Dell XPS 14 (DA14260) im Test: Das XPS ist zurück und endlich wieder gut

Nicolas La Rocco
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Dell XPS 14 (DA14260) im Test: Das XPS ist zurück und endlich wieder gut

Nach einem Jahr unter der gehaltlosen Bezeichnung „Dell Premium“ ist das XPS jetzt wieder zurück. Und das nicht nur bezogen auf den Namen, sondern auch mit alten Tugenden in Bereichen wie Akkulaufzeit, Tastatur, Touchpad und teils auch den Anschlüssen. Das neue Dell XPS 14 ist wieder so gut, wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Im Dezember letzten Jahres musste sich Dell im Rahmen einer Vorveranstaltung der CES selbst und gegenüber der Presse eingestehen, dass es ein Fehler war, den Namen XPS aufzugeben und stattdessen im gesamten Portfolio auf generische Bezeichnungen wie im konkreten Fall „Dell Premium“ zu setzen. „Ihr hattet Recht“, ließ Jeff Clarke, Dell COO, auf der Bühne verlauten und kündigte im nächsten Atemzug die Rückkehr des XPS an.

Das XPS ist zurück – mit Intel als Partner

Das XPS ist aber nicht nur bezogen auf den Namen zurück, es handelt sich um eine vollständig neu entwickelte Notebook-Generation mit neuem Chassis und neuer Plattform auf Basis von Intel Panther Lake. Dell bleibt mit der Serie – zumindest aktuell – treuer Intel-Partner. Zur Auswahl stehen im neuen XPS 14 und XPS 16 Prozessoren vom Core Ultra 5 325 bis zum Core Ultra X9 388H, wobei im XPS-14-Testgerät der Core Ultra X7 358H verbaut war.

Das XPS 14 punktet durch und durch mit hochwertiger Anmutung
Das XPS 14 punktet durch und durch mit hochwertiger Anmutung

Die Speicherkrise macht alle Notebooks teuer

Dells neue Notebooks sind teuer, anders lässt sich das nicht sagen. Einfluss darauf hat dieser Tage aber nicht einmal unbedingt Dell mit den eigenen Premium-Ansprüchen, sondern die Speicherkrise, die mit exorbitanten Preisen für RAM und SSDs bei allen PC-Herstellern durchschlägt. Dell hatte zur Ankündigung im Januar nicht einmal Preise kommuniziert, diese stehen erst dieser Tage mit der Markteinführung fest.

Das neue XPS 14 startet für 1.849 Euro

Das neue XPS 14 mit der Modellnummer DA14260 ist in Deutschland nicht für weniger als 1.849 Euro zu bekommen. Das größere XPS 16 mit der Bezeichnung DA16260 startet für 1.949 Euro. Zur Auswahl stehen jeweils drei vorkonfigurierte Modelle, die der nachfolgenden Tabelle entnommen werden können, wobei der Core Ultra 7 355 dabei nicht angeboten wird und der Core Ultra X9 388H gänzlich in der Auswahl fehlt.

Testgerät mit OLED-Display für 2.599 Euro

Die Preisempfehlung des individuell konfigurierten Samples mit Core Ultra X7 358H, 32 GB RAM, 1-TB-SSD und 2,8K-OLED-Display liegt bei 2.599 Euro. Das XPS 14 lässt sich maximal mit 64 GB RAM und 4-TB-SSD für 3.849 Euro (mit Windows 11 Home) bestücken. Beim XPS 16 kostet die gleiche Top-Konfiguration 4.099 Euro.

Im Direktvergleich ist Apple günstiger

Das ist MacBook-Pro-Territorium, denn das kostet in 14 Zoll, mit M5 Pro, 24 GB RAM und 1-TB-SSD mit 2.499 Euro sogar weniger. Erst in 16 Zoll übertrifft Apple Dell beim Preis.

