Samsung Galaxy Z Fold 8 im Test: Das perfekte digitale Fotoalbum für die Hosentasche
Samsung beschreitet mit dem Galaxy Z Fold 8 einen neuen Weg: den des kleineren, breiteren Foldables im Reisepassformat. Das sorgt für ein kompaktes Smartphone im Alltag, das sich auf Wunsch zum perfekten digitalen Fotoalbum wandeln kann. Das Galaxy Z Fold 8 überzeugt im Test, es bleibt aber weiterhin ein ziemlich teurer Spaß.
Galaxy Z Fold 8, Galaxy Z Fold 8 Ultra und Galaxy Z Flip 8 sollen ab heute von Samsung ausgeliefert werden und damit über die kommenden Tage bei ersten Käufern eintreffen. Vorgestellt hatte das Unternehmen die Geräte am 22. Juli (Hands-on), woraufhin auch Vorbestellungen in Kombination mit mehreren Preisaktionen, dem Eintausch von Altgeräten und weiteren Rabatten möglich waren und teils noch immer angeboten werden.
Das Fold 8 startet bei 1.999 Euro
Gemessen an den unverbindlichen Preisempfehlungen sind alle Neuvorstellungen im Vergleich zur letzten Generation teurer geworden. Samsung nimmt für die Basismodelle mit 256 GB durchweg 100 Euro mehr als letztes Jahr, bei 512 GB sind es 180 Euro mehr und bei 1 TB beträgt der Aufpreis 280 Euro. Somit startet das Galaxy Z Fold 8 Ultra jetzt bei 2.199 Euro, das getestete Galaxy Z Fold 8 bei 1.999 Euro und das Galaxy Z Flip 8 bei 1.299 Euro. Kürzungen bei UFS oder RAM hat Samsung hingegen an keiner Stelle vorgenommen. Die Geräte haben mindestens 12 GB/256 GB.
Gänzlich neu ist das Format nicht
Das zumindest im Samsung-Portfolio vollständig neue und das Portfolio um ein drittes (mit dem TriFold sogar viertes) faltbares Gerät ergänzende Fold 8 kristallisierte sich unter Teilnehmern des Galaxy-Unpacked-Events schnell zum Highlight, allein schon, weil es einen gänzlich neuen Formfaktor einführt. Dieser mag in der aktuellen Zeit neu sein, genau genommen haben sich daran aber schon mehrere Hersteller probiert. Man denke nur zurück an das erste Google Pixel Fold (Test) oder das Microsoft Surface Duo. Zudem bietet Huawei in China das Pura X (Max) im gleichen Format an. Gerüchten zufolge soll das erste faltbare iPhone von Apple ebenfalls auf diesen kleineren Formfaktor setzen.
Das Fold 8 ist kleiner als jedes Galaxy S26
Mit Samsung betritt nun aber eindeutig der aktuell in Europa und Nordamerika dominierende Anbieter von Foldables den Markt der kleineren Smartphones. Konkret bedeutet das: Das Fold 8 ist 35,4 mm kürzer als das Fold 8 Ultra. Im Gegenzug baut es 9,1 mm breiter und (geschlossen) 0,8 mm tiefer. Es kommt mit 201 g außerdem auf 13 g weniger Gewicht. Es belegt in der Hand somit noch weniger Fläche als selbst das kleinste Galaxy S26. Das Flaggschiff Galaxy S26 Ultra (Test) unterbietet es eindeutig.
