Schleswig-Holstein migriert nach Linux - Windows und Microsoft Office werden ersetzt durch Linux und LibreOffice

Wenn ich das richtig verstanden habe, wird es wohl auf eine Art Koexistenz hinauslaufen, also nur bestimmte Anwendungen auf Linux umgestellt werden, um damit dann auch die Erfahrungen zu sammeln für weitere Schritte. Hier soll nicht der Schalter auf komplett Linux umgelegt werden, zumindest vorerst nicht.

Es wird sich lohnen z beobachten, was mit diesem Projekt über die Jahre passieren wird.
 
Danke für die vielen vielen tollen Beiträge - und ja: also lasst uns mal überlegen, und nachdenken - wie es wäre wenn SH hier ein Leuchtturmprojekt auf den Weg bringt - auf das die ganze Republik guckt...


Nur mal so als Idee.

Und - ich bin ja kein Datenschutzexperte - bei Weitem nicht: aber was wenn hier genau dieses Thema und dieser Aspekt mal noch in die Debatte eingebracht wird: wie lange kann man dann noch die Win-Domäne und die Dominanz von proprietärer Software (im Allgemeinen jetzt ) halten.


Gedankenspiel: Was wenn die Öffentlichkeit drauf drängt dass die Kommunen u.sw. usf. umstellt auf Offene Systeme - per Petition!?


nun ja - vllt. warten wir mal ab - und gucken wie es läuft - wie es anläuft in SH

Schönen Einstieg ins WE
 
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mibbio schrieb:
... die EU entwickelt ein Basis-System mit Linux und standardisierten Schnittstellen...
Das hätten sie mindestens die letzten 20 Jahre schon tun sollen
 
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@LuxSkywalker
grundsätzlich aber sehr begrüßenswert - sollte Deutschlandweit schule machen, gerade die öffentliche Hand sollte weitestgehend Microsoft frei sein

Ja - seh ich auch so: wenn das Schleswig-Holstein Projekt - sagen wir mal als "Leuchtturm-Projekt" Schule macht - und sich andere Länder, Kommunen - oder auch Firmen das abgucken....


Danke auch an euch - @T3Kila

mibbio schrieb:
... die EU entwickelt ein Basis-System mit Linux und standardisierten Schnittstellen...
Das hätten sie mindestens die letzten 20 Jahre schon tun sollen


ja - sicher hätten sie: Aber es ist nie nie zu spät anzufangen mit Neuem...


Euch vielen vielen Dank für die super Beiträge...

Viele Grüße
 
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mibbio schrieb:
Wäre es nicht sogar noch besser, wenn man sowas eu-weit auf die Beine stellt.
Aus rein technischer Sicht, ja das denke ich auch. Bin ursprünglich auch reiner Informatiker und was ich in der Beratung als erstes lernen musste ist, dass es selten um die technisch beste Lösung geht. Es müssen nur alle beteiligten irgendwie zufrieden sein damit. Projekte zwischen Bund und Länder sind da ja schon sehr schwierig. Das wird auf EU Ebene nicht besser :D
Ergänzung ()

tarifa schrieb:
wie lange kann man dann noch die Win-Domäne und die Dominanz von proprietärer Software (im Allgemeinen jetzt ) halten.
Bin auch nicht ausm Datenschutzbereich (hat lediglich Schnittmengen) aber ich denke, dass es da einfach mal ein Land oder auch eine der größeren Kommunen hinbekommen muss und sich hinstellt "Ja wir haben es weg von MS geschafft." Also ja Stichwort Leuchtturm Projekt. Dann kommen auch andere auf den Trichter. Jetzt muss man erstmal abwarten, wie es da so weiter geht.
 
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Also ich will ja den Umstieg auf Linux/LO nicht madig machen, begrüße es sogar. Aber...

1. Man kann Windows so kunfigurieren, dass nur Daten in der Menge und Umfang abfließen, wie das auch bei Linux der Fall ist. MIt einem normalen Windows, was jeder zu hause hat, ist das natürlich schwierig, aber Behörden haben da ganz andere Möglichkeiten für den Erwerb von Enterprise/LTSC Versionen und dem Einsatz von Firewalls. Eigentlich geh ich davon aus, dass es schon gang und gäbe ist, in Behörden abgespeckte Windows Enterprise LTSC Custom Versionen zu nutzen (vlt sogar abgeschirmt in VMs), schon allein aus Sicherheits- und Datenschutzgründen.

2. Was man eigentlich will, ist nicht zwangsläufig offene Software (das ist nur Bonus), sondern offene Formate/Standards/APIs. Und dann spielts auch keine Rolle, ob man ein MS Office, Softmaker Office, OpenOffice, LibreOffice, OnlyOffice etc. benutzt, die Software muss einfach die Vorgaben erfüllen. Z.B. dass die Programme den Open Document Text-Standard vollständig erfüllen müssen und wenn sie das nicht tut, wird sie ausgesiebt. So einfach ist das (theoretisch). Weiterer, möglicher Bonus: Wenn das alle Behörden so machen würden und sich alle auf dieselben offenen Standards einigen 'würden', wäre auch ein Datenaustausch viel weniger umständlich. Dateien in propritären .docx-Formaten zu speichern oder gar Software einzusetzen, die MS Office voraussetzen (kenne ich z.B. von einer Warenwirtschafts-Software :x), ist logischerweise der falsche Weg.