Technische Daten des neuen Dell XPS 14 und XPS 16

Dell XPS 14 (DA14260) Dell XPS 16 (DA16260)
Display 14", LCD, 1.920 × 1.200, 500 nits, 100% sRGB, 1-120 Hz, Dolby Vision, Non-Touch, matt

14", OLED, 2.880 × 1.800, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100% DCI-P3, 20-120 Hz, Dolby Vision, Touch, Gorilla Glass Victus
16", LCD, 1.920 × 1.200, 500 nits, 100% sRGB, 1-120 Hz, Dolby Vision, Non-Touch, matt

16", OLED, 3.200 × 2.000, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100% DCI-P3, 20-120 Hz, Dolby Vision, Touch, Gorilla Glass Victus
CPU Intel Core Ultra 5 325
Intel Core Ultra 7 355
Intel Core Ultra X7 358H
Intel Core Ultra X9 388H
RAM 16 GB LPDDR5X-6800 (325, 355)
32 GB LPDDR5X-9600 (358H, 388H)
64 GB LPDDR5X-9600 (358H, 388H)
SSD 512 GB PCIe 4.0
1 TB PCIe 4.0
2 TB PCIe 5.0
4 TB PCIe 5.0
Anschlüsse 3 × Thunderbolt 4, 1 × 3,5-mm-Klinke
Akku 70 Wh
Drahtlose
Konnektivität
Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0
Kamera 8 MP, 1080p, HDR, Windows Hello
Abmessungen
(B × T × H)
309,52 × 209,71 × 15,20 mm (LCD)
309,52 × 209,71 × 14,62 mm (OLED)
352,58 × 237,47 × 15,40 mm (LCD)
352,58 × 237,47 × 14,62 mm (OLED)
Gewicht 1,38 kg (LCD)
1,36 kg (OLED)
1,70 kg (LCD)
1,65 kg (OLED)
Betriebssystem Windows 11 Home
Windows 11 Pro
Ubuntu Linux 24.04 LTS
Windows 11 Home
Windows 11 Pro
Farbe Graphite
Shimmer
Verfügbarkeit April 2026
Preis Core Ultra 5 325/16 GB/512 GB/LCD: 1.849 Euro
Core Ultra X7 358H/32 GB/512 GB/LCD: 2.149 Euro
Core Ultra X7 358H/32 GB/512 GB/OLED: 2.499 Euro

Testgerät:
Core Ultra X7 358H/32 GB/1 TB/OLED: 2.599 Euro
Core Ultra 5 325/16 GB/512 GB/LCD: 1.949 Euro
Core Ultra X7 358H/32 GB/512 GB/LCD: 2.349 Euro
Core Ultra X7 358H/32 GB/512 GB/OLED: 2.799 Euro

Die Keilform hat ausgedient

Vorbei ist mit der aktuellen XPS-Generation die Zeit des „Faux Wedge“-Designs, also der vorgegaukelten Keilform, die aber eigentlich gar keine war. Das neue Chassis fräst Dell aus Aluminium und versieht es mit rundherum gerade verlaufenden Seiten, die ein wenig an das Design eines MacBook Air erinnern, aber doch noch eigenständig genug ausfallen. Die Notebooks sind auch leichter als zuvor, wobei der subjektive Eindruck genau das Gegenteil suggeriert. Das in „Graphite“ geliehene XPS 14 wirkt massiv, solide gebaut und verwindungssteif, tatsächlich wiegt es mit 1,36 kg (OLED-Modell) jedoch weniger als der direkte Vorgänger, aber etwas mehr als ein MacBook Air 13" (1,23 kg).

Mit dem Namen kehrt auch das Logo auf dem Deckel zurück
Mit dem Namen kehrt auch das Logo auf dem Deckel zurück

Mehr Anschlüsse – und das auf beiden Seiten

Die ganz alten XPS-Zeiten sind mit dem neuen Gehäusedesign nicht zurück, sprich es gibt nicht plötzlich wieder USB-A oder einen vollwertigen Cardreader. Verbaut sind aber dreimal Thunderbolt 4 und einmal 3,5-mm-Klinke, demnach jeweils einmal mehr als beim vorherigen XPS 14 mit nur zweimal Thunderbolt. So bleiben in jedem Fall zwei Ports frei, wenn über den dritten geladen wird. Und Dell hat sich erfreulicherweise auch für einen Split auf die linke (2) und rechte (1) Seite entschieden. Größere USB-Sticks oder Dongles blockieren so nicht die Anschlüsse.

