3/4 Stronghold 3 im Test : Gegen die Burgmauer gefahren

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Stronghold 3 auf einen Blick (Forts.)

Und auch anderweitig bekleckert sich die künstliche Intelligenz trotz der Nutzung von Script-Dynamiken nicht gerade mit Ruhm. Auch hier macht sich vor allem das unterschiedliche Tempo bemerkbar. Ein Beispiel: In einer Belagerungssituation wird der Spieler immer wieder von gegnerischen Truppen unter Druck gesetzt, die per Script am Rande der Karte ins Spielgeschehen geworfen werden. Da das gegnerische Heer aber nicht gleichmäßig marschiert und häufig sogar unterschiedliche Teile der Festung angreift, fällt die Abwehr vergleichsweise leicht, weil man zuerst die schnellen Fernkampfeinheiten, sodann die langsameren Bauern und am Ende die Katapulte ausschalten kann. Klar, dass in solchen Situationen eher Frust als Freude einsetzt.

Ein weiteres Merkmal von „Stronghold 3“ ist, dass das Portfolio an Gütern vereinfacht wurde. Im Kern basiert das Spielprinzip weiterhin darauf, dass bestimmte Primär-Produkte wie Bretter, Steine und Eisen sowie verschiedene Nahrungsarten wie Brot, Äpfel, Käse und Fleisch hergestellt werden müssen, auch wenn der Warenkreislauf nie an jene von Genre-Vertretern wie „Anno“ oder „Siedler“ heranreichte.

Diese Primär-Güter dienen dann wiederum zur Errichtung von Gebäuden wie Gehöften, Waffenkammern und Mauerstücken und in Teilen zur Produktion von sekundären Gütern wie Waffen, Bier oder Kerzen für die Kirche verwendet. Dabei geht es nach wie vor nicht nur darum, ein Heer aufzubauen oder eine bestimmte Ressource anzuhäufen; stattdessen will auch stets das Volk mit ausreichend Nahrung, Bier, Gottesdiensten und geringen Steuern zufrieden gestellt werden, was dem Spieler je nach Missionsziel einige Hebel und Möglichkeiten, aber auch Problemherde an die Hand gibt. In dieser Hinsicht ist das neue „Stronghold“, um auch mal etwas positives hervorzuheben, trotz mancher Vereinfachung weiterhin stark.

„Stronghold 3“ bei Nacht
„Stronghold 3“ bei Nacht

Allerdings gibt es leider abschließend auch visuell etwas zu meckern. Denn auch wenn „Stronghold 3“ im Jahr 2011 erschienen ist, sieht die Grafik nicht danach aus. Matschige Texturen, pixelige Übersichtskarten und mäßige Effekte sorgen dafür, dass der Titel optisch zu kämpfen hat. Da helfen auch die neuen Wettereffekte (Regen) und die Einführung von Tag und Nacht herzlich wenig. Gleiches gilt für die Präsentation in der Einzelspieler-Kampagne. Statt Bewegtbild, bekommt man hier zwischen den Missionen – gut gesprochenen! – Text samt einiger gezeichneter Bilder geboten; und durchaus auch mal nur Text und ein schwarzes Bild.

Immerhin mussten wir im Rahmen der Testzeit keinen einzigen Absturz verbuchen, und auch performancemäßig lief das Spiel auf unserem praxisnahen Testsystem bei durchgängig 60 Bildern pro Sekunde auf hohen Details und einer Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixlen sehr flüssig.

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