Nvidia GeForce: Kepler, Maxwell und Pascal im Treibervergleich 2/2

Wolfgang Andermahr 248 Kommentare

Kepler, Maxwell und Pascal im Benchmark

Nvidia konnte die Performance der Pascal-Generation etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Vorstellung mit dem GeForce 376.33 im Vergleich zum GeForce 368.39 leicht optimieren. In der Zeit konnte die GeForce GTX 1080 im ComputerBase-Testparcours im Durchschnitt um ein Prozent zulegen. In einzelnen Fällen ist der Zugewinn auch deutlich höher – Details dazu später.

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Performancerating – GTX 1080 (Pascal)
Angaben in Prozent
    • GeForce 376.33
      99,6
    • GeForce 368.39
      98,4

In demselben Zeitraum kann die GeForce GTX 980 und somit die Maxwell-Architektur im Schnitt nicht zulegen. Anders sieht es allerdings aus, wenn man Vergleiche mit dem ersten Windows-10-Treiber, dem GeForce 353.63, durchführt. Dann arbeiten die neueren Treiber-Versionen jeweils vier Prozent schneller als die Ursprungsversion für Windows 10.

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Performancerating – GTX 980 (Maxwell)
Angaben in Prozent
    • GeForce 376.33
      99,2
    • GeForce 368.39
      99,0
    • GeForce 353.63
      94,8

Die GeForce GTX 780 Ti und damit die deutlich ältere Kepler-Technik gewinnt durch den GeForce 376.33 im Vergleich zum GeForce 368.39 zumindest ein Prozent an Geschwindigkeit hinzu. Verglichen mit dem älteren GeForce 353.63 steigert sich die Performance um drei bis fünf Prozent und damit sogar minimal mehr als bei der neueren Maxwell-Architektur.

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Performancerating – GTX 780 Ti (Kepler)
Angaben in Prozent
    • GeForce 376.33
      99,5
    • GeForce 368.39
      97,2
    • GeForce 353.63
      94,3

Bis zu 33 Prozent mehr Performance in den einzelnen Spielen

Wer die einzelnen Spiele betrachtet, erkennt allerdings teils deutlich größere Sprünge. So zum Beispiel in Doom, das mit der Zeit offenbar unabhängig von der GPU-Generation mehrere Treiberoptimierungen erhalten hat. So legt die GeForce GTX 1080 durch den GeForce 376.33 im Vergleich zum GeForce 368.39 in OpenGL um 16 Prozent und in Vulkan um 12 Prozent zu. Die GeForce GTX 980 gewinnt dann deutlich weniger. Doch die Performance im Vergleich zum älteren GeForce 353.63 steigt verglichen mit dem neuesten Treiber um stolze 33 Prozent. Die GeForce GTX 780 Ti gewinnt zwar nicht im Vergleich zum ältesten Treiber, aber zum mittleren GeForce 368.39 deutliche 23 Prozent Performance hinzu.

In Doom gibt es zwar klar die größten Sprünge zwischen den einzelnen Treibern, doch auch andere Spiele können profitieren. So erhöht sich die Leistung in Ashes of the Singularity auf einer GeForce GTX 980 um 10 Prozent. Die GeForce GTX 780 Ti kann hingegen in Call of Duty: Black Ops III mit dem GeForce 376.33 um gute 14 Prozent zum ältesten GeForce-Ableger zulegen. Auch Hitman zeigt auf dem Kepler-Modell mit neuen Treibern beispielsweise bis zu 20 Prozent mehr Leistung.

Einen Performance-Rückgang durch neuere Treiber gibt es nur selten. F1 2015 ist solch ein Fall, in dem der GeForce 376.33 im Vergleich zu älteren Versionen auf einer GeForce GTX 1080 vier Prozent und auf einer GeForce GTX 980 sieben Prozent Performance verliert. In anderen Spielen liegen etwaige Verluste dagegen im Bereich der Messungenauigkeit.

Und in neuen Spielen?

In anderen neuen Spielen ändert sich die Leistung kaum. Die GeForce GTX 1080 kann in Deus Ex: Mankind Divided, Dishonored 2 sowie Watch Dogs 2 durch den neuesten Treiber zumindest um ein bis zwei Prozent zulegen. In den Titeln können die älteren GeForce GTX 980 sowie GeForce GTX 780 Ti meistens weniger bis gar nichts zulegen, doch bleiben die Unterschiede sehr gering.

Ein neuer Treiber lohnt sich immer

Die Benchmarks zeigen primär eine Sache: Während es bei AMD traditionell mit der Zeit größere – aber keine riesigen – Performance-Sprünge durch neue Treiber gibt, hat Nvidia die eigene Hardware bereits beim Start gut im Griff und auf maximale Leistung optimiert. Das zeigt sich auch bei der aktuellen Generation. Während AMD die Radeon RX 480 seit dem Erscheinen um etwa fünf Prozent beschleunigt hat, kann die GeForce GTX 1080 nur um ein Prozent zulegen – und hatte dazu noch einige Wochen mehr Zeit.

Was im ersten Augenblick vielleicht negativ klingen mag, ist aber absolut positiv. In den meisten Fällen quetscht der GeForce-Treiber bereits am ersten Tag die volle Leistung aus der eigenen Hardware. Die Leistungsverbesserungen durch neue Treiber fallen dementsprechend geringer als bei der Konkurrenz aus.

Pascal, Maxwell und Kepler im Treibervergleich
Pascal, Maxwell und Kepler im Treibervergleich

In Einzelfällen gibt es deutliche Steigerungen

Dennoch gibt es auch bei Nvidia einzelne Fälle, in denen die Performance mit der Zeit massiv erhöht werden konnte. Doom ist solch ein Spiel. Deswegen und natürlich aus Stabilitätsgründen sollte man auch auf einer GeForce-Grafikkarte auf einen aktuellen Treiber achten.

Darüber hinaus zeigen die Vergleiche mit älteren Grafikkarten der Maxwell- und der Kepler-Generation, dass die Treiber auch für älteren Produktgenerationen optimiert werden. Der Vorwurf, dass Treiber nur noch auf neue Grafikkarten optimiert werden, der in Foren immer wieder aufkommt, erweist sich somit als falsch.

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