Acer Switch Alpha 12 im Test : Sehr hohe Taktraten trotz passiver Kühlung

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Acer Switch Alpha 12 im Test: Sehr hohe Taktraten trotz passiver Kühlung

Acer traut sich was: Während Microsoft, Huawei oder Samsung die passiv gekühlten 2-in-1-Tablets Surface Pro 4, MateBook und Galaxy TabPro S maximal für Intels Core M freigeben, rüstet der Hersteller aus Taiwan das ebenfalls lüfterlose Switch Alpha 12 mit einem mobilen Core i5 aus. Dessen TDP liegt mit 15,0 zu 4,5 Watt drei Mal so hoch wie beim kleineren Core M. Beim Microsoft Surface Pro 4 braucht es hierfür eine aktive Kühlung. Acer will die Verlustleistung hingegen über eine kreisförmig im Gehäuse verlaufende Heatpipe abführen. Deren Name: LiquidLoop.

Entscheidend ist allerdings nicht, was die Hardware auf dem Papier verspricht, sondern was sie im Praxisalltag zu leisten im Stande ist. Stärker als je zuvor kommt es dabei auf eine gute Kühlung des Prozessors an. Das im Juni getestete Dell Latitude 7370 ist dafür ein gutes Negativbeispiel.

Auch deutlich günstiger als das Surface Pro 4

Hält das Acer Switch Alpha 12 sein Versprechen, könnte das 2-in-1-Gerät im Stile des Surface Pro 4 auch preislich eine attraktive Alternative zu Microsofts Angebot sein: Das Switch Alpha 12 startet mit Core i5, 4 GB RAM und 128-GB-SSD bei 769 Euro, das Surface Pro 4 mit Core M und gleicher Speicherausstattung kostet 899 Euro. Bei Acer gibt es die Anstecktastatur, bei Microsoft den Digitizer (Stift) dazu. Der Stift von Acer kostet hingegen 35 Euro, die Tastatur von Microsoft 85 Euro.

Parallelen und Unterschiede zum Surface Pro 4

Das Acer Switch Alpha 12 zieht mehr Parallelen zum Surface Pro 4 als Mitbewerber wie Huawei MateBook, Lenovo X1 Tablet oder Samsung Galaxy TabPro S. Dafür verantwortlich sind die in zwei Winkeln nutzbare Anstecktastatur und der im Gehäuse integrierte, im Winkel frei wählbare Standfuß.

Auch beim Seitenverhältnis von 3:2 und der Display-Diagonalen von 12,0 Zoll sowie dem gegenüber den Modellen von Huawei und Samsung dickeren Gehäuse zeigt sich die Verwandtschaft. In zwei Dimensionen gleichen sich Surface Pro 4 und Acer Switch Alpha 12 sogar wie Zwillinge, Microsofts Surface Pro 4 ist lediglich 1,1 mm dünner und – dank des Magnesiumgehäuses – fast 200 Gramm leichter. Acer setzt auf Aluminium.

Acer Switch Alpha 12 Microsoft Surface Pro 4
Breite × Tiefe × Höhe 292 × 201 × 9,5 mm 292 × 201 × 8,4 mm
Gewicht mit Tastatur 1.289 Gramm 1.097 Gramm

Kein Windows Hello

Nicht geboten wird von Acer hingegen die Möglichkeit, Biometriedaten zur Freischaltung von Windows zu nutzen. Das Surface Pro 4 bietet eine Infrarotkamera für die pfeilschnelle Gesichtserkennung und alternativ das Type Cover Fingerprint ID mit Fingerabdruckscanner; das Switch Alpha 12 verzichtet auf beides. Windows Hello kann deshalb nicht genutzt werden.

Passiv gekühlter Core i5

Acer setzt in der Variante mit Core i5 auf den Intel Core i5-6200U. Gegenüber dem Core i5-6300U aus dem aktiv gekühlten Surface Pro 4 fehlen ihm 100 MHz Basis- respektive 200 MHz Turbotakt sowie die für Unternehmenskunden relevanten Funktionen wie vPro, TSX-NI oder TEP. Gegenüber dem Core m3-6Y30 im passiv gekühlten Surface Pro 4 liegen die Taktraten hingegen 1.400 MHz respektive 600 MHz höher.

Switch Alpha 12
Core i3
Switch Alpha 12
Core i5
Switch Alpha 12
Core i7
Surface Pro 4
Core M
Surface Pro 4
Core i5
Surface Pro 4
Core i7
CPU i3-6100U i5-6200U i7-6500 U m3-6Y30 i5-6300U i7-6650U
Basistakt 2,3 GHz 2,3 GHz 2,5 GHz 0,9 GHz 2,4 GHz 2,2 GHz
Turbotakt (max.) 2,3 GHz 2,8 GHz 3,1 GHz 2,2 GHz 3,0 GHz 3,4 GHz
GPU HD Graphics 520 HD Graphics 515 HD Graphics 520 HD Graphics 540
TDP 15,0 Watt 4,5 Watt 15 Watt
Kühlung passiv aktiv

Das Surface Pro 4 hat bereits bewiesen, dass das passive sowie das aktive Kühlsystem die jeweiligen CPUs hoch takten lassen kann, und das Galaxy TabPro S von Samsung sowie das MateBook von Huawei standen dessen Ergebnissen in nichts oder nur geringfügig nach. Und auch Acer liefert.

Acer Switch Alpha 12
Acer Switch Alpha 12

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