Größenvergleich aktueller Samsung-Smartphones
| Höhe | Breite | Tiefe | |
|---|---|---|---|
| Geschlossen | |||
| Galaxy Z Fold 8 | 123,9 mm | 81,9 mm | 9,7 mm |
| Galaxy Z Fold 8 Ultra | 158,4 mm | 72,8 mm | 8,9 mm |
| Galaxy S26 Ultra | 163,3 mm | 78,1 mm | 7,9 mm |
| Galaxy S26+ | 158,4 mm | 75,8 mm | 7,3 mm |
| Galaxy S26 | 149,6 mm | 71,7 mm | 7,2 mm |
| Geöffnet | |||
| Galaxy Z Fold 8 | 123,9 mm | 161,4 mm | 4,5 mm |
| Galaxy Z Fold 8 Ultra | 158,4 mm | 143,2 mm | 4,1 mm |
Der Handschmeichler im 16:10-Format
Die geringen Abmessungen führen dazu, dass das Fold 8 außergewöhnlich gut in der Hand liegt, obwohl es mit dem 16:10-Format, das von Samsung für den äußeren Bildschirm gewählt wurde, eine gewisse Umgewöhnung gegenüber „normalen“ Smartphones verlangt. Hält man es in der linken Hand, ist der seitlich montierte Fingerabdrucksensor aber weiterhin mit dem Zeigefinger zu erreichen. Die vermeintlich einhändige Bedienung, die manche Medien dem Fold 8 zum Hands-on-Termin attestierten, ließ sich im Test aber nicht bestätigen. Dafür müssen Nutzer schon sehr große Hände oder zumindest lange Daumen besitzen.
Apps haben weniger Platz in der Höhe
Die vom Tester genutzten Apps und Widgets kamen im Test gut mit dem anderen Format des Außendisplays zurecht, man muss sich aber auf schlichtweg weniger Fläche und damit weniger Inhalt einstellen. Webseiten zeigen weniger an, Listen in Gmail oder Feedly fallen kürzer aus und vor allem in Messengern wird schnell ersichtlich, dass die Tastatur praktisch die Hälfte des Displays einnimmt, sodass weniger der eigentlichen Konversation zu sehen ist. Das kompakte Format bringt auch Einschränkungen auf dem Homescreen mit sich: fünf statt sechs Reihen Apps passen im Vergleich zum Fold 8 Ultra noch in den Bereich oberhalb Googles Suchleiste, darunter hingegen fünf statt vier Apps in der Breite.
Dennoch hat die Größe des Fold 8 im weiteren Verlauf des Tests nichts ihres Charmes verloren. Die Vorteile der Bauform überwiegen den einen oder anderen Kompromiss.
Das alte 4:3 ist wieder in
Samsung setzt aber nicht nur außen auf ein Format, das bislang wenig bis nichts auf einem Smartphone zu suchen hatte, sondern wechselt auch für den inneren Bildschirm auf ein klassisches Format: 4:3. Ein Fold 7 oder das neue Fold 8 Ultra setzt auf der Innenseite auf 9:10 und somit ein fast quadratisches Format.
Das Fold 8 zählt damit zur Kategorie der sogenannten Wide-Foldables, weil es aufgeklappt eben nicht mehr fast quadratisch ist, sondern ein „Breitbildformat“ bietet. Man muss dieser Eigenschaft allerdings mit etwas mehr Realismus begegnen: 4:3 ist nicht Breitbild, das verrät schon der Blick auf alte Röhrenfernseher in diesem Format. Das deutlich breitere 16:9 würde viel besser zu dieser Bezeichnung passen.
Für Videos in Ordnung, für Fotos perfekt
Dementsprechend ist das Fold 8 in den meisten Situationen auch nicht besser für Videos geeignet als das Fold 8 Ultra oder gar ein normales Smartphone wie das Galaxy S26 Ultra. Die meisten Filme (und Trailer) liegen heutzutage nicht mehr in 4:3 vor, selbst 16:9 (1,78:1) ist nur noch selten anzutreffen. Es dominieren bei professionellen Produktionen stattdessen Formate wie 2,39:1 oder 1,85:1. Smartphone-Videokameras nehmen hingegen in 16:9 auf. Erst bei Fotos ist tatsächlich 4:3 das Format, das alle großen Anbieter nutzen.
