Münchener U-Bahn: LTE-Netz auf gesamter Strecke mit 50 Mbit/s fertiggestellt

Nicolas La Rocco 60 Kommentare
Münchener U-Bahn: LTE-Netz auf gesamter Strecke mit 50 Mbit/s fertiggestellt
Bild: Stadt München

Im Münchener U-Bahn-Netz steht ab sofort flächendeckend LTE mit bis zu 50 Mbit/s zur Verfügung. Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone haben das unterirdische Netz in Kooperation mit der Münchner Verkehrsgesellschaft und den Stadtwerken München aufgebaut. Die Fertigstellung war ursprünglich erst bis Ende 2017 geplant.

LTE-Netz seit Mittwoch in der Umschaltphase

Kunden der drei großen deutschen Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone können im Münchener U-Bahn-Netz ab sofort mit deutlich besserem Empfang und soliden LTE-Datenraten rechnen. Das LTE-Netz ist seit diesem Freitag einsatzbereit, nachdem am Mittwoch mit der Umschaltphase begonnen worden war.

Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone erweitern Netz

Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone nutzen in der U-Bahn von München den 1.800-MHz-Frequenzbereich und erreichen bis zu 50 Mbit/s im Downstream. An den zentralen Bahnhöfen sollen in den kommenden Monaten weitere Kapazitäten im 2.600-MHz-Frequenzbereich geschaffen werden. Der Ausbau ist laut offiziellem Stadtportal der Stadt München für den Hauptbahnhof, Karlsplatz (Stachus), Marienplatz, Odeonsplatz und das Sendlinger Tor geplant. Für den Verlauf des Jahres 2018 wird eine Geschwindigkeit im Downstream von bis zu 150 Mbit/s anvisiert.

Für den aktuellen Umbau wurde das bereits bestehende Mobilfunknetz der Münchener U-Bahn, das 2G und 3G über mehr als 200 Funkzellen zur Verfügung stellt, mit LTE auf 108 Sendeeinheiten erweitert. Wie Vodafone berichtet, habe der Ausbau der Infrastruktur unter Federführung des Düsseldorfer Konzerns stattgefunden.

Die Ausrüstung der U-Bahn mit modernster Mobilfunktechnik war eine logistische Herausforderung. Die unterschiedliche Beschaffenheit der Tunnelwände musste in der Planung ebenso berücksichtigt werden wie die Krümmung der Tunnelröhren. Der Ausbau des LTE-Netzes erfolgte im laufenden Betrieb. Viele Arbeiten wurden in der kurzen Betriebspause zwischen zwei und vier Uhr nachts erledigt.

Vodafone

In Berlin hakt es noch

München reiht sich mit dem LTE-Ausbau nach Großstädten wie Frankfurt am Main oder Köln ein, die im Untergrund ebenfalls schnellen Mobilfunk der drei großen Anbieter realisiert haben. Weißer Fleck auf der Landkarte ist ausgerechnet die Bundeshauptstadt. In Berlin steht schnelles LTE ausschließlich Kunden von Telefónica zur Verfügung. Deutsche Telekom und Vodafone haben in der Vergangenheit aber Interesse an einem Ausbau bekundet. Auf den größten und meistfrequentierten U-Bahnhöfen betreiben die Berliner Verkehrsbetriebe seit geraumer Zeit öffentliche WLANs mit guter Anbindung.