Book One ausprobiert: Porsche Design baut das vielseitigere Surface Book

Nicolas La Rocco 27 Kommentare
Book One ausprobiert: Porsche Design baut das vielseitigere Surface Book

Porsche Design Computing steigt in das Notebook-Geschäft ein, genauer gesagt das 360-Grad-Detachable-Convertible-2-in-1-Notebook-Geschäft. Das Porsche Design Book One beherrscht so viele Modi wie der Name lang ist. Beim ersten Ausprobieren kurz nach der Präsentation zum MWC überzeugte ein Vorseriengerät mit Vielfältigkeit.

Das Book One ist nur auf den ersten Blick teuer

Als Porsche Design Computing in Barcelona den Preis des Book One ankündigte, ging ein leises Raunen durch den Saal. 2.800 Euro sind ohne Frage eine stolze Summe für einen Neueinsteiger. Doch zum Vergleich: Microsoft verlangt für ein ähnlich ausgestattetes Surface Book sogar über 2.900 Euro – dann allerdings auch mit Nvidia GeForce 940M, während das Book One mit einer iGPU von Intel auskommen muss.

Das Book One hat gegenüber dem Surface Book die neueren CPUs und vielfältigeren sowie moderneren Anschlüsse auf der Habenseite: Porsche Design Computing verbaut einen schnellen Intel Core i7-7500U und Thunderbolt 3. Über den 40-Gbit/s-Anschluss lässt sich eine externe Grafikkarte anschließen, die in jeder Hinsicht der nicht besonders schnellen Nvidia GeForce 940M des Surface Book überlegen wäre.

Das Scharnier von Porsche Design ist nicht minder imposant

So elegant und mechanisch äußerst trickreich das Scharnier des Surface Book auch ist, Porsche Design Computing hat eine nicht minder imposante Konstruktion aus ineinander greifenden Zahnrad-ähnlichen Zylindern geschaffen, die es erlauben, das Book One vollständig um bis zu 360 Grad aufzuklappen, um es als Notebook und Tablet zu verwenden. Im geschlossenen Zustand liegt das Display auf der Tastatur auf, sodass es keinen Spalt gibt, in dem sich wie beim Surface Book Schmutz sammeln kann.

Das Surface Book hat ein sinnvolleres Display

Porsche Design verbaut in der Tablet-Einheit ein dem Ersteindruck nach bewertet qualitativ hochwertiges und helles IPS-Display, das bis zu zehn Touch-Punkte erkennt. Das Umgebungslicht war allerdings auch stark gedimmt. Die Auflösung liegt bei sehr hohen 3.200 × 1.800 Bildpunkten auf 13,3 Zoll. Porsche Design hat sich für das 16:9-Format entschieden, was für den Medienkonsum zwar etwas besser geeignet ist, im Alltag ist das 3:2-Format des Surface Book besser, da es zum Arbeiten praktischer ist, mehr Höhe zu haben. Das Book One dürfte primär eine Business-Zielgruppe haben.

Starke Ähnlichkeiten zum Surface Book gibt es bei der Detachable-Funktion, bei der das Display von der Basis mit Tastatur getrennt werden kann. Statt auf der Tastatur sitzt der Schalter zum Entsperren beider Einheiten auf der rechten Seite der Basis des Book One. Wird er für zwei Sekunden gehalten, leuchtet im Rahmen unterhalb des Displays eine schwach leuchtende und deshalb schwer erkennbare kleine LED, die signalisiert, dass die Display-Einheit jetzt entriegelt ist und sicher von der Tastatur-Basis abgezogen werden kann.

Links und rechts im Scharnier werden beide Einheiten durch breite Stifte auf Linie gebracht, in der Mitte sitzt die Steckverbindung für Daten und Energie der in die Tastatur integrierten Anschlüsse und des Akkus. Das Tablet alleine kommt auf 25 Wh, die Tastatur liefert weitere 45 Wh. Porsche Design Computing gibt die Laufzeit mit imposanten 14 Stunden an. Zum Vergleich: Microsoft nennt 12 Stunden für das Surface Book bei Videowiedergabe.

Microsoft bietet die besseren Eingabegeräte

Bei den Eingabegeräten kann das Book One nicht ganz mit Microsoft mithalten. Die Tastatur hat ein schickes Design und ist beleuchtet, Microsoft hat aber den bessern Anschlag, der sich weniger schwammig anfühlt. Das Glas-Touchpad des Book One ist jedoch mindestens gleichwertig. Im Lieferumfang des Book One ist auch ein Stylus von Wacom enthalten, der 2.048 Druckstufen erkennt und magnetisch an der rechten Seite der Display-Einheit aufbewahrt werden kann. Die AAAA-Batterie soll für eine Laufzeit von 7,5 Monaten bei einer täglichen Nutzung von jeweils drei Stunden sorgen.

Fazit: Ein gutes Erstlingswerk für die Nische

Das Book One lässt sich nicht mit LTE bestellen, es wird ab April zum Preis von 2.795 Euro nur eine Variante mit MIMO-WLAN-ac sowie Bluetooth 4.1 geben. Mit schneller Konnektivität für unterwegs hätte sich Porsche Design noch etwas mehr von der Masse absetzen und die Mobilität des Produkts unterstreichen können.

Dem neu gegründeten Porsche Design Computing gelingt trotzdem ein erstaunlich guter Einstieg in ein stark umkämpftes Segment. Das Book One ist hinsichtlich der Betriebsmodi vielfältiger aufgestellt als das Surface Book. Die Scharnier-Konstruktion ist überlegen, da beide Hälften des Gerätes flach aufeinander liegen können. Microsoft punktet mit einem sinnvolleren Displayformat und den besseren Eingabegeräten, Porsche Design bietet im Gegenzug mehr Anschlüsse. Aufgrund der geringen Marktpräsenz von Porsche Design in der IT-Welt wird das Book One wahrscheinlich aber eine Randerscheinung bleiben, obwohl das Potenzial für mehr da ist.