu dienen. Linux sah das System eigentlich bisher nur ab und an in LiveCD-Form wenn ich Homebanking betrieben habe.
Jedenfalls hätte ich da ein paar Fragen:
1. Ich liebäugle mit Kubuntu und Mint (KDE). Wie verhalten sich die beiden wenn sie rund um die Uhr laufen müssen? Bei Windows 7 HP 64-Bit ist mir aufgefallen, das es nach einen Monat mal wieder Zeit wird für einen Reboot:D Allerdings habe ich das wirklich nur einmal getestet und danach einen bösen Brief von Amnesty International for PCs bekommen...

2. Zumindest unter 7 verhält sich Boinc unter diesen Bedingungen (also mehrere Tage am Stück durchlaufen lassen) ausgesprochen gut. Wie sieht es unter Linux aus?

3. Ich habe gehört das je nach Projekt sich Linux bzw. Windows 7 jeweils besser eignet. Also mehr WUs innerhalb der gleichen Zeit abgearbeitet werden können. Ist etwas an der Sache?

4. Kubuntu oder Mint, was wäre besser geeignet?
 
1. Linux ist ein Serverbetriebssystem und Multiusersystem. Das läuft Monate bis Jahre (nicht gut weil man immer mal wieder Kernelupdates machen muss) wenn es sein muss.
2. Linux ist ein Serverbetriebssystem und Multiusersystem
4. Geschmacksache. Beide ziemlich gleich. Basieren beide auf Ubuntu.
 
Ich kann nur was zum Thema 24/7 Betrieb von Windows was sagen.

Meiner Erfahrung nach verhält sich das System mit der Zeit träger nachdem Patche eingespielt wurden, die Core Komponenten austauschen wollen und dazu einen Reboot brauchen. Diese tragen sich in der Registry als PendingFileOperations ein und nach meinem subjektiven Empfinden macht das die Maschine träge.

Was kannst du tun: Automatische Patche deaktivieren oder zumindest nicht automatisch einspielen lassen, sondern such dir einen Tag im Monat aus an dem du Wartungstätigkeiten durchführst, die Patche dann manuell installiert, mal wieder einen FullScan des Virenscanners machst, etc.. und dann einen geplanten Reboot anstößt.

Wenn du Patche ganz weglässt wirst du wohl auf x Jahre Dauerbetrieb kommen, je nach Situation deiner Anwendungen.


Ich hab in meiner Firma kürzlich einen Windows Server 2003 entdeckt mit einer Uptime von 4,5 Jahren. Aufgefallen ist das auch nur weil das Computerkonto aus der Domäne verschwunden war und beim manuellen nachschauen fiel dann auf dass der Kontakt zur Domäne verloren ging. Nach dem Reboot ging alles wieder. Auf dem System fand nie viel Last statt, es war halt ein File Server der so 4,5 Jahre lief.

Dieses System wurde übrigens auch nie gepatcht weil nach der Erstinstallation vergessen wurde das System in die entsprechende AD Gruppen zu packen und mit Policies zu versehen, so daß kein Update Agent und kein anderer Health Agent lief.
 
Danke für die Antwort.
Aber 2. bezog sich ehr auf Bonic. Was übrigens in meinen Überlegungen sehr wichtig ist.

Ich hätte es ja auch auf mehr als einen Monat geschafft, hätte meine Mutter nicht denn Switch erwischt^^
 
Kubuntu und Mint sind eigendlich eher Desktop-Linux systeme die auf unstable Debian-versionen basieren. Für einen Server nimmt man eine stabile Distribution...

Das wäre im dem Fall Debian oder OpenSuse ohne Desktop. Das würd für dich aber zu hoch sein, vermute ich zumindest.

Ich habe keine Ahnung, was Malaria-control ist. Gibt es das überhaupt die Linux?
Du kannst unter Linux keine Windowsprogramme ausführen... zumindest nicht Nativ.
 
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@Mumpitzelchen

Das gilt aber NUR wenn man ein desktoploses Linux installiert. Sobald du KDE oder Gnome nutzt wirst du unweigerlich neustarten müssen oder neugestartet werden!
 
He, ich bin Windowsuser, ja, aber nicht doof;)

Eine Oberfläche hätte ich schon gern, einfach wegen effektiven arbeiten.
Malaria-Control ist ein distributed computing-Projekt was mit BOINC als Client zusammenarbeitet. BOINC gibt es auch für Linux, von daher was Malaria-Control davon hält ist zweitrangig. Jedoch habe ich mal gehört das solche Projekte je nach BS mehr oder weniger optimal abgearbeitet werden können.
Das Windows-Programme unter Linux nicht laufen macht nichts. Was ich brauch gibt es auch für Linux.
Ergänzung ()

Was hat die Upgrade-Politik von Linux mit der Oberfläche zu tun? Ich weiß das die Oberfläche mehr bei Linux ist, als nur Oberfläche, aber wäre das nicht zu... oberflächlich:D. Dachte das ist tiefer im System verankert.
Es würde übrigens schon reichen wenn das System mal länger als eine Woche still halten könnte ohne gleich gezwungenermaßen zu rebooten. Allein deswegen weil ich durchaus mal mehrere Wochen nicht daheim sein kann.
 
