Ryzen Threadripper vs. Core X im Test: 1900X und i7-7820X mit acht Kernen im Duell 5/5

Volker Rißka et al. 285 Kommentare

Preis-Leistungs-Verhältnis

AMD nennt für den Ryzen Threadripper 1900X einen UVP von 559 Euro, Intels Core i7-7820X ist laut Liste für 589 US-Dollar zu haben. Im Handel liegen beide Modelle auf Augenhöhe und sind zudem dank immer besserem Euro-Kurs gegenüber dem US-Dollar leicht im Preis gefallen: AMDs Acht-Kerner für das High-End-Segment gibt es für 540 Euro, acht Kerne bei Intel für 548 Euro.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Streudiagramm zeigt, wo mehr für das Geld bekommen wird. Dies bezieht sich in dem Fall auf Anwendungen, dem primären Einsatzgebiet der Prozessoren mit sehr vielen Kernen und Threads. Teure Prozessoren haben dabei klassisch einen schweren Stand, gibt es CPUs mit halber Kernzahl doch für bereits ein Drittel des Preises – folglich stehen sie im Diagramm viel besser da.

Fazit

Mehr Kerne zum gleichen Preis: Im Test von Ryzen Theadripper 1950X und 1920X hat AMD auf dieser Basis das Duell mit Skylake-X gewonnen. Bei gleicher Anzahl Kerne zum gleichen Preis verliert AMD hingegen das CPU-Duell, während das Plattform-Duell weiterhin gewonnen wird.

Wie das CPU-Duell ausgehen wird, war nicht erst klar, als Intel nach dem Desaster zum Start den Core i7-7820X auf eigenen Antrieb in die Redaktion schickte, während AMD den 1900X nicht bemustert hat (der Prozessor wurde letztendlich von Caseking.de zur Verfügung gestellt). Es war bereits bekannt, dass Rzyen in erster Generation gegen die Skylake-Architektur noch nicht ankommt. Ist dann auch noch der Takt von Intel sehr hoch gewählt, bleiben Ryzen mit gleich vielen Kernen nur die Rücklichter. Ryzen Threadripper 1900X steht für seinen hohen Preis (im Vergleich zu den anderen Ryzen) damit ein wenig auf verlorenem Posten und der preisgleiche Intel Core i7-7820X gewinnt am Ende in fast allen Belangen – außer bei der Ausstattung der Plattform. Dort spielt AMD in einer eigenen Liga.

AMD Ryzen Threadripper 1900X und Intel Core i7-7820X
AMD Ryzen Threadripper 1900X und Intel Core i7-7820X

Wenn der Acht-Kerner von Intel nicht künstlich verkrüppelt und von 44 auf 28 PCIe-Lanes gestutzt worden wäre, wäre die CPU in dieser Klasse nahezu unschlagbar. Doch bei fast 600 Euro für eine CPU ist die Kastrierung im Jahre 2017 fehl am Platz. Mit 44 Lanes würden auf Threadripper dann zwar immer noch einige PCIe-Lanes aus der CPU fehlen, doch der X299-Chipsatz bietet mit seinen zusätzlichen 24 PCIe-Lanes noch einige Anschlüsse mehr als die AMD-Plattform in dem Bereich, der Vergleich wäre halbwegs ausgeglichen. So trägt auch der zweitkleinste Skylake-X noch einen Makel mit sich umher.

Aber auch der kleinste Ryzen Threadripper hinterlässt am Ende ein gemischtes Bild. Er bietet die gleiche gute Leistung des Ryzen 7 1800X mit einem Funken mehr an Potential, doch der Aufpreis dafür ist gewaltig. Es sind rund 400 Euro zusätzlich, die für die CPU, das Mainboard aus sehr überschaubarem Angebot und zusätzlichen RAM investiert werden müssen. Potentiell ist die Plattform allerdings langlebiger.

Nur wer Anschlüsse und PCIe-Lanes ohne Ende braucht, greift damit am Ende zu Threadripper mit acht Kernen. Für alle anderen sind Ryzen 7 1800X, 1700X und 1700 (Test) mit acht Kernen mehr als gewappnet für die alltäglichen Herausforderungen.

X299 hat das Beta-Gewand abgelegt

Generell positiv zu vermerken ist für Skylake X im Vergleich zum Test des Core i9-7900X aus dem Juni: Mit den vergangenen BIOS-Updates wurden die eine oder andere Kinderkrankheit angegangen und unter anderem die Leistungsaufnahme im Leerlauf deutlich gesenkt. So ist der Acht-Kern-Skylake-X am Ende auch das deutlich effizientere und nicht mehr fehleranfälligere Gesamtpaket gegenüber dem Ryzen Threadripper 1900X.

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