Im Test vor 15 Jahren: Zwei Radeon HD 5870 mit üppigen zwei GByte VRAM
Die ATi Radeon HD 5870 war eine hervorragende Grafikkarte mit guter Leistung zu einem vergleichsweise attraktivem Preispunkt. Von Haus aus kam die Grafikkarte mit einem GByte GDDR5-Grafikspeicher ausgestattet – bei Asus und Sapphire gab es hingegen Custom-Modelle mit zwei GByte GDDR5-Speicher (Test).
Doppelter Speicher und neue Kühler
Mit der Radeon HD 5870 Toxic bot Sapphire ein Eigendesign an, das nicht nur über den doppelten Grafikspeicher, sondern auch über ein eigens entwickeltes PCB und einen entsprechenden Kühler verfügte. Mit 25,5 cm war die Radeon HD 5870 Toxic etwas kürzer als das Referenzdesign und setzte auf einen massiven Dual-Slot-Kühler mit Vapor Chamber. Der Kühler bestand aus einer Aluminiumkühlplatte mit eingelassenem Kupferkühlblock. Darauf befanden sich Lamellen aus Aluminium, die über drei Heatpipes mit dem Kühlblock verbunden waren. Für Frischluft sorgte ein 85-mm-Axiallüfter. In puncto Taktraten bot Sapphire unter Last 925 MHz (+75 MHz gegenüber der Referenz) auf der GPU und 2.450 MHz (+50 MHz) auf dem Speicher. Die Stromzufuhr fand über den PCIe-Steckplatz sowie einen 6– und einen 8-Pin-PCIe-Stecker statt.
Bei der zweiten Grafikkarte mit doppeltem VRAM handelte es sich um die Asus Radeon HD 5870 Matrix, die sich optisch deutlich und technisch von den anderen Radeon HD 5870 unterschied. Mit 27,5 cm war die Matrix länger als die meisten Radeon HD 5870. Mit ihren zwei 8-Pin-PCIe-Steckern war sie in der Lage bis zu 375 Watt nach Spezifikation aufzunehmen. Die Kühlung wurde von einem mächtigem Dual-Slot-Kühler inklusive Backplate übernommen. Gleich fünf Heatpipes führten die Abwärme von der GPU an den Kühlkörper ab. Ein 75 mm großer Radiallüfter blies Frischluft durch den Kühlkörper und über die Slotblende aus dem Gehäuse hinaus. Trotz der üppigen Spannungsversorgung lagen sie Taktraten lediglich bei 900 MHz für die GPU und 2.400 MHz für den Grafikspeicher.
Mehr Speicher hatte nur bedingten Nutzen
Die Benchmarks zeigten vor 15 Jahren klar: Im Mittel brachten zwei GByte Grafikspeicher keinen messbaren Vorteil. Die Radeon HD 5870 Matrix und Toxic konnten zwar leichte Leistungsvorteile verbuchen, diese stammten jedoch von den höheren Taktraten. In vereinzelten Spielen wie Crysis Warhead und Stalker – Call of Pripyat gab es zumindest in sehr hohen Auflösungen mit achtfacher Kantenglättung gewisse Leistungsvorteile von 10 bis 20 Prozent. Zum Testzeitpunkt waren diese Szenarien so vereinzelt, dass es noch nicht relevant war, aber sie gaben einen Einblick in die Zukunft. Eines war sicher: Die Speicheranforderungen zukünftiger Spiele werden höher, nicht niedriger.
In Sachen Kühlung machten beide Grafikkarten eine gute Figur und konnten die GPU ohne Probleme auf Temperatur halten, wobei vor allem die Matrix sehr gute Temperaturen erzielte. Im Umkehrschluss war die Matrix mit 56,5 dB(A) unter Last auch ein gutes Stück lauter als die Toxic mit 51 dB(A). Bei der Leistungsaufnahme des Gesamtsystems nahmen sich die beiden Modelle nicht viel, wobei gegenüber dem Referenzdesign die Leistungsaufnahme um knapp 17 Prozent höher ausfiel. Bei der Übertaktung sah es bei beiden Grafikkarten eher mäßig aus. Die Matrix ließ sich etwas besser übertakten, da sich mittels einer Asus-Software die Spannung der GPU und des Speichers erhöhen ließen und somit mittels „Holzhammer“ die Übertaktbarkeit erzwingen ließ. Trotzdem konnten Anwender mit nur knapp sieben Prozent mehr Leistung rechnen.
Fazit
Während heute acht GByte Grafikspeicher wie bei der GeForce RTX 5060 (Test) als knapp erachtet werden, waren vor 15 Jahren zwei GByte Grafikspeicher für alle praktischen Anwendungszwecke mehr als genug und nicht notwendig. Wer besonders auf die Zukunft achten wollte, der konnte bei einer Grafikkarte mit zwei GByte zuschlagen, viele Vorteile brachte das im Mai 2010 aber nicht. Davon abgesehen waren die Radeon HD 5870 Matrix und Toxic zwei sehr gute Grafikkarten, wobei die Matrix unter Last mit zu hoher Lautstärke zu kämpfen hatte.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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