Test in der Mittelklasse: Netzteile mit 500/550 Watt im Vergleich

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Philip Pfab
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Technische Eckpunkte

Alle fünf Probanden können bei Bedarf über 90 Prozent ihrer Nennleistung als +12-Volt-Spannung bereitstellen und eignen sich damit für moderne Systeme. Bei der Auslegung der +3,3- und der +5-Volt-Schiene gibt es hingegen deutliche Unterschiede.

Aerocool GT-500SG BitFenix Fury 550W Corsair RM Series RM550 FSP Aurum 92+ 550W Thermaltake London 550W
Eingangsspannung 230 Volt 100-240 Volt 90-264 Volt 100-240 Volt 100-264 Volt
Nennleistung 500 Watt 550 Watt
davon 12 Volt 492 Watt 504 Watt 550 Watt 516 Watt 546 Watt
davon 3,3 / 5,0 Volt 120 Watt 140 Watt 130 Watt 95 Watt 100 Watt
Anzahl 12-Volt-Leitungen zwei eine vier eine
Lüfter 140 mm 120 mm 140 mm

Während das FSP nur 95 Watt liefert, reklamiert BitFenix für das Fury bis zu 140 Watt Leistung auf diesen Schienen. Plant man einen größeren Teil der Leistung für Laufwerke zu verwenden, um beispielsweise ein Dutzend Laufwerke zu betreiben, sind diese Unterschiede zu berücksichtigen. Bei üblichen Systemkonfigurationen mit zwei Arbeitsspeicherriegeln, einer SSD, einem optischen Laufwerk und zwei, drei Festplatten muss man sich über die Leistungsfähigkeit der beiden kleinen Spannungsschienen keine Gedanken machen.

Die Datenblätter im Vergleich
Aerocool GT-500SG
AC Input 100-240 V, 47-63 Hz, 8-4 A
DC Output +3,3 V +5 V +12 V1 +12 V2 +12 V3 +12 V4 -12 V +5 Vsb Nennleistung
24 A 22 A 36 A 36 A 0,3 A 3 A 500 W
120 W 492 W k.A.
Bitfenix Fury 550 Watt BFP-FUR-550G-KSXK-RP
AC Input 100-240 V, 50-60 Hz, 8-4 A
DC Output +3,3 V +5 V +12 V1 +12 V2 +12 V3 +12 V4 -12 V +5 Vsb Nennleistung
24 A 24 A 42 A 0,5 A 3,5 A 550 W
140 W 504 W k.A.
Corsair RM Series RM550 75-001935
AC Input 100-240 V, 47-63 Hz, 10-5 A
DC Output +3,3 V +5 V +12 V1 +12 V2 +12 V3 +12 V4 -12 V +5 Vsb Nennleistung
25 A 25 A 45,5 A 0,8 A 3,0 A 550 W
130 W 550 W k.A.
FSP Aurum 92+ Series 550 Watt PT-550M
AC Input 100-240 V, 50-60 Hz, 8-4 A
DC Output +3,3 V +5 V +12 V1 +12 V2 12V3 12V4 -12 V +5 Vsb Nennleistung
16 A 16 A 18 A 18 A 18 A 18 A 0,3 A 3 A 550 W
95 W 516 W k.A.
Thermaltake European Series London 550 Watt TP-550AH3CCG-A
AC Input 100-240 V, 47-63 Hz, 10 A
DC Output +3,3 V +5 V +12 V1 +12 V2 12V3 12V4 -12 V +5 Vsb Nennleistung
20 A 20 A 45,5 A 0,8 A 3,0 A 550 W
100 W 546 W k.A.

Weitere Unterschiede gibt es bei den Sicherheitsschaltungen. Aerocool, BitFenix und FSP statten ihre Modelle vollständig aus. Aerocool setzt zusätzlich auf zwei getrennt gesicherte +12-Volt-Schienen, FSP auf derer vier. Durch die mehrfache Aufteilung kann der Überstromschutz wirksamer gestaltet werden, da der Grenzwert zum Auslösen niedriger angesetzt werden kann. Falsche Aufteilung kann hingegen zu Fehlauslösungen der Schutzschaltung führen.

