Corsair One Pro im Test: Gaming-PC mit zwei Waküs im Alu-Turm

Jan-Frederik Timm 58 Kommentare
Corsair One Pro im Test: Gaming-PC mit zwei Waküs im Alu-Turm

Corsair hat es Anfang Februar selbst bereits verraten: Mit dem Corsair One steigt der Hersteller in den lukrativen Markt kompakter Gaming-PCs ein. Das erste Gerät dieser Art ist der schlanke Corsair One. ComputerBase hat das Modell Corsair One Pro mit Core i7-7700K, GeForce GTX 1080 und zwei Waküs zum Marktstart im Test.

Das ist Corsair One

Das Komplettsystem Corsair One ist ein schlanker Gaming-PC im zylindrischen Aluminium-Gehäuse. Mit aktueller Hardware in Form von Intel Core i7-7700K und wahlweise Nvidia GeForce GTX 1070 oder GeForce GTX 1080 richtet sich das System an Spieler, die zwar ein Komplettsystem kaufen, aber dafür nicht auf ein Modell von der Stange oder einen klobigen Rechner zurückgreifen möchten.

Drei Modelle gibt es vom Corsair One zum heutigen Marktstart, die sich in der verwendeten Grafikkarte, deren Kühlung sowie dem eingesetzten Speicher unterscheiden. Die Version ohne HDD soll es allerdings nur bei ausgewählten Online-Händlern in den USA geben.

Corsair One Corsair One Pro Corsair One Pro*
CPU Intel Core i7-7700K
CPU-Kühlung AiO-Wakü
GPU Nvidia GeForce GTX 1070 Nvidia GeForce GTX 1080
GPU-Kühlung Luft AiO-Wakü + Luft (VRM)
Mainboard Z270, Mini-ITX
RAM 16 GB DDR4-2.400 (2 × 8 GB)
SSD/HDD 240 GB / 1 TB 480 GB / 2 TB 960 GB / –
Netzteil Corsair SF400, 400 Watt, SFX
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit)
Garantie Zwei Jahre Pick-up and Return
Preis 1.999,90 Euro 2.499,90 Euro ?
* Nur in ausgewählten Online-Stores in den USA erhältlich, entspricht dem Testmuster.

Individualität verleiht dem Corsair One neben seinem hochwertigen und in der Form einzigartigen Gehäuse das Kühlsystem: In den Varianten mit GeForce GTX 1080 kommen gleich zwei Wasserkühlungen zum Einsatz – eine für die GPU und eine für die CPU.

Als wir Corsair One entworfen haben, hatten wir ein Ziel: Den schnellsten, leisesten und kleinsten PC zu entwickeln, der keine Kompromisse in der Handhabung oder beim Aufrüsten eingeht.

Corsair zum Corsair One

Alternativen zu Corsair One?

Oberflächlich am ehesten vergleichbar ist Corsairs erstes Komplettsystem mit der Vortex-Serie von MSI, die unter den zylindrischen Gaming-PCs damit erstmals Konkurrenz erhält. Beide nutzen ein zylindrisches Gehäuse, beide Intel Core i7-7700K und Nvidia GeForce GTX 1080. Doch der genaue Blick zeigt: Die Unterschiede überwiegen, nicht nur beim Kühlsystem.

Die Technik im Detail

Schon hinter den vermeintlich gleichen Eckdaten von Corsair One Pro und MSI Vortex G65VR 7RF steckt bei genauer Betrachtung nicht dasselbe Modell.

Corsair setzt zu 100 Prozent auf Desktop-Komponenten

Corsair bewirbt das One mit dem Einsatz von Standardkomponenten für Desktop-PCs, die sich einfach tauschen lassen. Und das trifft auch auf die verbaute Grafikkarte zu. Während MSI im Vortex die mobile (und verlötete) GeForce GTX 1080 verbaut, steckt im Corsair One Pro die Desktop-Grafikkarte MSI GeForce GTX 1080 Seak Hawk. Corsair verkauft dasselbe Modell als Corsair Hydro GFX GTX 1080. Die Grafikkarte nutzt das PCB der GeForce GTX 1080 Founders Edition, erlaubt aber höhere Taktraten. Die Kühlung der GPU erfolgt per Wasser, die der VRM unterstützend per Luft.

