Google Cloud Next 2026: Chrome soll zum KI-Mitarbeiter für den Arbeitsplatz werden
Im Rahmen der diesjährigen Hausmesse Google Cloud Next hat das Unternehmen neue Funktionen für Chrome vorgestellt. Neben erweiterten Sicherheitsmaßnahmen rücken insbesondere KI-Features in Verbindung mit Gemini in den Fokus, die zusätzliche Möglichkeiten für den Einsatz der Plattform im Arbeitsalltag eröffnen sollen.
Gemini soll kontextbasiert Inhalte in Browser-Tabs verarbeiten können
Darüber berichtet aktuell TechCrunch. Eine der in der Vorstellung genannten zentralen Neuerungen ist die Funktion „Auto Browse“. In Kombination mit Googles KI-Modell Gemini soll sie es Chrome-Nutzern ermöglichen, den Kontext geöffneter Browser-Tabs zu erfassen und darauf basierend verschiedene Aufgaben rund um Web-basierte Arbeit auszuführen. Als Beispiele nennt Google unter anderem die Buchung von Reisen, die Eingabe von Daten, die Planung von Besprechungen oder vergleichbare Tätigkeiten. Darüber hinaus soll sich die Funktion auch dazu eignen, Informationen aus einem Google Docs in ein CRM-System zu übertragen, Preise über mehrere Tabs hinweg zu vergleichen, das Portfolio eines Bewerbers vor einem Vorstellungsgespräch zusammenzufassen oder relevante Daten von Websites zu extrahieren.
Vollständig ohne menschliches Zutun kommt die neue Funktion laut Google jedoch nicht aus. Die beschriebenen Abläufe sollen weiterhin „einen Menschen im Kreislauf“ erfordern, wobei das Unternehmen hierzu keine konkreten Details nannte. Die Formulierung lässt vermuten, dass erzeugte oder verarbeitete Daten weiterhin manuell überprüft werden müssen, bevor daraus endgültige Aktionen resultieren. Auch ohne vollständige Automatisierung können solche Prozesse dazu beitragen, monotone und zeitaufwendige Aufgaben spürbar zu vereinfachen und zu beschleunigen, sodass Nutzer schneller zu Ergebnissen gelangen und sich stärker auf das konzentrieren können, was Google in der Präsentation als „strategische Arbeit“ bezeichnete.
Die neue Funktion soll zunächst für Workspace-Nutzer in den USA verfügbar sein. Damit integriert Google die KI direkt in den Webbrowser und somit in eine der laut des Unternehmens am häufigsten genutzten Anwendungen im Arbeitsumfeld. Die Aktivierung erfolgt über entsprechende Richtlinien, wobei Google zusichert, dass Eingaben von Organisationen nicht zum Training der eigenen KI-Modelle herangezogen werden. Innerhalb von Workspace lassen sich zudem wiederkehrende Arbeitsabläufe speichern und bei Bedarf erneut aufrufen.
Sicherheit ganz oben auf der Agenda
Mit der stärkeren Verzahnung von Gemini und Chrome hat Google im Zuge der Veranstaltung auch neue Sicherheitsfunktionen präsentiert. Bereits zuvor konnten über Chrome Enterprise Premium nicht genehmigte KI-Tools im Unternehmensumfeld erkannt werden. Diese Funktion wurde nun erweitert, um IT-Teams gezielter bei der Identifikation kompromittierter Browser-Erweiterungen oder weiterer KI-Dienste zu unterstützen. Die neue Funktion mit der weniger aussagekräftigen Bezeichnung „Shadow IT risk detection“ soll einen umfassenden Einblick in die Nutzung sowohl genehmigter als auch nicht genehmigter GenAI- und SaaS-Websites innerhalb eines Unternehmens ermöglichen.
Darüber hinaus sollen Unternehmen von durch Gemini erstellten Zusammenfassungen der Chrome-Enterprise-Versionshinweise sowie weiteren KI-gestützten Empfehlungen profitieren. Diese kombinieren Hinweise auf kritische Änderungen, neue Richtlinien und bevorstehende Auslaufdaten mit konkreten Vorschlägen, etwa zur Konfiguration neuer Einstellungen oder zur Überprüfung verwalteter Browser.
Zudem kündigte Google eine ausgebaute Partnerschaft mit Okta an, um agentenbasierte Arbeitsplätze durch zusätzliche Funktionen gegen Session-Hijacking und andere Bedrohungen besser abzusichern. Ergänzend wurde die Integration von Microsoft Information Protection (MIP) vorgestellt, die Unternehmen dabei unterstützen soll, einheitliche Sicherheitsrichtlinien einfacher durchsetzen zu können.