Nach Nvidia, Meta & Co: Auch AMD bewirbt nun das 1:1-CPU-GPU-Verhältnis für AI
AMD springt medial auf den Zug auf, in dem das 1:1-CPU-GPU-Verhältnis bei AI übernimmt. Für AMD zahlt sich das natürlich richtig aus, denn schließlich ist man einer der größten CPU-Anbieter und freut sich über weitere Aufträge für Epyc. Doch was ist das 1:1-Verhältnis eigentlich?
Bisher: Eine CPU, vier GPUs
In den letzten Jahren war der Standard in modernen Servern mit GPU-Beschleunigung und damit auch den ersten AI-Servern in der Regel ein oder zwei Prozessoren, die bis zu acht GPUs unterstützen, im Schnitt also ein Verhältnis von 1:4 aus CPU-Perspektive.
Bereits in den letzten beiden Jahren Jahre hat aber beispielsweise Nvidias GB200 gezeigt, dass das Verhältnis von 1:2 ein durchaus gutes ist, wenn die Aufgabenvielfalt oder Priorität eine andere wird. GB200 besteht in der Basis aus einer Platine, zwei B200-GPUs werden von einer Grace-CPU unterstützt. Das ganze wird dann wiederum doppelt gepackt in ein Rack gesteckt, fertig ist NVL72.
Meta baute bereits GB200 aus 1 × CPU + 1 × GPU
Bereits im letzten Jahr erklärte Meta zur Hot Chips 2025, dass das Unternehmen die Basis von GB200 nehme, daraus aber eine Lösung bastle, die nur eine GPU an eine CPU binde. Nvidia hatte zuvor im Oktober 2024 die gesamte GB200-Plattform für das Open Compute Project (OCP) zugänglich gemacht, 2025 folgte bereits die Übergabe für Vera Rubin. Entsprechend angepasste Lösungen können nun auch daraus gebaut werden.
Dass CPUs längst wieder wichtiger geworden sind, zeigen nicht nur Ausverkäufe bei AMD und Intel im letzten Quartal. Nvidia hatte zu seiner Hausmesse Nvidia GTC 2026 im März schon das neue Komplettprogramm rund um die neue Vera-CPU dabei: ein eigenes Rack nur mit 256 Nvidia-Server-CPUs – das gab es noch nie zuvor. Partner wie HPE bauten das sogar noch aus, zeigten bereits Racks mit 640 Vera-Prozessoren.
Der Tenor aller ist klar: Die CPU ist wieder wichtig. So richtig weg war sie aber letztlich auch nie, was die Anstrengungen von Amazon & Co mit eigenen Arm-Prozessoren zeigten. Es gab und gibt schon immer einen Markt auch für CPUs, nun rücken sie allerdings voll ins Rampenlicht des AI-Umfelds. Das wiederum könnte dann durchaus Folgen für die nächsten Jahre haben, denn sich mit hunderttausenden GPUs einzudecken zieht dann und für parallele neue Aufgaben auch eine große Menge CPUs nach sich. Und natürlich Speicher; aber der ist ohnehin schon teure Mangelware.
AMD: 1:1 Ja, aber auch erst einmal 1:4
AMD erklärt hier vermutlich nicht ganz uneigennützig, dass CPUs in gewissem Umfeld sogar mehr als GPUs zu finden sein könnten. Passende Racks mit Venice wird man in Zukunft vermutlich mit Partnern anbieten. Das große AMD-Prestige-Projekt dieses Jahres, das Helios-Rack, wiederum setzt ganz auf das klassische 1:4-Format: Eine Venice-CPU und vier Instinct MI455X. Das macht aber nur noch einmal deutlicher: One Size fits all existiert nicht.