Tiptoi Spielwelt Polizei im Test: Das interaktive Lernen geht weiter

Michael Schäfer 114 Kommentare
Tiptoi Spielwelt Polizei im Test: Das interaktive Lernen geht weiter

Mehr als Bücher

Die Zeiten, in denen sich die Nutzung des Tiptoi-Stiftes lediglich auf Bücher beschränkte, sind schon lange vorbei. Mittlerweile erstreckt sich das Universum neben besagten Büchern über Spiele bis hin zu Puzzles, mit denen Kinder spielerisch neues Wissen entdecken können. Nachdem Ravensburger bereits vor rund einem Jahr mit den Tier-Sets auch Gebäude einführte, geht der Spieleveteran einen Schritt weiter und veröffentlicht mit den zunächst vier vorgestellten Themenwelten Polizei, Feuerwehr, Einkaufszentrum und Autorennen nun auch größere, meist zweistöckige Bauten. Jedes dieser Sets beinhaltet zudem zwei bis drei Spielfiguren und ein Fahrzeug, bei dem Ravensbruger auf die Junior-Kit-Serie aus dem Hause Revell zurückgreift. Ob Ravensburger mit der neuen Tiptoi-Serie das bisher von anderen Tiptoi-Produkten bekannte hohe Niveau halten kann und für wen sich das Set eignet, zeigt der Test.

Tiptoi Spielwelt Polizei im Test
Tiptoi Spielwelt Polizei im Test

Aufbau

Zu dem hier getesteten Set „Polizei“ gehören eine interaktive Polizeiwache mit Asservatenkammer, Arrestzelle, Büro und Wachraum sowie ein Polizeiauto. Weiter enthalten sind ein Juweliergeschäft sowie zwei Polizisten und ein Einbrecher als Spielfiguren. Auch viele Utensilien wie Radarkontrolle, Phantombildkarten, Megafon, Pistole, Dienstausweis und einiges mehr in Form kleiner Pappkarten oder Aufsteller gehören zum Set.

Nach rund einer Stunde spielfertig

Das Polizeiauto aus der Junior-Kit-Serie von Revell besitzt im getesteten Set 58 Kunststoffteile, vom Hersteller angegeben werden nur 52 – für Ersatz ist also gesorgt. Die Polizeistation und das Juweliergeschäft beinhalten 29 Teile und sind aus fester Pappe gefertigt. Das Set ist laut Ravensburger für Kinder ab vier Jahren geeignet, jedoch dürften erst Sechsjährige den Zusammenbau alleine umsetzen können. Für jüngere Spieler sollten Eltern diesen Teil übernehmen. Im Test betrug die Aufbauzeit rund eine Stunde, bei Kindern sollte mit etwas mehr Zeit gerechnet werden.

Der Zusammenbau des Polizeiautos gestaltet sich zunächst unproblematisch, die leicht verständliche und in Ikea-Manier gehaltene Anleitung trägt dazu einen großen Teil bei. Kinder können hierbei nicht viel falsch machen, die Teile werden entweder zusammengeklickt oder geschraubt. Die Schrauben können dabei nicht überdreht werden, da diese keinen Endpunkt besitzen. An manchen Stellen, wie zum Beispiel bei den Türen oder Scheiben, ist etwas mehr Kraft erforderlich. Dafür sitzen diese Teile im fertigen Auto fest, was diesem eine große Stabilität verleiht. Diese ist auch nötig, um in Kinderhänden dieses Alters bestehen zu können.

Zusammenbau mit Fluchpotenzial

Beim Aufbringen der Aufkleber, welche für die Nutzung des Tiptoi-Stiftes unerlässlich sind, da diese die nötigen Informationen für diesen beinhalten, müssen Kinder jedoch auf die Hilfe eines Erwachsenen zurückgreifen. Doch Vorsicht: Dieses Vorhaben kann zur Geduldsprobe werden! Für den Autor, einen bekennenden Grobmotoriker, stellte dies eine echte Herausforderung dar und wurde von einer Palette nicht kinderfreier Flüche begleitet. Zudem neigen die Klebestreifen dazu, sich nach einer gewissen Zeit an manchen Ecken wieder zu lösen, gerade wenn beim Aufkleben mehrfach angesetzt wurde. Somit stellt sich die Frage, wie Kinder diese alleine aufbringen sollen und warum sie nicht bereits auf die einzelnen Teile aufgebracht wurden. Zudem wäre es für die zukünftige Verwendung von Vorteil, Ersatzaufkleber mitzuliefern.

Die Polizeiwache wie auch das Juweliergeschäft bestehen aus dicken Pappteilen, welche auch in diesem Set lediglich geklappt und zusammengesteckt werden müssen. Auch hier ist die Anleitung verständlich, und der Aufbau geht leicht von der Hand. Im Gegensatz zum Polizeiauto müssen an der Wache keine Aufkleber angebracht werden. Die verwendeten Teile sowie das Zubehör sind dabei dick genug, um stabil zu sein und nicht abknicken zu können. Ist der Aufbau vollbracht, besitzt der Spieler ein in sich stabiles und zweistöckiges Gebäude mit frei bewegbaren Tischen, Stühlen und viel Inventar, welches auch einmal einen Transport gut übersteht. Auf der anderen Seite lässt sich das Set auch zum besseren Verstauen wieder leicht auseinandernehmen.

Polizist mit gezogener Pistole in einem Kinderspiel: Muss das wirklich sein?
Polizist mit gezogener Pistole in einem Kinderspiel: Muss das wirklich sein?

Mit gezogener Waffe auf Einbrecherjagd

Die ansonsten gut umgesetzten Figuren sorgen jedoch schnell für erstes Erstaunen und berechtigte Fragen: Hat ein Polizist mit gezogener Waffe etwas in einem Kinderspielzeug verloren? In einer ansonsten, so viel sei schon vorweggenommen, recht lustigen Einbrecherjagd? Nach Meinung des Testers nein. Es darf zudem bezweifelt werden, dass die Pistole einen wie auch immer gearteten Wissenszusatz besitzt. Ein Funkgerät hätte an dieser Stelle den gleichen Effekt erzielt. Hier hätte Ravensburger deutlich sensibler vorgehen und vor allem das Verhältnis zur Realität wahren müssen.

Gespielt werden kann zudem genau genommen nur mit dem Polizisten und dem Einbrecher, bei welchen auch jeweils nur ein Arm zu bewegen ist – etwas wenig. Die enthaltene Polizistin hingegen ist so gestaltet, dass sie nur im Auto sitzen kann. Alle drei besitzen die für Tiptoi-Figuren typische braune Fläche auf dem Rücken, um mit dem Stift bei Berühren Informationen zu erhalten.

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