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Benutzt dein Programm auch die GPU zum rechnen? Dann könnte ich mir vorstellen dass Windows doch performanter ist weils bei der Treiberentwicklung oberste Priorität hat.
 
nvidia CUDA ist bei Linux genauso entwickelt wie unter Windows. Was denkst du unter was die ganzen Supercomputer mit Tesla Karten laufen?
Oder die AMD Bitcoin Miningfarmen?
Oder oclHashcat?

@GrinderFX: speak for yourself. Mein X mit openbox oder xfce läuft.
 
BOINC kann, aber Malaria-Control will nicht. Zumal womit soll ich GPU-Computing betrieben? Mit der OnBoard HD 4290? Wie gesagt, Internet-Rechner.
Ich mag vielleicht einen kleinen Server betrieben, aber weder Pro noch kommerziell. Und trotzdem bin ich stolz das ich meine 98 % Verfügbarkeit habe. Für die kommerziellen Nutzung wäre das, wie ich gehört habe, noch zu wenig.
Ich habe meine kleine Cloud (was ist an dem Begriff Onlinespeicher bitte schön so falsch:rolleyes:) und weiß sogar das meine Server nicht in Klein-Unter-Klubuntanien liegt anstatt Berlin!
 
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GrinderFX schrieb:
@Mumpitzelchen

Das gilt aber NUR wenn man ein desktoploses Linux installiert. Sobald du KDE oder Gnome nutzt wirst du unweigerlich neustarten müssen oder neugestartet werden!
OK, Gnome 3 ist reichlich instabil (ich hab täglich den Fail Whale an der Backe, irgend n Speicherüberlauf, schätze ich), ein Gnome 2.2 ist hingegen verdammt solide. Automatischen Neustart gibts eh nicht und den manuellen brauchts nur, wenn der Kernel oder der Desktop Manager (GDM, LightDM,...) n Update bekommen haben. Bei einer auf Stabilität getrimmten Distri (Debian ROCKT!) sind diese Updates alle schon durch, außer es kommt was absolut unvorhergesehenes.

Chippo schrieb:
Eine Oberfläche hätte ich schon gern, einfach wegen effektiven arbeiten.
Ich denk, die Kiste macht nur den Server und guckt nach Boinc-Päckchen? Dafür brauchst du keine GUI. Die meisten Komponenten haben eine sehr intelligente Selbstkonfiguration, zumindest bei Debian (und den Debian-Ablegern wie Ubuntu und Mint). Nur für wenige Sachen, wie z.B. Mailserver, muss man ernsthaft mal Config-Files editieren.

Sieh es mal so: Wenn keine GUI berechnet werden muss, dann bleibt mehr Rechenpower für die Malariaforschung. Der Unterschied zwischen reinem Shell-System und GUI ist enorm. Ne Shell-Kiste als Web/Mail-Server kriegste auf irgend einer 10 Jahre alten Restekiste problemlos zum Laufen. Ein Gnome 3 oder aktuelles KDE - System... Dualcore, 4GB RAM Minimum für gutes Arbeiten und ne anständige Grafikkarte.

Ergänzung ()

Was hat die Upgrade-Politik von Linux mit der Oberfläche zu tun? Ich weiß das die Oberfläche mehr bei Linux ist, als nur Oberfläche, aber wäre das nicht zu... oberflächlich:D. Dachte das ist tiefer im System verankert.
Es würde übrigens schon reichen wenn das System mal länger als eine Woche still halten könnte ohne gleich gezwungenermaßen zu rebooten. Allein deswegen weil ich durchaus mal mehrere Wochen nicht daheim sein kann.

Wenn an den Window Managern was geändert wird, dann müssen zumindest diese Dienste neu gestartet werden. Wenn aber immerhalb des WM (sprich: in ner normalen GUI-Sitzung) irgend ein Programm läuft, dann stirbt dieses zusammen mit dem WM-Dienst beim Neustart. Einen kompletten Systemneustart braucht es da noch lange nicht, aber es hat fast dieselbe Wirkung.
Nur bei Kernel Updates ist ein kompletter Reboot Pflicht, aber a) wirken die dann eben erst zum Reboot und b) kommen die Kernel Updates sowieso nur alle Jubeljahre bei den gereiften Systemen.
Was die Fernwartung angeht: Installier den SSHD und bring deinem Router bei, Anfragen von Außen auf Port 22 an die Kiste weiterzuleiten. Danach kannst du per SSH-Verbindung von überall aus alle möglichen Wartungsarbeiten durchführen (von Windows aus z.B. per Putty). Was denkst du, wie ich Webserver gewartet werden?
 
