DLC fürs Auto: BMW Connected schaltet Features nachträglich frei

Nicolas La Rocco 101 Kommentare
DLC fürs Auto: BMW Connected schaltet Features nachträglich frei
Bild: BMW

Der Funktionsumfang von BMW Connected soll ausgebaut werden und sich in Zukunft nicht mehr nur digitalen Services widmen, sondern auch Hardware-Upgrades innerhalb des Fahrzeugs ermöglichen. Der DLC fürs Automobil ist nur noch eine Frage der Zeit.

BMW denkt spätestens seit dem letztjährigen Autosalon Paris darüber nach, BMW Connected für die Freischaltung ab Werk verbauter Hardware-Funktionen zu verwenden, die zum Kauf des Fahrzeugs noch deaktiviert sind. Diese Idee hatte BMW zum Beispiel in einem Interview mit TechStage im Herbst des letzten Jahres geäußert.

Sportliche Lenkung per Firmware-Upgrade

Zum MWC 2017 in Barcelona konkretisierte BMW dieses Vorhaben. Dieter May, Senior Vice President Digital Services and Business Models bei der BMW Group, sagte im Gespräch mit ComputerBase, dass das nachträgliche Freischalten von Funktionen derzeit konkret an der Lenkung des Fahrzeugs erprobt werde. Auf Basis derselben Servolenkung könne im Nachhinein etwa ein Sportmodus erworben und per Firmware-Update aufgespielt werden. Aufseiten der Hardware müsste für solch ein Update nichts verändert werden.

Das nachträgliche Freischalten von Funktionen ist für BMW vor allem dann sinnvoll, wenn das benötigte Bauteil nur in einer Variante im Pkw verbaut wird. Im letzten Jahr hatte es auch die Überlegung gegeben, etwa die Sitzheizung auch ohne Auswahl der Sonderausstattung zu verbauen und per Software zu aktivieren. In kalten Wintertagen hätte der BMW-Besitzer diese dann für einige Stunden kostenfrei ausprobieren und sich auf Basis der gewonnenen Erfahrung für oder gegen den Kauf entscheiden können.

Hintergrund zu BMW Connected

BMW Connected ist seit August des letzten Jahres in Deutschland erhältlich, die benötigte App war zunächst nur für iOS verfügbar, mittlerweile gibt es sie auch für Android. Priorität bei der Entwicklung hat aber iOS, dessen App üblicherweise eine Generation neuer ist. Mit Hilfe der BMW Open Mobility Cloud auf Basis von Microsofts Azure kann BMW Connected zum Beispiel das Adressbuch, den Kalender oder andere über das Smartphone abgewickelte Services mit dem Automobil verknüpfen, zum Beispiel zur intelligenten Routenführung auf Basis von Kalendereinträgen. Mit BMW Connected lassen sich auch die Fenster des Autos öffnen und schließen, Türen verriegeln, die Hupe auslösen oder der Ladezustand des Pkw-Akkus einsehen.