DKnight Big MagicBox im Test: Lauter Zylinder mit solidem Klang

Michael Schäfer 61 Kommentare
DKnight Big MagicBox im Test: Lauter Zylinder mit solidem Klang

tl;dr: Die Big MagicBox von Dknight ist ein gut verarbeiteter Allrounder mit solidem Klang und eine effektive Lösung, wenn es um die laute Beschallung von Räumen geht. Darunter leistet er jedoch nur gewöhnliche Kost, welche andere Lautsprecher zu einem günstigeren Preis bieten – wenn auch nicht in der Lautstärke.

Solide Verarbeitung im Metallgehäuse

Optisch liefert die Big MagicBox mit ihrer zylindrischen Bauweise ein durchaus ansprechendes Bild, auch wenn der Lautsprecher sich mit seinen kompakten Maßen von 171 × 70 × 70 Millimetern alles andere als groß präsentiert. Das Gewicht hält sich mit rund 425 Gramm ebenfalls in Grenzen, durch die Gestaltung lässt sich der Lautsprecher zudem sowohl liegend als auch stehend verwenden.

Die Fertigung des stabil wirkenden Gehäuses in einer Kombination aus Metall, Kunststoff und Gummi lässt keine Wünsche offen – was bei einem Straßenpreis von rund 60 Euro auch zu erwarten ist. Über die oben angebrachten gummierten Steuertasten lässt sich die Musikwiedergabe in den grundlegenden Funktionen auch ohne Smartphone steuern, seitlich sind hinter einer gummierten Lasche Anschlüsse für das Micro-USB-Kabel und den 3,5-mm-Klinkenstecker zu finden. Diese sind rund um den ebenfalls geschützten Ein-/Ausschalter angebracht. Die beiden Kabel bilden nebst einer kurzen Gebrauchsanleitung zudem das einzige mitgelieferte Zubehör – für ein Netzteil muss der Käufer also selbst sorgen.

Auch wenn es zunächst einen anderen Anschein hat, so ist die Big MagicBox nicht vor Wasser geschützt – dies sollte bei Nutzung im Freien beachtet werden. Eine Wiedergabe von Musik über Speicherkarten oder USB-Sticks ist aufgrund fehlender Schnittstellen nicht möglich.

DKnight Big MagicBox – auch stehend verwendbar
DKnight Big MagicBox – auch stehend verwendbar

Nicht ganz störungsfreies Bluetooth

Die Verbindung mit anderen Geräten via Bluetooth 4.0 geht trotz fehlenden NFCs leicht und schnell von der Hand. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Klinkenstecker nicht verwendet wird, da dieser die Bluetooth-Funktion des Lautsprechers deaktiviert. Das A2DP-Profil wird vom Hersteller nicht ausgewiesen, eine Möglichkeit zur Kopplung zweier Lautsprecher zu einem Stereo-Set ist ebenso nicht möglich.

Die maximale Reichweite der Bluetooth-Verbindung wird vom Hersteller mit rund 40 Metern angegeben, welche jedoch selbst mit diversen Quellen im Test nicht erreicht wird – je nach Gerät war nach 20 bis 25 Metern Schluss. In geschlossenen Räumen schrumpft die Entfernung noch einmal deutlich, eine normale Steinwand zwischen beiden Geräten reicht schon für eine nicht mehr störungsfreie Wiedergabe aus.

DKnight Big MagicBox im Test
DKnight Big MagicBox im Test
DKnight Big MagicBox im Test
DKnight Big MagicBox im Test

Guter Klang aus verschiedenen Quellen

Durch „spezielle Erweiterungstechnologien“ soll der Lautsprecher über eine besonders gute Klangausgabe verfügen, doch bleibt der Hersteller eine Erklärung schuldig, worin diese Ergänzungen liegen und was sie bewirken sollen. Natürlich darf von Lautsprechern dieser Art kein Hi-Fi-Klang erwartet werden, dennoch liefert die Big MagicBox mit den beiden Treibern, welche jeweils eine Leistung von zehn Watt bieten und einen Frequenzbereich von 90 Hz bis 20.000 Hz abdecken, eine solide Vorstellung. Beide Klanggeber sorgen für eine größtenteils verzerrungsfreie Wiedergabe, erst ab rund drei Viertel der möglichen Lautstärke gelangt der Lautsprecher hörbar an den Rand seiner Möglichkeiten. Verzerrungen halten sich zwar dann immer noch in Grenzen, dennoch verliert der Lautsprecher deutlich an Dynamik und vermittelt den Anschein, als wenn dieser versuche, gegen eine unsichtbare Wand anzuspielen. Zu diesem Zeitpunkt erreicht die Big MagicBox jedoch bereits ein Lautstärkeniveau, mit dem sich auch eine Party gut beschallen lässt.

