Heimserver : Nextcloud Box für IoT und die private Cloud vorgestellt

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Heimserver: Nextcloud Box für IoT und die private Cloud vorgestellt
Bild: Nextcloud GmbH

Zum Ausklang des ersten Tages der Nextcloud Conference 2016 in Berlin wird dort heute Abend die Nextcloud Box als Heimserver vorgestellt. Die Nextcloud Box entstand aus der Zusammenarbeit von Nextcloud, Canonical und der Forschungsabteilung von Western Digital, den WDLabs.

Bei dem Gerät handelt es sich um eine kleine Box mit einem PiDrive aus den WDLabs, die mit einem TByte Speicherplatz und USB-3-Anschluss ausgestattet ist sowie einer SD-Karte mit vier GByte, auf der Snappy Ubuntu Core und Nextcloud vorinstalliert sind. Das PiDrive von Western Digital basiert auf der Festplattenreihe Blue und ist im Energieverbrauch auf die Verwendung mit dem Raspberry Pi angepasst.

Daneben bleibt in dem Gehäuse mit dem Ausmaß von 150 × 150 × 26 Millimetern ausreichend Platz, damit der Anwender einen eigenen Raspberry Pi 2 mittels des beiliegenden Schraubenzieher und vier Schrauben befestigen kann. Zudem sind im Set alle benötigten Kabel, um die Komponenten zu verbinden und mit Strom zu versorgen. Damit ist die kleine Box prädestiniert, im Heimnetz als Nextcloud-Installation und für Anwendungen des Internet of Things (IoT) eingesetzt zu werden.

Viele Verwendungsmöglichkeiten

Die Verwendung als Nextcloud-Instanz, Collabora-Online-Office oder mit Spreed.ME als WebRTC-basierter Audio- und Video-Chat-Server sind nur der Anfang. Nextcloud wird weitere Einsatzzwecke per Software nachschieben und setzt darauf, dass auch die Community weitere Ideen für den Heimserver umsetzt. Ubuntu Core und Snappy bieten hierzu viele Möglichkeiten, die Nextcloud Box beispielsweise in einen IoT-Hub für Heimautomation zu verwandeln.

Hardware ausbaufähig

Auch in Sachen Hardware gibt sich die Box flexibel, es kann eine größere Festplatte eingesetzt werden. Die derzeitige Beschränkung auf den Raspberry Pi 2 wird bald fallen. Die Entwickler arbeiten softwareseitig an der Unterstützung für den aktuellen Raspberry Pi 3 und den Odroid C2. Vor allem der C2 wird mit stärkerer CPU, 2 GByte DDR3-SDRAM, GBit-Ethernet und eMMC-Modulen die Leistungsfähigkeit der Box verbessern.

Nextcloud ist ein Fork von ownCloud. Die Macher wollen die Community wieder mehr an der Entwicklung teilhaben lassen und bieten auch Erweiterungen für Unternehmen unter freier Lizenz in der Community-Version an. Mit Nextcloud lassen sich Daten vorhalten und Synchronisieren, per Nextcloud Federation auch über mehrere Server.

Die Vorstellung der Nextcloud Box findet ab 18:00 in der TU Berlin statt. Dort stehen die 50 ersten Exemplare der Box für 70 Euro zum Verkauf, bei denen es als Geschenk einen Raspberry Pi dazu gibt. Für diesen Preis kann die Box auch im Onlineshop erworben werden. Die Software kann von der Projektseite heruntergeladen und auf bereits bestehenden Servern eingesetzt werden. ComputerBase wird die Nextcloud Box demnächst einem Test unterziehen.