Dishonored 2 im Test: Perfekt (bis auf die Technik)

 3/4
Sasan Abdi
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Das Gameplay

Eine wichtige Neuerung für das Gameplay ist, dass in Dishonored 2 zwischen zwei Charakteren gewählt werden kann. Zur Auswahl steht neben dem Protagonisten aus dem ersten Teil, dem Meisterspion Corvo Attavo, auch dessen Tochter, die geschasste Kaiserin Emily Kaldwin. Das erhöht den Wiederspielwert, weil sich die Story-Stränge leicht unterscheiden. Vor allem aber hat die Entscheidung Auswirkungen auf die Spielmechanik.

Das liegt nicht unbedingt daran, dass Corvo und Emily völlig unterschiedliche, mit den möglichen Vorgehensweisen korrespondiere Schwerpunkte hätten. Wie schon im Vorgänger bietet auch Dishonored 2 nicht nur umfassende Kampf- sondern auch Schleichmöglichkeiten. Theoretisch kann so auch hier wieder bis zur letzten Sekunde ohne jeden Mord ausgekommen werden.

Unterschiedliche Kräfte, unterschiedliche Spielweisen

Zu beiden Vorgehensweise – Rambo und Stealth – eignen sich beide Charaktere aber fast gleichermaßen. Trotzdem spielen sie sich anders, weil sie über unterschiedliche, teilweise aus dem Vorgänger bekannte Kräfte verfügen, die ihnen dank einer Verbindung zum mysteriösen Outsider zur Verfügung stehen.

Emily etwa kann sich über mittlere Distanzen mit einem magische Greifhaken bewegen, was praktisch ist, um Konfrontationen zu vermeiden. Später lassen sich so sogar Gegner heranziehen. Auch kann sie als kaum sichtbares Schattenwesen vorgehen und zur Verwirrung einen Doppelgänger von sich erzeugen. Corvo kann sich teleportieren, die Zeit manipulieren, eine Rattenrotte erzeugen und später sogar Menschen kontrollieren.

Die Kräfte verstärken zusammen mit anderen Details die Möglichkeiten. Sollen wir uns an den Wachen vorbeiteleportieren? Oder sollen wir einen Wachturm hacken, damit dieser das Feuer auf unsere Gegner eröffnet? Sollen wir die Wachen mit einem Doppelgänger ablenken? Schaffen wir es, eine Lichtschranke zu überwinden, oder suchen wir doch lieber einen anderen Weg? In Dishonored 2 führen wirklich viele Wege nach Rom.

Endlich eine starke KI

Ein großes Lob verdient sich dabei auch die Kompetenz der Gegner. Die Wachen sind richtig clever, was es schwer macht, ungesehen zum Ziel zu gelangen. Selbst wenn man sich nur kurz zeigt, werden sie misstrauisch und kontrollieren das verdächtige Gebiet hartnäckig. Auch merken die Wachen, wenn ein Mitstreiter plötzlich fehlt und wenn sich Corvo oder Emily zu laut durch die Umgebungen bewegen.

Die KI ist hervorragend
Die KI ist hervorragend

Das fördert ein langsames und umsichtiges Vorgehen, zumal die NPCs auch im Kampf ernstzunehmende Gegner sind. Geht es gleich gegen mehrere Wachen, haben Corvo und Emily wenig Chancen. Auf dem dritten von zunächst vier Schwierigkeitsgraden starben wir in Kämpfen regelmäßig, zu Beginn ohne ausgeprägte Kräfte sogar am Fließband.