Coding-Assistent: Muse Code und Muse Spark 1.2 definieren Agenten neu
Mit Muse Code hat Meta die Beta-Version eines terminalbasierten Coding-Agenten auf Basis des neuen eigenen KI-Modells Muse Spark 1.2 veröffentlicht. Das System soll komplexe Softwareentwicklung über große Code-Repositories hinweg weitgehend selbstständig ausführen, Änderungen planen und die Ergebnisse validieren.
Muse Code nun mit Haupt- und Hintergrundagenten
Muse Code arbeitet laut Meta mit einer vergleichsweise einfachen zentralen Agentenschleife, die durch mehrere asynchron arbeitende Hintergrundagenten ergänzt wird. Diese werden allerdings nicht wie bei anderen Assistenten für jede neue Aufgabe separat gestartet, sondern bleiben während der gesamten Sitzung im Hintergrund aktiv. Dies biete den Vorteil, dass gesammelte Informationen über die gesamte Sitzung hinweg erhalten bleiben, was wiederum redundante Analysen verringern soll. Die Hintergrundagenten können dabei autonom weitere Arbeitsschritte durchführen und selbst entscheiden, wann sie relevante Ergebnisse an den Hauptagenten zurückgeben. Diese Aufgabenverteilung führe insbesondere bei komplexen Aufgaben mit vielen Arbeitsschritten zu geringeren Latenzen und weniger notwendigen Eingriffen.
Bei der technischen Laufzeitumgebung setzt Muse Code auf ein lokales Event-Log, in dem sämtliche Aktionen wie Modellaufrufe, Werkzeugausführungen, Freigaben und Codeänderungen fortlaufend gespeichert werden und das als zentrale Informationsquelle für den aktuellen Zustand des Agenten dient. Dadurch soll die Laufzeit exakt reproduzierbar und gegen Neustarts abgesichert sein, sodass der Agent bei Abstürzen genau an der vorherigen Stelle weiterarbeiten könne. Dies sichere vor allem Entwicklungen ab, die über einen längeren Zeitraum autonom ausgeführt werden.
Darüber hinaus bringt Muse Code eine Reihe vordefinierter Funktionen mit. So zerlegt /plan eine Aufgabe in einen Plan, dessen Ausführung zunächst freigegeben werden muss. /grill soll einen solchen Plan kritisch auf Schwächen prüfen, während der Agent mit /goal selbstständig auf ein vorgegebenes Ziel hinarbeitet.
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Der Anwender lädt ein Video mit einem Drohnenflug durch ein Ferienhaus... (Bild: Meta)
Muse Spark 1.2 mit deutlichem Leistungszuwachs
Parallel zu Muse Code ist Muse Spark 1.2 erschienen, das eine auf Software-Entwicklung fokussierte Weiterentwicklung von Muse Spark 1.1 darstellt. Laut Meta wurde beim Training deutlich mehr Rechenleistung für Coding-Aufgaben eingesetzt und gleichzeitig die Vielfalt der Trainingsumgebungen erweitert. Das neue Modell biete vor allem Vorteile bei der Code-Generierung, bei komplexer Fehlersuche, beim Verständnis kompletter Code-Basen sowie bei durchgängigen Entwickler-Workflows. Dabei wurde Muse Spark 1.2 gezielt zusammen mit Muse Code trainiert, wodurch das Modell besonders gut mit dem Rest des Systems harmonisiere.
Ein Schwerpunkt des Trainings lag auf sogenannten Long-Horizon-Coding-Aufgaben, bei denen ein Modell nicht lediglich einzelne Funktionen oder kurze Code-Abschnitte erzeugt, sondern über längere Zeit ein umfangreiches Entwicklungsziel verfolgen muss. Dabei wurde Muse Spark 1.2 auch auf die Generierung vollständiger Repositories, großer End-to-End-Projekte und automatisierte Recherche trainiert. Auch ein Verfahren zur Selbstverbesserung gehörte dazu.
Darüber hinaus erzeugt Muse Spark 1.2 anspruchsvolle Code-Umgebungen und komplexe Vorlagen für Anweisungen, die das neue Modell im Anschluss hinsichtlich der jeweiligen Anforderungen bewertet. Aus diesem Prozess entstand ein skalierbarer Trainingsdatensatz für Muse Spark 1.2, durch den die neue Version komplexe Anweisungen präziser befolge als Muse Spark 1.1.
Gleichzeitig gibt Meta an, auch den GPU-Kernel weiter optimiert zu haben, wofür über 1.000 Werkzeugaufrufe und Laufzeiten von bis zu 24 Stunden eingesetzt wurden. Getestet wurde das Verfahren mit KDA- und MLA-Kernels für Nvidia-Hopper-GPUs. Laut dem Unternehmen erzielte der Agent dabei weiterhin deutliche Performance-Verbesserungen gegenüber den bereitgestellten Baseline-Implementierungen, konkrete Leistungswerte werden allerdings nicht genannt.
Ab sofort verfügbar
Muse Spark 1.2 ist ab sofort innerhalb der Beta-Version von Muse Code sowie über die Meta Model API verfügbar. Für die API wurde zugleich die globale Verfügbarkeit erweitert. Weitere Funktionen für die Agentenumgebung sowie leistungsfähigere Modelle sind laut Meta bereits geplant.