FSP weist der CPU, dem ersten und dem zweiten Grafikkartenanschluss sowie den restlichen Komponenten je eine eigene Schiene zu – perfekt. Aerocool versorgt hingegen den weiter vom Lüfter entfernten Grafikkartenanschluss sowie die auf gleicher Höhe liegenden Komponentenstränge über die zweite Schiene. Sowohl Aerocool als auch FSP vergessen jedoch, die Zuordnung im Handbuch oder im Internet zu vermerken. BitFenix, Corsair und Thermaltake setzen hingegen auf eine einzelne +12-Volt-Schiene.

Corsair und Thermaltake sparen den Überstromschutz ein, beim London 550 Watt fehlt auch der optionale Überhitzungsschutz.

Übersicht Schutzschaltungen
Aerocool BitFenix Corsair FSP Thermaltake
Unterspannungsschutz (UVP) ja ja ja ja ja
Überspannungsschutz (OVP) ja ja ja ja ja
Kurzschlusssicherung (SCP) ja ja ja ja ja
Überlastschutz (OPP) ja ja ja ja ja
Überstromschutz (OCP) ja ja nein ja nein
Überhitzungsschutz (OTP) ja ja ja ja nein

Eine Erläuterung zu den verschiedenen Schutzschaltungen findet sich im Artikel „So testet ComputerBase Netzteile“.

Kabelausstattung

Thermaltake und Corsair verwenden bei den 550-Watt-Modellen je ein Kabel mit zwei 6+2-Pol-PCIe-Grafikkartenanschlüssen. Diese Konfiguration belastet die 18-AWG-Kabel bis ans Limit, wenn die Grafikkarte den spezifizierten Stromverbrauch von 375 Watt voll ausreizt. In der 550-Watt-Klasse sind daher mindestens zwei vollwertige Grafikkarten-Stränge zu empfehlen.

Die Kabelausstattung im Vergleich
Anzahl Kabeltyp Länge in cm
Aerocool GT-500SG
fest
1 24-Pin ATX 58
1 4+4-Pin EPS 59
abnehmbar
2 1× 6+2-Pin PCIe 48
2 2× SATA, 1× Molex 49- 62 – 74
1 2× SATA, 1× Molex, 1×FDD 49 – 62 – 74 – 83
BitFenix Fury 550 Watt
fest
1 24-Pin ATX 60
abnehmbar
1 8-Pin-CPU, 4+4-Pin EPS 65 – 76
4 1× 6+2-Pin PCIe 60
1 3× Molex 40 – 54 – 68
1 4× SATA 60 – 70 – 78 – 87
1 1× SATA, 1× Molex 64 – 78
2 2× SATA 60 – 68
Corsair RM550
abnehmbar
1 24-Pin ATX 60
1 4+4-Pin EPS 65
1 2× 6+2-Pin PCIe 55 – 65
2 3× SATA 50 – 60 – 70
1 4× Molex 44- 52 – 61- 71
FSP Aurum 92+ 550W
fest
1 24-Pin ATX 53
1 4+4-Pin EPS 64
1 1× 6+2-Pin PCIe 55
abnehmbar
1 1× 6+2-Pin PCIe 55
1 3× SATA 53 – 68 – 82
1 2× Molex, 1×FDD 53 – 68 – 83
1 2× Molex 54 – 68
Thermaltake London
fest
1 24-Pin ATX 58
1 4+4-Pin EPS 59
abnehmbar
1 2× 6+2-Pin PCIe 48- 58
2 4× SATA 50 – 65 – 80 – 95
1 4× Molex, 1×FDD 49 – 63 – 77 – 92 – 106

BitFenix hingegen stellt schon beim 550-Watt-Fury vier Grafikkartenanschlüsse bereit und qualifiziert das Netzteil für sparsame Multi-GPU-Rechner. Corsair setzt bei der RM-Serie auf komplett abnehmbare Kabel und ermöglicht somit Modifikationen des Kabelsatzes, ohne das Netzteilgehäuse zu öffnen. Ein Adapter von Molex auf Floppy wird mitgeliefert. Zusätzlich verfügt das RM550 über ein sogenanntes C-Link-Kabel, mit dem das RM550 über einen nicht im Lieferumfang enthaltenen Adapter mit Corsair Link verbunden werden kann, um die gegenwärtige Leistungsaufnahme (mit überschaubarer Genauigkeit) auszulesen.