Genau richtig abgestimmtes Scharnier

Das Aluminiumgehäuse wirkt mangels Aussparung an der Front zunächst verschlossen, für das Öffnen hat Dell aber einen kleinen Überstand an der Vorderseite gelassen, sodass sich der Deckel mit dem Fingernagel greifen lässt. Das Scharnier hat genau den richtigen Widerstand, sodass es leicht genug ist, um nicht das Notebook beim Öffnen anzuheben, und zugleich schwer genug ist, um für ein stabiles Display zu sorgen. Der Bildschirm lässt sich an beliebiger Stelle fixieren, der Deckel bis auf 130 Grad öffnen.

14-Zoll-OLED-Display mit 2.880 × 1.800 Pixeln
14-Zoll-OLED-Display mit 2.880 × 1.800 Pixeln

Weg mit dem schlechten Touch-Bar-Imitat

Geöffnet offenbart das XPS 14 die zwei nächsten großen Veränderungen, die überfällig waren: den Wegfall des schlechten Touch-Bar-Imitats und ein Touchpad, das man wieder sehen kann. Dell hatte sich für eine gewisse Zeit an Touch-Funktionstasten probiert, die schlichtweg grauenvoll waren. Jetzt sind endlich wieder klassische Fn-Tasten zurück, die in jedem Punkt besser sind – und sie schalten sich mit der Beleuchtung der Tastatur ab. Das Touchpad hat Dell mit zwei Linien aufgewertet, damit ersichtlich ist, wo das Touchpad anfängt und wo es aufhört – eine kleine Maßnahme, die für ein deutliches Upgrade sorgt. Dell verbaut zudem ein modernes kapazitives Touchpad mit haptischem Feedback, das sich über die gesamte Fläche klicken lässt und überall gleich gutes Klick-Feedback abgibt.

Die Tastatur selbst ist weiterhin spaltfrei („zero-lattice“) ausgeführt, den Hub konnte Dell aber geringfügig verlängern und die Tasten liefern jetzt ein etwas besseres Feedback als beim Vorgänger. An das Tippgefühl und den fehlenden Abstand zwischen den Tasten muss man sich aber weiterhin ein paar Tage gewöhnen. Wer von einem klassischen Layout mit minimal kleineren Tasten, aber sichtbarem Abstand zwischen des Tasten kommt, dürfte sich die ersten Tage das ein oder andere Mal vertippen.

Das OLED ist schick, das LCD vernünftiger

Für das XPS 14 stehen abermals zwei Bildschirme zur Auswahl: LCD mit WUXGA (1.920 × 1.200) in matter Ausführung ohne Touch oder OLED mit 2,8K (2.880 × 1.800) in glänzend mit Touch. Für die längsten Laufzeiten steht das matte LCD-Panel ohne Touch. Das beste Bild liefert das OLED-Panel mit Touch, das von Gorilla Glass Victus geschützt wird und das eine Antireflexionsschicht besitzt, aber nicht vollständig matt ausgeführt ist.

Der OLED-Vorteil liegt im Kontrast

Greift man zur OLED-Option, wie es Dell für das Testgerät gemacht hat, steht dieses Panel laut Hersteller für 2.880 × 1.800 Pixel, 400 nits, DisplayHDR True Black 500, 100 Prozent DCI-P3, VRR mit 20 bis 120 Hz und Dolby Vision. Die Helligkeitsangabe von Dell bestätigt das Muster mit einer Punktlandung bei 407 cd/m² für vollflächiges Weiß. Mit HDR-Inhalten lässt sich die Helligkeit auf bis zu 526 cd/m² (5-Prozent-Fenster) steigern, bei 25 Prozent sind es noch 510 cd/m² und bei 50 Prozent noch 480 cd/m². Bei 100 Prozent verpufft der Vorteil. Minimale Abweichungen der Helligkeit sorgen für eine Homogenität von 97 Prozent. Der Zugewinn im HDR-Modus fällt somit eher gering aus, der HDR-Effekt entsteht eher über das perfekte OLED-Schwarz und den dadurch sehr hohen Kontrast im Vergleich zu LCD.

