Fälle häufen sich: GPT-5.6 Sol soll eigenmächtig Dateien auf Systemen löschen

Michael Schäfer
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Fälle häufen sich: GPT-5.6 Sol soll eigenmächtig Dateien auf Systemen löschen
Bild: GraphixMade GraphixMade | gemeinfrei

OpenAIs neues KI-Modell GPT-5.6 Sol soll Berichten zufolge eigenmächtig Dateien, Datenbanken und weitere Ressourcen auf den Systemen seiner Nutzer gelöscht haben, ohne zuvor eine Erlaubnis einzuholen. In den sozialen Netzwerken häufen sich inzwischen Berichte über entsprechende Löschaktionen des neuen KI-Flaggschiffs von OpenAI.

In mehreren Fällen ohne Vorwarnung Daten gelöscht

So berichten mehrere Entwickler von schwerwiegenden Vorfällen im Zusammenhang mit GPT-5.6 Sol. Matt Shumer, Gründer und CEO des KI-Unternehmens OthersideAI, schrieb in einem mittlerweile viral gegangenen Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X: „GPT-5.6-Sol hat gerade versehentlich fast ALLE Dateien auf meinem Mac gelöscht“. Entwickler Bruno Lemos berichtet hingegen, die KI habe eine komplette Datenbank entfernt: „GPT-5.6 Sol hat gerade meine gesamte Produktionsdatenbank gelöscht. Das war’s. Kein Scherz“, so der Entwickler ebenfalls auf X. Entwickler Joey Kudish schildert den Vorfall weniger dramatisch, dennoch dürfte er trotz vorhandener Backups auch für ihn ärgerlich gewesen sein: „Sieht so aus, als hätte mich das überambitionierte System von Codex Sol erwischt und es hat einige Dateien gelöscht, die es nicht hätte löschen sollen“. Auch auf Reddit melden sich zunehmend Nutzer mit ähnlichen Erfahrungen.

Ein weiterer von TechCrunch dokumentierter Fall betrifft den Umgang von GPT-5.6 Sol mit Zugangsdaten. Nachdem das Modell nicht auf für eine Aufgabe benötigte Cloud-Dateien zugreifen konnte, soll es eigenständig nach gespeicherten Zugangsdaten im lokalen Cache gesucht und diese genutzt haben, obwohl der Nutzer dafür keine ausdrückliche Freigabe erteilt hatte.

OpenAI bestätigt indirekt zumindest Möglichkeit

Die geschilderten Fälle belegen zwar nicht, dass GPT-5.6 Sol alleinig für die Vorfälle verantwortlich ist, sie passen jedoch zu den Warnungen, die OpenAI bereits vor der Veröffentlichung des neuen KI-Modells ausgesprochen hatte. In der zwei Wochen vor dem Start des neuen KI-Modells veröffentlichten System Card (PDF) beschreibt OpenAI, dass GPT-5.6 Sol im Vergleich zu GPT-5.5 eine stärkere Neigung zeigt, Aufgaben möglichst selbstständig abzuschließen. Dazu gehört allerdings auch, dass das Modell Handlungen ausführen kann, die vom Nutzer nicht ausdrücklich angefordert wurden – sofern diese nicht eindeutig untersagt wurden. OpenAI hatte außerdem eingeräumt, dass das Modell in bestimmten Situationen nachträglich falsche oder irreführende Erklärungen für sein Verhalten liefern könne. Gleichzeitig betont das Unternehmen jedoch, dass ein solches schadhaftes Verhalten nur selten auftreten sollte.

Wie weit die gemeldeten Vorfälle tatsächlich verbreitet sind, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Da eine Wahrscheinlichkeit jedoch nach wie vor keine Sicherheit darstellt, sollten bei entsprechenden tiefgreifenden Eingriffen durch GPT-5.6 in das System grundsätzlich Backups angelegt werden.

OpenAI hat sich zu den aktuellen Berichten bisher nicht öffentlich geäußert.

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