Surface Pro 4 im Test : Schneller bereit, als der Benutzer sitzen kann

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Surface Pro 4 im Test: Schneller bereit, als der Benutzer sitzen kann

Microsoft hält die Frequenz bei: Auch in diesem Jahr gibt es eine Überarbeitung des Surface Pro. Microsoft verspricht beim Surface Pro 4 mehr Leistung in einem schlankeren Gehäuse, ein noch besseres Display und die Unterstützung der Gesichtserkennung über Windows Hello. Eine neue Tastatur und einen neuen Stift gibt es auch. Angepasst wurde zudem der Preis: Je nach Modell kostet das Surface Pro 4 in diesem Jahr 100 bis 250 Euro mehr.

ComputerBase standen für diesen Test aus beiden Generationen Geräte der Mittelklasse zur Verfügung. Beim Surface Pro 4 die Version mit Core i5, 8 GB RAM und 256-GB-SSD für 1.449 Euro, beim Surface Pro 3 das Modell mit Core i5, 4 GB RAM und 128-GB-SSD.

Neue Hardware im fast unveränderten Gewand

Die Unterschiede zwischen den beiden Testkandidaten lassen sich mit einer Ausnahme auf die Serie übertragen: Die Prozessoren stammen jetzt aus der Generation Skylake und nicht mehr Haswell, das Gehäuse ist 0,65 mm dünner geworden, der Akku geschrumpft und das Gewicht gefallen. Bei den Modellen mit Core i5 und Core i7 sind es jetzt 786, statt 800 Gramm, beim kleinsten Modell mit Core m3 sogar nur 766 Gramm – das Gerät verzichtet auf einen Lüfter.

Microsoft Surface Pro 4 (256 GB i5 8 GB) Microsoft Surface Pro 3 (256 GB i5)
Software:
(bei Erscheinen)
Windows 10 Pro Windows 8.1 Pro
Display: 12,30 Zoll
2.736 × 1.824, 267 ppi
Gorilla Glass 4
12,00 Zoll
2.160 × 1.440, 216 ppi
Bedienung: Touch, Stylus
Physische Tastatur, Iris-Scanner
Touch, Stylus
SoC: Intel i5-6300U
2 × Skylake, 3,00 GHz
14 nm, 64-Bit
Intel i5-4300U
2 × Haswell, 2,90 GHz
22 nm, 64-Bit
GPU: Intel HD 520
1.000 MHz
Intel HD Graphics 4400
1.100 MHz
RAM: 8.192 MB
LPDDR3
8.192 MB
DDR3L
Speicher: 256 GB (+microSD)
Kamera: 8,0 MP, 1080p 5,0 MP, 1080p
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 1080p
AF
GSM: Nein
UMTS: Nein
LTE: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 4.0 4.0 Low Energy
Ortung: Nein
Weitere Standards: USB 3.0, Mini-DisplayPort, Tastatur-Dock
SIM-Karte:
Akku: 5.087 mAh (38,20 Wh)
fest verbaut
5.547 mAh (42,20 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 292,1 × 201,4 × 8,45 mm 292,1 × 201,4 × 9,10 mm
Schutzart:
Gewicht: 786 g 800 g
Preis: ab 1.145 € ab 1.321 €

Trotz gleicher Abmessungen in der Fläche ist das Display von 12,0 auf 12,3 Zoll angewachsen und löst mit 2.736 × 1.824 zu 2.160 × 1.440 Pixeln (267 zu 216 ppi) nochmals schärfer auf. Das gilt auch für die Hauptkamera, die Fotos in 8 MP aufnimmt. Die neue Infrarotkamera an der Front stellt sicher, dass zum Freischalten mit dem Gesicht kein Foto genutzt werden kann. Weiterhin bietet das Surface Pro nur einen USB-Port und keinen ausgewachsenen SD-Karten-Slot. Über den microSD-Karten-Slot lässt sich der Speicher sinnvoll, wenn auch mit weniger Geschwindigkeit erweitern.