Einen kleinen Vorteil bringt das Verbinden der Quelle per Klinkenstecker, hierbei ist ein Anstieg in der Klangqualität zu beobachten. Dies zeigt erneut die Schwachstellen des Bluetooth-Systems durch die damit verbundene Datenreduktion.

Trotz der genannten positiven Eigenschaften bleibt der Lautsprecher dennoch hörbar hinter den Werbeversprechungen zurück: Der Mitteltonbereich ist noch sehr ausgeprägt, aber schon den Höhen fehlt das letzte Stück Brillanz, was den Lautsprecher im Vergleich zu anderen Vertretern etwas dumpf erscheinen lässt. Noch deutlicher zeigt sich die Diskrepanz im Bassbereich, welcher, natürlich auch der Treibergröße geschuldet, nur bedingt wahrnehmbar ist. Dieser kann zwar über das jeweilige Quellgerät erhöht werden, aber bereits eine geringe Steigerung reicht für ein hörbares „Pumpen“ aus.

Auch wenn der Hersteller dem System also mehr zuspricht, als dieses zu halten vermag, bietet die Big MagicBox für den anvisierten Preis einen guten Klang bei hoher Lautstärke.

Bluetooth-Steuerung und seltsam agierende Lautstärkeregelung

Die Steuerung via Bluetooth agiert im Test schnell und zuverlässig, die Lautstärkeregelung verhält sich teilweise jedoch eigenwillig: Die Ausgabe auf der kleinsten Stufe erscheint recht laut, besonders wenn direkt aus dem Stummmodus gewechselt wird. Auf der zweiten Stufe fällt die Lautstärke wiederum deutlich zurück und es macht den Eindruck, als wenn das System beide Abstufungen vertauscht hätte. Ab der dritten Lautstärkestufe verhält sich der Lautsprecher dann zwar normal, aufgrund der niedrigen Lautstärke der vorherigen Stufe fällt der Zuwachs an Leistung aber umso deutlicher aus. Dieses Verhalten lässt sich an verschiedenen Quellgeräten reproduzieren.

DKnight Big MagicBox – grundlegende Bedienung durch gummierte Tasten
DKnight Big MagicBox – grundlegende Bedienung durch gummierte Tasten

Neben der Wiedergabe von Musik verfügt der Lautsprecher auch über eine Telefonfunktion in Form einer Freisprechanlage. Diese nimmt durch Betätigen der entsprechenden Taste eingehende Anrufe entgegen und beendet sie. Die Funktion eignet sich durchaus für kurze Gespräche, der Abstand zum Gerät sollte dabei aber nicht zu groß sein.

Lange Akkulaufzeit und fehlendes Stromsparen

DKnight verspricht für den Lautsprecher eine Laufzeit von bis zu zwölf Stunden. Diese steht natürlich in direkter Abhängigkeit von dem verwendeten Quellgerät, der Verbindungsqualität sowie der gewählten Lautstärke. Im Test kommt dieser Wert der Realität bei einem Mix aus verschiedenen Lautstärkestufen recht nahe, bei einer durchgehend leisen Wiedergabe könnte die angegebene Laufzeit übertroffen werden. Eine automatische Abschaltung bei nicht vorhandener Drahtlosverbindung fehlt dem Klanggeber jedoch – so bietet sich der Lautsprecher knapp zwei Stunden für eine Verbindung zu einem Quellgerät an, ohne sich zu deaktivieren.

Ein entsprechendes Netzteil vorausgesetzt, kann der 4.000 mAh umfassende Akku innerhalb von drei bis vier Stunden komplett aufgeladen werden.

Fazit und Alternativen

Die Big MagicBox ist ein zweischneidiges Schwert. Sucht der Käufer vor allem nach einer lauten, aber dennoch günstigen Lösung zur Raumbeschallung für gesellschaftliche Anlässe, ist der Lautsprecher zu einem aktuellen Preis um die 60 Euro eine gute Wahl. Steht diese jedoch nicht im Vordergrund sollte unter anderem der SoundCore von Anker mit in die engere Wahl gezogen werden. Mit seinen 2 x 3 Watt kommt dieser zwar nicht annähernd an die Leistung des DKnight heran, verfügt jedoch über eine ähnliche Basswiedergabe und zudem über etwas ausgeprägtere Höhen. Mit einem Straßenpreis von rund 40 Euro stellt dieser somit eine günstige Alternative zur Big MagicBox dar. Legt der geneigte Hörer dagegen mehr Wert auf einen kräftigen Bass, ist der Heavy Metal HX-P920 von JAM einen Blick wert – auch wenn dieser im Test auf ComputerBase hörbare Verzerrungen bei leiser Wiedergabe aufweist und sich deshalb eher für mittlere bis hohe Lautstärken empfiehlt.

DKnight Big MagicBox im Test
DKnight Big MagicBox im Test

Trotz der Kritikpunkte präsentiert sich die Big MagicBox als guter Allrounder.

Noch mehr Bluetooth-Lautsprecher finden sich im großen ComputerBase-Test.

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