Mozilla : Kritik an Edge als Standardbrowser in Windows 10

, 165 Kommentare
Mozilla: Kritik an Edge als Standardbrowser in Windows 10
Bild: kuhnmi (CC BY 2.0)

Seit Mittwoch ist Windows 10 verfügbar und bereits über 14 Millionen Nutzer haben das Betriebssystem installiert. Doch längst nicht alle sind glücklich und auch Entwickler klagen ihr Leid. Mozilla-Chef Chris Beard rügt unter anderem, dass Microsoft beim Upgrade die Nutzereinstellungen für Standardprogramme überschreibt.

In einem offenen Brief, den Mozilla-Chef Chris Beard direkt an Microsoft-CEO Satya Nadella richtet, rügt der Manager der Non-Profit-Organisation, dass der Software-Riese die Entscheidungen des Nutzers ignoriere, da die Einstellungen zu den Standardprogrammen beim Upgrade auf Windows 10 überschrieben werden. Hinzu kommt, dass Microsoft die Korrektur dieser Einstellung erschwert hat.

Tatsächlich ist der Wechsel des Standardprogramms nicht mehr mit zwei Klicks beim ersten Starten des jeweiligen Programms möglich. So wird der Nutzer beispielsweise bei Firefox gefragt, ob der Browser das Standardprogramm sein soll, durch den Haken und den Klick wird der Nutzer aber nur in die Einstellungen von Windows 10 weitergeleitet. Hier muss der Anwender runter scrollen bis zu den Einstellungen für den Browser und auf das Symbol von Microsoft Edge klicken. Erst dann wird eine Liste mit den installierten Webbrowsern angezeigt, von denen der Nutzer dann einen auswählen kann.

Wechseln des Standardbrowsers unter Windows 10

Beard bezeichnet den von Microsoft beschrittenen Weg als beunruhigende Entwicklung, nicht nur für Mozilla, sondern auch für andere Unternehmen und die Nutzer. Die Tatsache, dass Microsoft die Entscheidung der Anwender ignoriere, müsse als kritisch eingestuft werden und die erhöhte Komplexität um Einstellungen vorzunehmen, stehe der Entscheidungsfreiheit stark entgegen.

Microsoft selber betonte gegenüber The Verge, dass die Kritik unberechtigt sei und der Upgradeprozess einfach gestaltet ist. Der Nutzer könne beim Upgrade auf Windows 10 Standardprogramme auswählen und auch die nachträgliche Änderung sei leicht gestaltet. Bereits im Vorfeld hatte Microsoft das Einstellungsverfahren mit einer höheren Sicherheit begründet.