Ah, danke:)
Unter arbeiten verstehe ich Internetaktivitäten (kaufen, Onlinebanking (jetzt hab ich ja noch meine Linux-LiveCD, ob ich Sie mir jetzt sparen kann?), mal schnell eine Mail oder direkt ein Schreiben mit OpenOffice).
Wenn ich Nachts noch einen Einfall habe, will ich nicht unbedingt meinen Spielerechner starten.
Ist unglaublich nützlich immer und schnell Zugang zum WWW zu haben.

Allerdings spricht was dagegen OO, Opera und Co von der Shell aus zu starten? Hab derartiges noch nie versucht. Oder bin ich da noch zu DOS verwöhnt wo das auch ohne Window-Manager ging^^

Was die Fernwartung angeht. Ist natürlich ein Punkt. Zwar müsste ich meine für mich selbst aufgestellen Sicherheitsregeln unterminieren, aber sollte schon gehen. Wieso bin ich nicht selbst drauf gekommen?:freak:
 
Chippo schrieb:
Und trotzdem bin ich stolz das ich meine 98 % Verfügbarkeit habe.

Auch bei Hochverfügbarkeitssystemen wie z/OS gilt die Verfügbarkeit für den Sysplex (Cluster). Einzelne Nodes werden durchaus gebootet, beeinträchtigen dabei aber die Verfügbarkeit nicht.

Die von Rechenzentren angegebene Verfügbarkeit von 99,99999% bezieht sich immer auf Zeiten außerhalb der Wartungsfenster. Wenn eine Firma ein Wartungsfenster von 3-5 nachts definiert dann finden Reboots in dieser Zeit statt und beeinflussen die Verfügbarkeitsquote nicht, da es ja im Wartungsfenster liegt.
 
Chippo schrieb:
Ah, danke:)
Wenn ich Nachts noch einen Einfall habe, will ich nicht unbedingt meinen Spielerechner starten.
Ist unglaublich nützlich immer und schnell Zugang zum WWW zu haben.
In dem Falle wäre eine leichtgewichtige Oberfläche doch ganz nützlich... nur eben kein KDE oder Gnome 3. Beide sind viel viel viel zu fett. IceWM oder Xfce wären hier weit praktischer, weil sie nur n Bruchteil der Leistung fressen.

Allerdings spricht was dagegen OO, Opera und Co von der Shell aus zu starten? Hab derartiges noch nie versucht. Oder bin ich da noch zu DOS verwöhnt wo das auch ohne Window-Manager ging^^
Onlinebanking mit Lynx, das wär doch mal was... da erlebste das Netz quasi so, wie es ein Blinder tun würde.
 
KDE ist tatsächlich fett, aber zumindest in der Anfangs/ Eingewöhnungszeit möchte ich etwas - sagen wir - vertrautes haben. Bringen wir es auf denn Punkt, es sieht so Windoisch aus. Sich schäm:heul:
Wenn ich mit Linux arbeiten will, muss ich dafür ein Gefühl bekommen. Von daher ich möchte mich herantasten. Zumal Sprung-ins-Wasser oft den Nachteil hat das die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbedienung gravierend steigt. Stimmt doch, oder?
Was Xfce angeht. Danach vielleicht. Ist es sehr aufwändig von sagen wir mal KDE auf XFce zu wechseln? Bzw. überhaupt möglich?

@ Daaron
Was hast du gegen Lynx? Zumal wie soll man dich da mit Werbebanner belästigen^^
Und der Flimmercode beim Homebanking kann man ja mit ASCII Zeichen realisieren:evillol:


PS.: Das ich irgendwann etwas schlankeres haben will ist sowieso klar. Allein wegen der Ressourcen wegen.
 
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Chippo schrieb:
Was Xfce angeht. Danach vielleicht. Ist es sehr aufwändig von sagen wir mal KDE auf XFce zu wechseln? Bzw. überhaupt möglich?
Ich kenns aus Ubuntu/Mint so, dass man einfach beim Login die gewünschte Oberfläche auswählt....

Aber Xfce ist doch hübsch bedienbar. Mich erinnert Xfce immer an die gute alte Zeit (Win98/XP) ohne all den Firlefanz. Der "Startknopf" ist halt oben links statt unten links... aber das machts Kraut nicht fett.

Was hast du gegen Lynx? Zumal wie soll man dich da mit Werbebanner belästigen^^
Und der Flimmercode beim Homebanking kann man ja mit ASCII Zeichen realisieren:evillol:
Nix hab ich gegen Lynx. Den nehm ich gern mal, wenn ich meine Webseiten auf Barrierefreiheit und Lesbarkeit für Crawler teste. Außerdem hats mir heut auf Arbeit meine Gnome Shell zerlegt (Gnome 3.0 - Theme in Gnome 3.2..... endet in Tränen) und ich wusst grad nicht, wie ich die Shell von nem Terminal aus möglichst elegant resetten kann. Googlen mit Lynx ist toll!
 
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