Mehr Mehrleistung als zu vermuten war

Auf dem Papier nehmen sich der alte Intel Core i5-4300U und der neue Core i5-6300U bei Betrachtung des maximalen Takts nicht viel. Zwei Kerne mit Hyper-Threading takten im Surface Pro 3 mit bis zu 2,9 GHz, im Surface Pro 4 sollen es jetzt 3,0 GHz sein – die maximale TDP bleibt mit 15 Watt unverändert.

In der Praxis offenbaren sich allerdings deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Systeme, die über Veränderungen in der Architektur hinausgehen. So offenbart der sehr fordernde Test Cinebench R15, dass der Core i5-6300U im neuen Surface Pro 4 auch bei Last auf allen vier virtuellen Kernen konstant mit 2,9 GHz agiert, während der Core i5-4300 nur noch 2,0 bis 2,6 GHz Takt liefern kann. In einem weiteren Durchlauf sinkt der Takt weiter ab. Auch bei Last auf einem, zwei und drei virtuellen Kernen fällt der tatsächliche Takt des alten Prozessors deutlich niedriger aus. Die in 14 nm gefertigte CPU der Skylake-Generation spielt ihren Effizienzvorteil hier deutlich aus. Bei maximal 15 Watt Verlustleistung kann der Prozessor deutlich höhere Taktraten als noch das Haswell-Modell fahren.

Tatsächlicher Takt im Cinebench R14 bei x Tasks
Modell CPU Max Turbo 1 Task 2 Tasks 3 Tasks 4 Tasks
Surface Pro 4 Core i5-6300U 3,0 GHz 2,9 GHz 2,9 GHz 2,9 GHz 2,9 GHz
Surface Pro 3 Core i5-4300U 2,9 GHz 2,6 - 2,9 GHz 2,6 GHz 2,1 – 2,6 GHz 2,0 – 2,6 GHz

Die positiven Auswirkungen zeigen sich auch im Benchmark: Bei Last auf den vier virtuellen Kernen liegt das neue Surface Pro 4 fast 30 Prozent, bei Last auf einem Kern noch 17 Prozent vor dem Vorgänger. Auch beim Konvertieren von RAW- in JPEG-Dateien über Adobe Photoshop liegen 15 Prozent Leistungsunterschied zwischen den Generationen.

Im PCMark 8, der maximale Taktraten nie über einen längeren Zeitraum einfordert, schrumpfen die Unterschiede dann wiederum zusammen und die Prozessoren agieren so, wie sie es im nüchternen Vergleich der Eckdaten haben vermuten lassen: auf demselben Niveau. In dieser Anwendung erreicht der Core i5-6300U vereinzelt auch seinen maximalen Takt von 3,0 GHz, in Cinebench R15 ist das selbst bei nur einem Thread nie der Fall.

Der in diesen Tests bewusst gewählte Vergleich mit ausgewachsenen Desktop-Prozessoren verdeutlicht: Nur weil auch im Surface Pro (4) ein Core i5 oder gar ein Core i7 steckt, ist die Leistung nicht vergleichbar. Nicht nur der Takt, sondern auch die Anzahl der Kerne fallen hier deutlich geringer aus.

Bei den Tablets bleibt das Surface Pro noch ungeschlagen

Im Vergleich zu anderen Tablets bleibt die Leistung des Surface Pro auch in 4. Generation aber ungeschlagen; erst das iPad Pro könnte daran etwas ändern. Auch in den zumeist synthetischen Benchmarks fällt der Leistungsgewinn gegenüber dem Vorgänger teils deutlich aus, weil der neue Prozessor effektiv länger höher taktet.

Das Surface Pro 4 zeigt sich dabei auch von fallenden Taktraten bei eng hintereinander gereihten Benchmarks unbeeindruckt, beim Surface Pro 3 fallen die Taktraten weiter. Ein Beispiel ist der GFX Bench, dessen Resultat im zweiten Test beim Surface Pro 3 davon abhängt, ob direkt davor der erste lief. Hier spielt offenkundig nicht nur die Leistungsaufnahme, sondern auch die Temperatur eine Rolle.

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