Solche Vorgaben, wir setzen jetzt LO oder 'Linux' (Linux ist nur ein Kernel, man kann auch eine Linuxdistribution basteln, die jegliche Aktivitäten an einen Anbieter telefoniert) ein, sind nicht zielführend. Was ist, wenn die Document Foundation morgen den Betrieb einstellt? Dann muss sich erstmal jemand finden, der das Projekt forkt und auch finanziert. Natürlich stellen sich auch diverse Fragen beim Einsatz eines MS Office und anscheinend sind diese Fragen in Schleswig-Holstein nicht zur Zufriedenheit der Regierung dort beantwortet worden. Ich kanns nur begrüßen.
 
hallo - vielen Dank für die neuen Beiträge


- also im Rückblick auf das Linux-Projekt in München fragt sich - wie das genau lief.

also Fangen wir mal vllt. an mit einer Bestandsaufnahme was in München denn wie gelaufen ist... So wie ich das verstehe ist das München-Projekt gewissermaßen auf einer Bananenschale ausgerutscht - und wär die MS-Dollar-Zentrale nicht in M. gewesen - dann wär das wohl auch nicht so gelaufen..


oder wie seht ihr das denn: Ich hab das (also die Geschichte nur mal so überflogen. Denke dass es viele von euch viel viel besser wissen - und hier noch beitragen koennen.


ein allererster Link: https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux

Rückkehr zu Windows / Microsoft

Im Februar 2017 beschloss der Stadtrat, bis Ende 2020 anstatt der Open-Source-Lösung einen Windows-Basis-Client mit „marktüblichen Standardprodukten“ zu entwickeln. Die Open-Source-Lösung hinke im Funktionsumfang mitunter kommerziellen Microsoft-Produkten hinterher. Andererseits sei sie mit Systemen außerhalb der Verwaltung nicht im gewünschten Maße kompatibel.[38][39]
Ende September 2017 wurde das Informationsangebot zu LiMux von der Münchner Website genommen, obwohl der Stadtrat das Aus für LiMux noch nicht offiziell beschlossen hatte.[40] In einer Stellungnahme warnte die FSFE davor, einseitig Freie Software oder die Geschäftsgebaren der Firma Microsoft für das Scheitern verantwortlich zu machen. Das Problem in München sei vielmehr die starke Fragmentierung der IT und ein schlechtes Projektmanagement sowie eine unzureichende interne Kommunikation zwischen bayerischen Behörden.[41]
Ende November 2017 beschloss der Stadtrat mit den Stimmen der großen Koalition, bis 2020 auf Windows umzustellen. Für Bürotätigkeiten und Internetanwendungen sollten „marktübliche Standardprodukte“ eingesetzt werden. Die Opposition kritisierte den „völligen Roll-Back zu Microsoft“ als „großes Beispiel für Geldverschwendung“.[42]

Frage mich im Ernst jetzt : - wo sind denn die Leuchtturmprojekte - also jene die zeigen dass es geklappt hat.

....und bin sehr sehr gespannt auf den Fortgang des Projekts in SH - denke mal dass das alles erst ein Anfang ist..

Schönen Mittag Euch allen ;)
 
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tarifa schrieb:
Frage mich im Ernst jetzt : - wo sind denn die Leuchtturmprojekte - also jene die zeigen dass es geklappt hat.
Ob man die jetzt im Einzelnen als Leuchtturmprojekte bezeichnen kann, sei mal dahingestellt, aber es gibt schon einige Fälle, wo Linux und allgemein Open Source Software anstelle von Microsoft-Produkten zum Einsatz kommt oder zumindest angedacht ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Software_in_öffentlichen_Einrichtungen#Deutschland
 
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Was heutzutage definitiv ein Vorteil sein wird ist, dass immer mehr Krams im Browser landet oder im Browser möglich ist.
Ich arbeite testweise seit ca. 5 Monaten auf Linux Mint Debian Edition.
Reine Windows Apps kommen über den sowieso vorhandenen Terminalserver per Remmina
Teams gibts als progressive Web App, wäre aber auch im Browser möglich.
Skype läuft auf dem Terminalserver, wäre aber ebenfalls per Browser möglich.
Den Softclient für unsere Cloud-PBX gibts nicht für Linux, läuft aber im Browser.


Der eigentliche Trick ist, die ganze Serverseite auf Linux zu trimmen.
Und da hapert es halt leider extrem oft. Der HighAvailibilty-Unterbau/Hypervisor ist oftmals Linux, aber darauf werden dann nur etliche Windows Server VMs betrieben.
Beispiele:
Datev: Selbst in der Cloud gehts nicht ausschließlich per Linux.
ERP: Hier muss man sich schon gezielt für ein Linux-ERP entscheiden. Ein ERP was auf beiden Plattformen genutzt werden kann wäre mir gänzlich neu.
 
