5/6 Radeon Crimson im Test : AMDs karminroter Treiber kann mehr und ist schneller

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Weniger Input-Lag

Microsoft sieht für DirectX 9, DirectX 10 und DirectX 11 ein sogenanntes Pre-Render-Limit von drei Frames vor: Es werden bis zu drei Bilder im Voraus gerendert, sodass es zwangsweise einen kleinen Input-Lag bei der Bedienungseingabe gibt. Bei Nvidia lässt sich diese Vorgabe seit Jahren im Treiber auf Wunsch ändern, bei AMD bis jetzt dagegen nicht.

Mit dem Crimson 15.11 hat AMD die „Flip Queue Size“ jetzt auf einen Frame reduziert, der Input-Lag wird also so gering wie möglich gehalten. Vor allem Spiele mit einer geringen Framerate sollen so durch eine spürbar angenehmere Maus- und Tastatursteuerung profitieren.

Frame-Pacing für DirectX 9

Mit dem Catalyst 13.8 hat AMD das sogenannte Frame-Pacing auf CrossFire-Systemen eingeführt, das die Mikrorucklerproblematik deutlich reduziert. Allerdings funktioniert das Frame Pacing seither nur in DirectX-10- sowie DirectX-11-Spielen. Der Crimson 15.11 schaltet das Frame Pacing zwei Jahre später nun auch in DirectX 9 frei.

Weitere Verbesserungen

Weitere Verbesserungen im neuen Treiber umfassen die Möglichkeit, manuell hinzugefügte Auflösungen mitsamt detaillierter Timing-Details zu erzwingen. Auch dieser Menüpunkt hat es jedoch nicht in die neue Radeon-Settings-Oberfläche geschafft. Beim Aufrufen des „Weitere-Menüs“-Menüpunktes öffnet sich stattdessen das alte Catalyst Control Center.

Das Frame Rate Target Control, AMDs integrierter Framelimiter, lässt sich nun zwischen 30 FPS und 200 FPS frei konfigurieren. Zudem funktioniert er nicht mehr nur in DirectX-10- und DirectX-11-Spielen sondern auch unter DirectX 9. Zudem soll der Algorithmus optimiert worden sein, sodass die Radeon-Grafikkarten besser auf den Limiter reagieren und so mehr Strom einsparen können als noch mit älteren Treibern.

Mehr Qualitätssicherung

Mit dem Catalyst Omega hatte AMD bereits die internen Kontrolle für die Treiberqualität aufgestockt. Mit der Crimson-Edition soll sie weiter verbessert worden sein. AMD will die Anzahl der automatisierten Tests mit Crimson gegenüber dem Catalyst Omega verdoppelt und die Anzahl manueller Tests um 25 Prozent erhöht haben. Die Anzahl der unterschiedlichen Systemkonfigurationen, die für die internen Kontrollen genutzt werden, soll um 15 Prozent gestiegen sein.

Die zehn meist gemeldeten Fehler sollen mit dem Crimson 15.11 – so wird der Treiber auf ComputerBase ab sofort genannt – entsprechend behoben worden sein. Wer noch Fehler findet, kann diese auf dem dafür zur Verfügung gestellten Formular melden. Dem Formular soll ab sofort mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. AMD folgt dem Plan, im Jahr 2016 sechs WHQL-Treiber zu veröffentlichen – doppelt so viele wie in diesem Jahr. Darüber hinaus sind Beta-Treiber geplant, wenn dies Bugs oder neue Spiele benötigen.

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