Zwei AiO-Waküs im Corsair One Pro

Im Corsair One Pro hat Corsair der Grafikkarte allerdings nicht nur die Kühlerverkleidung genommen, sondern auch die All-in-One-Wasserkühlung mit dem 120-mm-Radiator. Stattdessen kommt ein 240-mm-Radiator zum Einsatz, der nur semi-passiv durch den magnetisch gelagerten 140-mm-Lüfter im Deckel belüftet wird. Dasselbe gilt für die CPU, die spiegelverkehrt über denselben semi-passiv betriebenen Radiator verfügt. Zwei Wasserkühlungen klingen erst einmal imposant, der geringe Lamellenabstand der Radiatoren ist für die indirekte Belüftung allerdings in der Regel nicht von Vorteil.

MSI wiederum nutzt im Vortex einen 160-mm-Lüfter im Deckel und hat klassische Luftkühler ohne Lüfter auf CPU und GPU platziert. Im Endeffekt sitzen die Radiatoren der Wasserkühlungen im Corsair One an vergleichbarer Stelle.

Z270-Mainboard von MSI

Auch das Mainboard „Z270I Corsair One“ (MS-7A66) setzt mit Mini-ITX auf einen bekannten Standard und ist nur insofern eine Sonderanfertigung, als dass es von einer Z270-Platine von MSI abgeleitet wurde und im One beispielsweise nicht mehr das Logo dieses Herstellers trägt. Auch CPU, Speicher, SDD und Netzteil: Alle Komponenten sind für Desktop-PCs auch einzeln im Handel verfügbar.

Beim Netzteil nutzt Corsair das SFX-Modell SF400 mit 400 Watt Nennleistung. Im Test des Corsair SF450 hatte ComputerBase die Serie als Meilenstein für den Formfaktor bezeichnet. Bei der SSD kommt in jedem Fall die Corsair Force LE mit SATA-Schnittstelle im 2,5-Zoll-Gehäuse zum Einsatz, ein eventuell verbaute HDD liegt ebenfalls im 2,5-Zoll-Format vor und wird im Boden verbaut. Den unzugänglichen M.2-Anschluss auf der Rückseite des Mainboards nutzt Corsair nicht.

12,0 zu 6,5 Liter Volumen

Grafikkarte, Mainboard und Kühlung weichen beim Corsair One deutlich vom MSI Vortex ab, dasselbe gilt für das Erscheinungsbild als solches. Beide sind zwar zylindrisch gestaltet, mit 200 × 180 × 380 Millimetern (B×T×H) ist das Corsair One aber annähernd quadratisch in der Grundfläche und fast 40 Zentimeter hoch. Das Vortex ist mit 203 × 192 × 278 mm etwas dicker aber zehn Zentimeter kleiner. Weil es an drei Stellen leicht eingewölbt ist und über einen Standfuß verfügt, fällt das Volumen mit 6,5 zu 12,0 Liter bei MSI signifikant kleiner aus.

Bei den Anschlüssen verzichtet Corsair auf Thunderbolt 3, bietet dafür aber vollwertige DisplayPorts und einmal HDMI sowie USB 3.0 an der Front.

Corsair One MSI Vortex
USB 2.0 Typ A 2
USB 3.0 Typ A 4 (dv. 1 Front) 4
USB 3.1 Typ C 1
Thunderbolt 3 (USB Typ C) 2
HDMI 2.0 2 (dv. 1 Front) 2
DP 1.4 2 2 (mini)
Ethernet 1 2

Kein RGB-LED für den gediegenen Auftritt

Auf eine RGB-LED-Beleuchtung hat Corsair nach eigener Aussage bewusst verzichtet: Das hätte nicht zum Premium-Charakter des leisen Systems gepasst. Eine andere Farbe als das vorgegeben Türkis können Anwender auch dauerhaft deshalb nicht auswählen.

LED-Beleuchtung bei Dunkelheit
LED-Beleuchtung bei Dunkelheit

Der derzeit günstigste Zylinder-Gaming-PC am Markt

Auch beim Preis gibt es einen Unterschied: Corsair will für Corsair One Pro mit Core i7-7700K, GeForce GTX 1080, 480 GB SSD, 2 TB HDD und doppelter Wakü 2.499,90 Euro haben, bei MSI sind es für dieselbe CPU und Grafikkarte mit 256 GB großer SSD und 1 TB großer HDD 2.999 Euro und damit 500 Euro mehr.

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