Hallo u guten Tag danke @h00bi und @mibbio

vielen Dank für Eure Beiträge

mibbio schrieb:
Ob man die jetzt im Einzelnen als Leuchtturmprojekte bezeichnen kann, sei mal dahingestellt, aber es gibt schon einige Fälle, wo Linux und allgemein Open Source Software anstelle von Microsoft-Produkten zum Einsatz kommt oder zumindest angedacht ist.


https://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Software_in_öffentlichen_Einrichtungen#Deutschland

das sind gute Hinweise. Vielen Dank!
 
h00bi schrieb:
Was heutzutage definitiv ein Vorteil sein wird ist, dass immer mehr Krams im Browser landet oder im Browser möglich ist.
Ja, genau. Bisher brauchte ich für meine Steuer-Software zwingend Windows. Seit einiger Zeit geht es auch im Browser und damit auch unter Linux. So ändern sich die Zeiten.

Als in Schleswig-Holstein Aufgewachsener hoffe ich ebenfalls auf einen nachhaltigen Erfolg des Linux-Projektes in den Behörden. Die jetzige Koalition aus CDU und Grünen macht finde ich einen guten Job. Die Ansiedlung der Batterie-Fabrik an der Westküste hat gezeigt, dass man wichtige Projekte auf die Reihe bekommt. Ich habe ein gutes Bauchgefühl.
 
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qiller schrieb:
1. Man kann Windows so kunfigurieren, dass nur Daten in der Menge und Umfang abfließen, wie das auch bei Linux der Fall ist. MIt einem normalen Windows, was jeder zu hause hat, ist das natürlich schwierig, aber Behörden haben da ganz andere Möglichkeiten für den Erwerb von Enterprise/LTSC Versionen und dem Einsatz von Firewalls. Eigentlich geh ich davon aus, dass es schon gang und gäbe ist, in Behörden abgespeckte Windows Enterprise LTSC Custom Versionen zu nutzen (vlt sogar abgeschirmt in VMs), schon allein aus Sicherheits- und Datenschutzgründen.
Insider, da fließst gar nichts ab. Ich sag nur mal VS-NfD als Stichwort in Verbindung mit BSI Richtlinien.

Ansonsten, es wird meiner Meinung nach Scheitern, genau wie München gescheitert ist. Dafür kann LibreOffice und Linux nichts. Die Behörden sind überfordert mit Projekten solchen Ausmaßen. Man muß hier mit einer gewissen fähigen und guten Truppe wie Manpower an sowas ran. Das haben die Behörden aber nicht. Erstens fehlt es an Fachkräften an allen Enden (die bekommen sie auch nicht für das läppische Geld), es fehlt an Know How überall, und die wenigen Leute sind absolut überfordert mit dem täglichen Tagesschäft und schon seit Jahrzehnten eigentlich nur noch am Notfallagieren denn reagieren. Und man muß es leider auch sagen, in den Behörden arbeitet jetzt nicht gerade die Elite der IT, die sind ja nicht blöde und gehen dahin, wo sie zu Recht gutes Geld verdienen können.

Das Ende vom Lied hier: Es werden Berater und Firmen sehr teuer eingekauft (wie meine Wenigkeit, ich mach das seit 14 Jahren gerade mit viel OpenSource), um das hin zu bekommen. Und schon kann man gar nicht schauen, wie schnell das Budget schmilzt. Und warum sind externe Berater, auch gerade im OpenSource Bereich so teuer? Weil die erst mal intensiv geschult werden müssen. Es dauert ca. 1-2 Jahren, bist Du einen guten Consultant in diesem Umfeld hast. Das kostet, und das lassen sich die Firmen dann auch gut bezahlen.

Zudem gibt es bis heute zu einer vernünftigen integrierten Lösung mit AD, Sharepoint, OneDrive, Teams und Co. bisher keine Alternative. Ich hatte eine Firma mal als Admin betreut, die mit LDAP und Co. auf Linux und OO setzte, die sind nach ca. 2 Jahren mit fliegenden Fahnen zu MS gewechselt, und danach war es sehr wohl deutlich besser (obwohl man sich andere Probleme ins Haus damit holte). Selbst IBM mit der Lotus Suite, was die ernsthafteste Konkurrenz auf diesem Gebiet war (oder noch ist? Ich habs seit Jahren nirgendwo mehr gesehen) hat es nicht gescheit hinbekommen, die letzten, die ich damit noch kenne, sind alle zu MS gewechselt.

Von dem vermeidlich gutem Desktopersatz bei Linux, auf den wir seit Jahrzehnten waren, mal ganz zu schweigen.

Daher scheitert es zwar nicht am guten Willen, sondern an vielen anderen Faktoren. Und die behördlichen Strukturen geben es gar nicht her, daß hier für den verwendeten Zweck gescheite Software rauskommt. Ihr müßtet da nur mal sehen, was da alles an Software so rumweckelt, und das sind vielfach keine IT-ler, sondern Verwaltungsfachangestellte. Was da man sehen konnte....😔😨🙄😳
 
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