In der Praxis bedeutet das, dass zahlreiche Filme auf dem Fold 8 nicht größer dargestellt werden als auf einem klassischen Gerät wie dem Galaxy S26 Ultra, wie etwa der finale Trailer zu Spider-Man: Brand New Day verdeutlicht. Der Vorteil des Fold 8 ergibt sich ab 16:9, weil dann auf dem S26 Ultra schwarze Balken nicht oben und unten, sondern links und rechts ins Spiel kommen. Die wiederum gibt es auf dem Fold 8 dann weder innen noch außen zu sehen. Per se besser ist das Fold 8 somit nicht für Videos, es kann aber besser sein, was je nach Format allerdings ebenso für das Galaxy S26 Ultra gilt. Beim Fold 8 Ultra glänzt CinemaScope wiederum auf dem Außendisplay, das quadratische Innendisplay lässt hingegen fast jeden Videoinhalt merkwürdig erscheinen.
Lautsprecher nicht immer an richtiger Position
Für den guten Ton sind beim Fold 8 zwei Lautsprecher zuständig, die oben und unten in der oberen respektive linken Hälfte des Smartphones verbaut sind. Der Stereo-Eindruck ergibt sich damit praktisch ausschließlich im geschlossenen Zustand bei der Haltung im Landscape-Format. Denn geöffnet strahlen die Lautsprecher beide auf der linken Seite und zudem nur nach oben und unten.
Das Fotoalbum für die Hosentasche
Das Fold 8 hat abseits von wenigen Videos in 4:3 den entscheidenden Vorteil gegenüber „allen“ anderen Smartphones, dass es das perfekte digitale Fotoalbum ist, das Bilder völlig frei von Rändern oder Zuschnitt im Vollformat anzeigen kann – Smartphone-Fotos wohlgemerkt, denn DSLR- und spiegellose Systemkameras knipsen dann schon wieder im breiteren 3:2.
Kein anderes Smartphone war über die letzten Jahre so gut für das Betrachten von Fotos geeignet wie das Fold 8. Daran kamen bislang nur die iPads im selben Format heran.
Die OLED-Displays leuchten noch heller
Das gute visuelle Abschneiden liegt vor allem auch daran, dass Samsung erneut eindrucksvolle OLED-Displays verbaut, die extrem hell leuchten, perfektes Schwarz darstellen und einen großen Farbraum abdecken können. Zum Unpacked-Event der Foldables war es vor allem die gesteigerte Helligkeit, die Samsung abermals in den Fokus der Präsentation rückte. Von 2.600 cd/m² auf jetzt 3.000 cd/m² sei diese gestiegen, was für beide Bildschirme gelte.
Im Test ließ sich diese Angabe bestätigen, und das für beide Panels und zudem nicht nur für winzige Teilbereiche. Im Vollbild ließen sich rund 1.500 cd/m² auf beiden Bildschirmen erreichen, ab 20 Prozent Weißanteil bereits 2.865 cd/m² (außen) und 3.053 cd/m² (innen). Mit 10 Prozent ließen sich diese Werte auf noch höhere 3.086 cd/m² respektive 3.240 cd/m² steigern.
Flex Titanium soll Falz verringern
Den Falz, auch „Crease“ genannt, will Samsung beim Fold 8 (und Fold 8 Ultra) mit strukturellen Veränderungen am inneren OLED-Display weiter loswerden. Das Panel setzt jetzt auf einen Unterbau aus einer Titanplatte und einer Titanfolie, bevor darüber die OLED-Schicht, das Ultra Thin Glass (UTG) und eine Schutzfolie folgen – bei Samsung zusammengefasst Flex Titanium Technology genannt. Abgelöst wird mit der neuen Konstruktion die zuvor verwendete Polymerfolie, wodurch das Panel besser abgestützt wird und an Widerstandsfähigkeit gewinnen soll.
Beim Fold 8 resultiert diese Maßnahme in einer abermals weniger sichtbaren „Delle“ im Display, ganz loswerden wird sie mit aktuell verfügbarer Technologie aber wohl kein Hersteller. Am ehesten sichtbar wird der Falz bei ausgeschaltetem Panel – ein wenig realistisches Alltagsszenario. Bei eingeschaltetem Bildschirm und der alltäglichen Nutzung rückt das Merkmal weit in den Hintergrund, aber wer sich noch immer daran stört, wird sich auch beim Fold 8 weiterhin daran stören. Gegenüber früheren Modellen, die vor ein paar Jahren auf dem Markt kamen, hat sich die Situation deutlich verbessert.
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