Diagramme
Maximale Helligkeit
  • SDR (100 % APL):
    • Apple MacBook Pro 16" (2026)
      595
    • Apple MacBook Neo (2026)
      530
    • Apple MacBook Air 15" (2026)
      491
    • Dell XPS 14 (2026) (2,8K OLED)
      407
  • HDR (100 % APL):
    • Apple MacBook Pro 16" (2026)
      1.129
      1.544 cd/m² bei 50%, 1.544 cd/m² bei 25%
    • Apple MacBook Neo (2026)
      530
    • Apple MacBook Air 15" (2026)
      491
    • Dell XPS 14 (2026) (2,8K OLED)
      418
      481 cd/m² bei 50%, 510 cd/m² bei 25%

Aus Sicht der Redaktion ist das OLED-Panel ein Augenschmaus, das LCD-Panel aber die sinnvollere Wahl für maximale Akkulaufzeiten. Dell gibt die längste Akkulaufzeit jemals in einem XPS nur für das LCD-Panel an: 27 Stunden Netflix-Streaming oder 40 Stunden lokale Videowiedergabe seien möglich, erklärte Dell zur Präsentation letzten Dezember. Das LCD-Panel bietet sowohl im XPS 14 als auch im XPS 16 die gleichen 1.920 × 1.200 Pixel (WUXGA), 500 nits, 100 Prozent sRGB, VRR mit 1 bis 120 Hz und Dolby Vision.

15 Stunden 4K-Streaming und 14 Stunden Office

Der anspruchsvolle Streaming-Test der Redaktion, der 4K30 bei 200 cd/m² in Dauerschleife ausführt, lieferte mit rund 15 Stunden ein kürzeres Ergebnis als Dells Angabe für das LCD-Panel, der zwischen MacBook Air und MacBook Pro angesiedelte Wert kann sich aber dennoch sehen lassen. Im Office-Test mit Word, Excel und PowerPoint kommt das XPS 14 auf 14 Stunden und landet damit bis zu eine Stunde vor den aktuellen Apple-Notebooks.

Diagramme
YouTube-Streaming 200 cd/m²
  • 4K30 (Google Chrome 147):
    • Apple MacBook Pro 16" (2026)
      M5 Max (18C/40C), 128 GB LPDDR5X
      16:47
      120 Hz ProMotion
    • Dell XPS 14 (2026) (2,8K OLED)
      Core Ultra X7 358H, 32 GB LPDDR5X
      14:48
      120 Hz
    • Apple MacBook Air 15" (2026)
      M5 (10C/10C), 32 GB LPDDR5X
      12:53
      60 Hz
    • Apple MacBook Neo (2026)
      A18 Pro (6C/5C), 8 GB LPDDR5X
      9:58
      60 Hz
Einheit: Stunden, Minuten

Dell verbaut im XPS 14 eine 70-Wh-Batterie, die sich über alle drei Thunderbolt-Anschlüsse laden lässt. Dafür liegt dem Notebook ein 100-Watt-Netzteil (20 V/5 A) bei, dessen Kabel sich auf 180 cm (USB-C) und 90 cm (Gerätestecker) verteilen, sodass inklusive der Länge des Netzteils rund 280 cm bis zur Steckdose überbrückt werden können. Dell hat sich beim USB-C-Kabel wieder für eine feste Verbindung am Netzteil entschieden, sodass man hier nicht selbst zu einem längeren Kabel wechseln kann.