Flex Titanium: Samsung verstärkt faltbare Displays
Samsung will die Displays kommender Foldables mit einer Folie und einer Trägerplatte aus Titan stabiler machen. Die als Flex Titanium bezeichnete Technik soll die Widerstandsfähigkeit erhöhen, ohne die Bildschirme dicker zu machen. Zugleich verspricht der Hersteller eine weniger sichtbare Falte.
Titanfolie ersetzt eine Schicht aus Kunststoff
Die erste Neuerung befindet sich unmittelbar unterhalb des OLED-Panels. Dort setzt Samsung künftig eine Folie aus einer Titanlegierung ein, die das Display von innen stützt. Gegenüber der bislang verwendeten Polymerfolie soll das Material eine 20-mal höhere mechanische Steifigkeit erreichen.
Damit die zusätzliche Stabilität nicht zu einem dickeren Display führt, wird die Titanlegierung durch ein Präzisionswalzverfahren stark ausgedünnt. Laut Samsung misst die Folie anschließend nur rund ein Drittel der Dicke eines durchschnittlichen menschlichen Haars. Einen konkreten Wert in Mikrometern nennt das Unternehmen allerdings nicht.
Unterhalb der Folie befindet sich eine ebenfalls aus Titan gefertigte Platte, die das gesamte Displaymodul abstützt. Kleine, präzise eingebrachte Öffnungen im Bereich der Faltstelle sollen dem eigentlich steifen Material die notwendige Flexibilität verleihen. Zugleich kann Samsung das Displaymodul nach eigenen Angaben enger mit der Platte verkleben, da zwischen Klebstoff und Träger keine Luftspalte verbleiben.
Weniger sichtbare Falte und geringerer Verbrauch
Durch die Kombination beider Titanbauteile soll das ausgeklappte Display gleichmäßiger abgestützt werden. Samsung verspricht dadurch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einwirkungen und eine weniger deutlich erkennbare Falte in der Bildschirmmitte. Wie stark sich diese gegenüber der aktuellen Galaxy-Generation reduziert, beziffert der Hersteller nicht.
Zusätzlich verwendet Samsung eine neue hochauflösende Pixelarchitektur und weiterentwickelte organische Materialien. Diese sollen die Bildqualität verbessern und zugleich den Energieverbrauch senken. Auch hierzu fehlen bislang konkrete Vergleichswerte.
Mit der Entwicklung reagiert Samsung auf einen der weiterhin größten Kritikpunkte faltbarer Smartphones. Konkurrent Oppo bewirbt das Find N6 bereits mit einer im normalen Gebrauch kaum sichtbaren „Zero-Feel Crease“. Das Gerät kombiniert dafür eine Titanlegierung im Scharnier mit einem flexiblen Deckglas, das Verformungen entgegenwirken soll. Nach Angaben von Oppo fällt die langfristige Faltenbildung gegenüber dem Vorgänger um bis zu 82 Prozent geringer aus.
Premiere bei den nächsten Galaxy-Foldables
Flex Titanium soll erstmals in der kommenden Generation faltbarer Galaxy-Smartphones eingesetzt werden. Samsung nennt noch keine konkreten Modelle, verweist für weitere Einzelheiten jedoch auf das nächste Galaxy-Unpacked-Event am 22. Juli 2026 um 15:00 Uhr deutscher Zeit. Ob die Technik sowohl in einem neuen Galaxy Z Fold als auch in einem Galaxy Z Flip zum Einsatz kommt, bleibt damit zunächst offen, gilt aber als wahrscheinlich.