AMD Threadripper: Diese Wasserkühler für TR4 sind in Planung

Thomas Böhm 46 Kommentare
AMD Threadripper: Diese Wasserkühler für TR4 sind in Planung
Bild: Facebook-Präsenz von EKWB

AMD Threadripper ist da. Im Moment sind die Kühlungsoptionen für den neuen Sockel TR4 aber noch begrenzt. Das soll sich in den nächsten Wochen und Monaten ändern: Für die schon im Werkszustand mit einer enormen TDP von 180 Watt angegebenen Prozessoren lohnt sich eine ausgewachsene Wasserkühlung. Das sehen die Hersteller genauso.

Große Kühler für große Prozessoren

AMD nutzt für Threadripper mehrere einzelne Ryzen-Prozessoren unter einem Heatspreader. Zwar sind die Dies des Multi-Chip-Moduls mit dem Heatspreader verlötet, was die Wärmeübertragung im Vergleich zu Intels aktuellen High-End-Prozessoren auf Sockel 2066 wesentlich besser macht – dennoch muss die Abwärme zweier Prozessoren des Typs Ryzen R7 auf einmal abtransportiert werden. Ein Kompatibilitätsproblem kommt durch die größere Fläche der Threadripper-CPUs hinzu, weshalb für den Sockel TR4 neue Kühler entwickelt werden müssen. Aus der Fraktion der Luftkühler hat Noctua bereits mehrere Modelle angekündigt, doch vor Ende August kann auch damit nicht gerechnet werden.

X399-Mainboard mit Thermaltake-AiO
X399-Mainboard mit Thermaltake-AiO

AMD selbst hat sich für den Auftakt der Threadripper-CPUs für Kompaktwasserkühlungen entschieden und stattet die Boxed-Versionen der Prozessoren mit Halterahmen für die aktuellste Iteration der Asetek-Systeme aus, welche unter anderem von Arctic, Cryorig und Fractal Design vertrieben werden. Die Pumpen-/Kühlereinheit von Asetek deckt aber noch immer nicht den gesamten Heatspreader eines Threadripper ab. Enermax hat daher eine Neuentwicklung angekündigt. Die LiqTech TR4 ist eine AiO-Wasserkühlung, die den gesamten Heatspreader der neuen HEDT-Prozessoren von AMD bedeckt.

Der Status Quo für Custom-Wasserkühlungen

Auch ausgewachsene Custom-Wasserkühlungen sollen die Option bekommen, einen Threadripper in den Kreislauf zu integrieren. In alphabetischer Reihenfolge macht Alphacool den Anfang und will zunächst den aktuellen CPU-Wasserkühler Eisblock XPX (Test) mit einem passenden Montagekit für TR4 versorgen. Da der Kühlblock wie die meisten Wasserkühler über eine große CPU-Auflagefläche verfügt, wird damit laut Hersteller bereits fast die gesamte CPU abgedeckt.

Während dieses Kit schon kurz nach dem Marktstart von Threadripper folgen soll, muss auf die Neuentwicklung für große Prozessoren noch etwas länger gewartet werden. Der Eisblock Flatboy wird auf eine neue, für besonders großflächige CPUs ausgelegte Struktur setzen. Dabei handelt es sich nicht nur um einen reinen CPU-Kühler – wie beim Eiswolf GPU-Kühler wird eine Pumpe integriert sein, die auf der Reverse-Flow-Technik basiert, welche Alphacool schon bei den Silent-Loop-Kompaktwasserkühlungen für den Partner be quiet! verbaut. In den Handel soll der Flatboy im vierten Quartal des Jahres gelangen.

CPU-Kühlblöcke und kombinierte VRM-Kühlung

Aqua Computer hat Umrüst-Kits für Threadripper in Produktion. Auch hier ist der Hersteller optimistisch, was die Kühlleistung des aktuellen Cuplex Kryos Next auf den neuen AMD-Prozessoren angeht, denn die Abdeckung der Die-Flächen unter dem Heatspreader von Threadripper soll beim Cuplex Kryos Next (Test) schon recht gut ausfallen. Etwas mehr Geduld müssen Käufer aufbringen, die eine für Threadripper komplett überarbeitete Version des CPU-Wasserkühlers erwerben möchten. Der deutsche Hersteller ist aktuell noch in der Entwicklungsphase, rechnet aber mit einer Markteinführung bis Oktober des Jahres.

EK Water Blocks: Bodenplatte des Wasserkühlers für Threadripper
EK Water Blocks: Bodenplatte des Wasserkühlers für Threadripper (Bild: Facebook-Präsenz von EKWB)

EK Water Blocks schlägt bereits fleißig auf Facebook die Werbetrommel: Sowohl Monoblöcke, die neben der CPU auch die Spannungswandler eines X399-Mainboards kühlen, als auch eine Threadripper Edition des EK Supremacy Evo (Test) werden (durchsetzt von Appetithappen für Vega-Wasserkühler) angepriesen. Genaue Termine für den Marktstart fehlen noch, doch erfahrungsgemäß gehört EKWB zu den schnellsten Herstellern im Bereich Wasserkühlung.

Update 19:39 Uhr

Pünktlich zur Veröffentlichung gibt es von EKWB nun alle Details zum EK Supremacy Evo Threadripper Edition. Die Bodenplatte des Kühlers wächst im Vergleich zum normalen Supremacy Evo um 10 Millimeter in die Länge, um den Heatspreader eines Threadripper vollständig zu bedecken. Der vernickelte Kupferkühler erscheint mit Abdeckung aus Kunststoff (Acetal oder Plexiglas) zum Preis von 67,95 Euro und als Version mit Deckel aus vernickeltem Kupfer für 86,95 Euro. Das Montagekit für die Sockel TR4 und SP3 ist vormontiert, so dass die Kühler durch ein simples Festdrehen von vier Schrauben montiert werden können. Die Auslieferung soll am 18. August starten.

Der Heatkiller IV wird ebenfalls neu aufgelegt

Mit dem Heatkiller IV (Test) folgt ein weiterer Wasserkühler aus Deutschland, der eine Anpassung an TR4 erhält. Watercool plant, den Heatkiller IV ebenso wie Aqua Computer beim Cuplex Kryos Next per Montage-Kit Threadripper-tauglich zu machen. Dazu soll eine angepasste Version des Kühlkörpers erscheinen, welche die größeren Prozessoren zusätzlich im inneren Aufbau des Wasserkühlers berücksichtigt. Sowohl der neue und größere Heatkiller-CPU-Kühler für den Sockel TR4 als auch das Umrüstkit für den bestehenden Heatkiller IV sollen ab dem 06. September erhältlich sein.

Weitere Informationen zum Thema PC-Kühlung und Wasserkühlung bietet der Übersichtsartikel PC-Kühlung mit Luft und Wasser. Das Archiv hält Tests im Bereich Wasserkühlung bereit.