Skyhawk: SanDisks erste NVMe-SSDs für Cloud-Server

Michael Günsch 13 Kommentare
Skyhawk: SanDisks erste NVMe-SSDs für Cloud-Server
Bild: Western Digital

Zur Beschleunigung von Cloud-Servern schickt Western Digital die ersten NVMe-SSDs der Marke SanDisk in den Markt. Skyhawk lautet der Name der Serie, die bis zu 3,84 TByte Speicherplatz in einem hohen 2,5-Zoll-Gehäuse bietet. Über den U.2-Anschluss mit PCIe 3.0 x4 sollen in der Spitze 1.700 MiB/s und 250.000 IOPS erreicht werden.

Auch die Cloud braucht schnelleren Massenspeicher

Das weltweite Datenaufkommen wächst rasant und erfordert nicht nur immer mehr Speicherplatz, sondern auch Leistung, um die Daten zügig verfügbar zu machen. Hier kommen SSDs zur Beschleunigung von Zugriffen ins Spiel. Auch bei Servern gewinnt die neue Generation von PCIe-SSDs mit NVMe-Protokoll an Bedeutung, bieten diese doch deutlich mehr Leistung als herkömmliche SATA-Modelle. Im SanDisk-Blog erklärt Sr. Product Line Manager Hari Thiagarajan, dass Server bereits in einigen Jahren PCIe-SSDs mit U.2-Port und NVMe in gleicher Zahl wie aktuell SATA-SSDs unterstützen werden. Der Generationswechsel ist im vollen Gange, für SanDisk wird es somit höchste Zeit.

SanDisk Skyhawk
SanDisk Skyhawk (Bild: Western Digital)
SanDisk Skyhawk Ultra
SanDisk Skyhawk Ultra (Bild: Western Digital)

Skyhawk Standard und Skyhawk Ultra

Die Skyhawk-Familie wird in zwei Varianten angeboten, die sich in Haltbarkeit, Leistung und Speicherplatz unterscheiden. Die Standardversion bietet Platz für 1.920 oder 3.840 GByte Daten und erreicht sequenzielle Transferraten von 1.500 MiB/s lesend respektive 1.170 MiB/s schreibend. Die Haltbarkeit wird mit 0,6 respektive 0,5 Drive Writes Per Day (DWPD) angegeben – so oft lässt sich das Laufwerk innerhalb der 5-Jahres-Garantie täglich mit Daten füllen. Die Variante Skyhawk Ultra bietet weniger nutzbaren Speicherplatz (1.600 GB oder 3.200 GB), aber dafür mehr Reservespeicher. Dadurch steigt die Haltbarkeit auf 1,7 respektive 1,2 DWPD an. Zudem ist die Ultra-Version mit bis zu 1.700 MiB/s lesend und 1.200 MiB/s schreibend schneller und liefert auch mehr IOPS beim wahlfreien Schreiben. Die Leistung ist verglichen mit High-End-Modellen nicht besonders hoch, dafür fällt die Leistungsaufnahme mit 10,5 Watt bei „typischer“ Aktivität und 5,6 Watt bei Inaktivität moderat aus.

MLC-Flash und Server-Ausstattung

Mit Details zu den eingesetzten Chips hält sich SanDisk bedeckt. Der Speicher wird als „15nm MLC“ beschrieben, was auf die jüngste 2D-NAND-Generation in der MLC-Version mit 2 Bit pro Speicherzelle hinweist. Zudem ist die Rede von einem neuen „high-performance PCIe Gen 3 SSD controller“, Hersteller und Typ werden jedoch nicht verraten. Wie es sich für Enterprise-SSDs für den Server-Einsatz gehört, bieten die Datenträger Hot-Swap- und Hot-Plug-Support für schnellen Wechsel sowie eine Powerloss-Protection zum Schutz vor Datenverlust bei Stromausfall. Hier führt der Hersteller unter dem Begriff Guardian Technology geführte Maßnahmen an, die auch für eine Verlängerung der Haltbarkeit sorgen sollen.

Spezifikationen und Verfügbarkeit

Weitere Details halten die Produktseiten bereit. Wie in diesem Segment üblich, werden Preise nicht öffentlich kommuniziert. Testmuster für OEMs stehen zur Verfügung, die Verfügbarkeit wird im zweiten Quartal 2017 erwartet.

Skyhawk Skyhawk Ultra
Formfaktor 2,5 Zoll (15 mm hoch) mit U.2-Anschluss
Schnittstelle PCIe 3.0 x4
Protokoll NVMe 1.2
Kapazitäten 1.920 GB / 3.840 GB 1.600 GB / 3.200 GB
Seq. Lesen (128K, QD128, max.) 1.500 MiB/s 1.700 MiB/s
Seq. Schreiben (128K, QD128, max.) 1.170 MiB/s 1.200 MiB/s
Random Read (4K, QD128, max.) 250.000 IOPS
Random Write (4K, QD128, max.) 47.000 IOPS 83.000 IOPS
Random R/W Mix 70/30 (4K, QD128, max.) 99.000 IOPS 150.000 IOPS
UBER* 1 in 1017
DWPD** (JESD-219) 0,6 / 0,5 1,7 / 1,2
Garantie 5 Jahre
Leistungsaufnahme typ. Aktivität: 10,5 W
Idle: 5,6 W
*Uncorrectable Bit Error Rate
**Drive Writes Per Day