Firefox : Session Recovery kann SSDs verstärkt belasten

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Firefox: Session Recovery kann SSDs verstärkt belasten

Wer Firefox mit vielen parallel geöffneten Tabs nutzt und das Wiederherstellen von Tabs nach einem Absturz aktiviert hat, lässt den Browser im Extremfall pro Tag mehrere Gigabyte Daten auf HDD oder SSD schreiben. Der Regelfall ist das aber nicht.

Das Datenvolumen schwankt stark

Wie Sergei Bobik von STH herausgefunden hat, schreibt der Browser Firefox auch bei nicht genutztem System im Leerlauf konstant für die Wiederherstellung benötigte Daten auf den Massenspeicher. In seinem Fall waren es 12 Gigabyte pro Tag. Nicht nur die Anzahl der offenen Tabs, sondern auch deren Inhalt nehmen dabei allerdings starken Einfluss auf das zu schreibende Datenvolumen. ComputerBase konnte in einem kurzen Selbstversuch bei acht offenen Tabs in einer Dreiviertelstunde nur 10 MB an durch Firefox geschriebenen Daten protokollieren.

1,0 GB Daten in 45 Minuten
1,0 GB Daten in 45 Minuten (Bild: STH)

Anwender können eingreifen

Hintergrund ist die Funktion Session Recovery in Firefox, die den Browser mit allen aktiven Tabs nach einem Absturz der Software oder des gesamten PCs wiederherstellt. Standardmäßig nimmt Firefox alle 15 Sekunden eine Aktualisierung des Backups vor. Anwender können nach Eingabe von about:config in der Adressleiste von Firefox den Parameter browser.sessionstore.interval anpassen, um den Abstand zwischen zwei Speicherständen zu erhöhen. Voreingestellt sind 15.000 Millisekunden.

Keine unmittelbare Gefahr für SSDs

Für SSDs, die im Gegensatz zu HDDs nicht mit den Betriebsstunden, sondern dem Schreibvolumen altern, bedeuten auch die extremen Schreibvolumina nicht zwangsläufig ein früheres Aus, sie stellen aber trotzdem eine für viele Anwender nicht einsehbare Zusatzbelastung dar: Samsungs SSD Evo 850 ist bei fünf Jahren Garantie in den Versionen mit 120 und 250 GB für rund 42 GB pro Tag ausgelegt, bei den großen Varianten mit 2 und 4 TB sind es fast 170 GB am Tag.

In den Kommentaren zur Veröffentlichung hat sich – nach eigenen Aussagen – ein Entwickler von Firefox zu Wort gemeldet: Das Problem sei bekannt, es zu beseitigen aber mit einer vollständigen Überarbeitung des Wiederherstellungsmodus verbunden – und dafür fehle es aktuell an Kapazität.

Andere Browser verhalten sich ähnlich

Tests derselben Seite haben mittlerweile ergeben, dass auch Opera (Vivaldi) und Chrome bei dutzenden aktiven Tabs pro Stunde etwa ein Gigabyte Daten auf den Massenspeicher schreiben. Wer das Volumen der geschriebenen Daten auf seinem eigenen System nachvollziehen will, kann das mit Tools wie SSD life oder dem Process Explorer von Microsoft tun.

Vielen Dank an ComputerBase-Leser „Anatol“ für den Hinweis zu dieser Meldung.