Crucial BX300 SSD im Test: Zur Samsung 850 Evo fehlt nicht viel 3/3

Michael Günsch 138 Kommentare

Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Crucial BX300 480 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 527 527 523 -1 %
Sequenzielles Schreiben 489 490 474 -3 %
4K Lesen 33 33 33 0 %
4K Schreiben 112 109 109 -3 %
4K 64Thrd Lesen 379 379 378 0 %
4K 64Thrd Schreiben 315 289 238 -24 %
Werte in MB/s

Die für Normalanwender wichtigen Abschnitte des AS SSD Benchmark werden auch im simulierten Extremfall nahezu mit der gleichen Leistung absolviert. Ein spürbarer Leistungseinbruch ist im Alltag damit auch bei fast randvollem Datenträger nicht zu erwarten. Das Schreiben mit 64 Threads bildet eine Ausnahme – sowohl beim Leistungseinbruch als auch noch viel mehr im normalen Alltag.

Leistungsbeständigkeit

Consistency Test (PCMark 8)

Im Consistency Test wird die Leistungsbeständigkeit nach hoher Belastung über einen längeren Zeitraum ermittelt. Der Test ist vorwiegend für Dauerlast relevant, wie sie bei Normalnutzern im Alltag kaum eintrifft.

Die BX300 absolvierte den Langzeittest mit Bravour. In den Phasen der höchsten Belastung (Degradation, Steady State) bewegt sich die Transferrate auf hohem SATA-Niveau und ist rund dreimal so hoch wie beim Vorgänger BX200. Auch die Samsung 850 Evo V2 wird locker abgehängt. Nur echte „Profimodelle“ wie die SanDisk Extreme Pro (Test) sind noch ein Stück besser und auf solche Lastszenarien ausgelegt. Doch gehören diese längst zum alten Eisen und werden von schnellen PCIe-SSDs mit NVMe auf die Plätze verwiesen.

IOPS im Zeitverlauf als Windows-Systemlaufwerk

In der Spitze rund 85.000 IOPS und ein hohes Leistungsniveau für rund 90 Sekunden liefert die BX300 im IOPS-Test mit wahlfreien Schreibzugriffen. Die BX200 wird damit abermals deklassiert, und auch die Samsung 850 Evo hat der Neuling in der Tasche.

Hinweis zum Diagramm: Bei Klick auf den Elementnamen in der Legende lassen sich Elemente ein- oder ausblenden.

Fazit

In dritter Generation kann die BX-Serie von Crucial wieder überzeugen. Die BX300 macht alles besser als die schwache BX200 und überrascht mit Speicher der gehobenen Klasse. Statt in der Einstiegsklasse üblichem TLC-Flash gehört der 3D-NAND dem Typ MLC an. Laut Spezifikation ist dieser doppelt so haltbar wie Microns TLC-3D-NAND.

Schrieb die BX200 Daten jenseits des SLC-Caches noch im Schneckentempo, liefert die BX300 auch nach dem Cache sehr hohe Transferraten. Zudem fällt der Zwischenspeicher mit 16 GB mehr als doppelt so groß aus. Mit Leseraten am SATA-Limit und einer Leistungsbeständigkeit der Oberklasse bewegt sich die Leistung auf hohem Niveau und oft deutlich oberhalb der Einstiegsklasse.

Mit diesem Leistungsniveau und teurerem MLC-Flash bestückt, wirkt die BX300 wie eine willkommene Wiedergutmachung nach der enttäuschenden BX200.

Nur in puncto Ausstattung (keine Verschlüsselung) und der relativ hohen Leistungsaufnahme im Leerlauf lässt sich Kritik üben. In diesen Punkten sowie mit zwei Jahren mehr Garantie ist die Samsung 850 Evo besser aufgestellt, kostet aber auch etwas mehr. Bei der Leistung sind beide in vielen Punkten aber ebenbürtige Gegner.

Crucial BX300 (480 GB)
Produktgruppe Solid State Drives, 29.08.2017
  • Leistung der SATA-Oberklasse
  • Haltbarer MLC-3D-NAND-Flash
  • Hohe Leistungsbeständigkeit
  • 160 TB TBW
  • Leistungsaufnahme im Leerlauf
ComputerBase-Empfehlung für Crucial BX300 (480 GB)

Preise & Verfügbarkeit

So viel kostet die BX300-Serie

Die getestete BX300 mit 480 GB besitzt eine unverbindliche Preisempfehlung von 152,90 Euro. Dies ist knapp 10 Euro weniger als bei der BX200 aus dem Jahr 2015. Seit dem letzten Jahr geriet der sonst kontinuierliche Preisverfall bei SSDs ins Stocken. Zuletzt haben sich die Preise aufgrund anhaltender Knappheit bei NAND-Flash sogar erhöht. So liegt die UVP der BX300 480 GB sogar oberhalb der MX300 mit 525 GB, die im Oktober 2016 für 139,90 Euro auf den Markt kam, allerdings aktuell im Handel mit 141 Euro mehr kostet als die damalige UVP.

Ein Termin für die Verfügbarkeit im hiesigen Handel liegt der Redaktion zur Stunde noch nicht vor. Dieser wird bei Bekanntwerden an dieser Stelle nachgetragen. Nachtrag: Die Crucial BX300 ist inzwischen direkt im Crucial-Shop sowie bei Amazon erhältlich.

120 GB 240 GB 480 GB 960 GB
BX300 60,90 € 90,90 € 152,90 €
BX200* 91,99 € 162,49 € 324,99 €
*UVP zur Markteinführung im November 2015

Es ist derzeit schwer einzuschätzen, ob die BX300 im Handel das Preisniveau der MX300 erreichen wird. Beim Preis pro Gigabyte hat die MX300 aufgrund mehr Speicherplatz (525 GB vs. 480 GB etc.) ohnehin einen Vorteil. Zudem ist der TLC-Speicher der MX300 günstiger in der Herstellung. Allerdings liefert die BX300 die deutlich bessere und konstantere Leistung sowie den haltbareren Speicher, was einen Aufpreis rechtfertigen würde. Die MX300 wiederum punktet mit mehr Ausstattung wie Verschlüsselungstechnik.

Crucial BX300 480 GB Crucial MX300 525 GB Samsung 850 Evo 500 GB
Preis 152,90 € (UVP) 141 € (Handel) 158 € (Handel)
Preis/GB 0,32 € 0,27 € 0,32 €
Leistung Oberklasse Mittelklasse Oberklasse
Verschlüsselung
Garantie 3 Jahre 5 Jahre
TBW 160 TB 150 TB

Bei der Leistung nahezu auf Augenhöhe mit der Samsung 850 Evo, ist die BX300 aber nicht ebenbürtig. Die 850 Evo bietet ihrerseits eine Datenverschlüsselung sowie zwei Jahre mehr Garantie und ist als Gesamtpaket immer noch die beste SATA-SSD für Verbraucher zum aktuellen Preis von knapp 160 Euro (500 GB).

ComputerBase gibt mit der SSD-Rangliste samt Benchmarks und Vergleich Empfehlungen als Hilfestellung beim SSD-Kauf.

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