Bidirektionale Mikrodisplays: VR-AR-Brille verfolgt per OLED-Displays auch die Augen

David Pertzborn 14 Kommentare
Bidirektionale Mikrodisplays: VR-AR-Brille verfolgt per OLED-Displays auch die Augen
Bild: Fraunhofer FEP

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) hat den Prototypen eines VR-AR-Headsets entwickelt, der die Augenbewegung des Nutzer über hochauflösende bidirektionale OLED-Mikro-Displays verfolgt, die auch das Bild für die Augen darstellen. Die Auflösung ist hoch.

Kleine Displays mit mehr als 3,5-facher Pixeldichte

Die zur Demonstration genutzten Headsets nutzen OLED-Mikrodisplays, die zwar nur eine Auflösung von 800 × 600 Pixeln pro Auge besitzen, dafür aber mit 16 mm Displaydiagonale im Vergleich zu beispielsweise 90 mm bei der Oculus Rift erheblich kleiner sind. Die Pixeldichte ist deshalb mehr als dreieinhalb Mal so hoch.

Ein OLED-Panel so groß wie das in der Oculus Rift aber mit der Pixeldichte dieses OLED-Mikrodisplays hätte fast die doppelte Pixelanzahl eines handelsüblichen UHD-Fernsehers. In einem VR Headset mit einem Display pro Auge gäbe es also die vierfache UHD-Auflösung mit 90 Bilder pro Sekunde zu berechnen um ein flüssiges Spielerlebnis zu ermöglichen. Auch für aktuelle Systeme ist das quasi unmöglich. Aber die Displays können noch mehr.

Der Bildschirm als Kamera

Neben den OLED-Pixeln sitzen Photodioden auf dem Chip. Damit kann der Bildschirm permanent aufnehmen, was vor ihm passiert, das ermöglicht Eye-Tracking, also das Verfolgen der Augenbewegungen des Trägers. Bei bisherigen Prototypen von Tobii oder SMI ist dazu eine zusätzliche Kamera im Headset nötig.

Die Information darüber, wohin der Nutzer gerade schaut, kann wiederum nicht nur zur Steuerung von Anwendungen oder der realistischeren Kommunikationen in der virtuellen Welt genutzt werden, sondern auch dabei helfen um nur den gerade betrachteten Bereich in maximaler Auflösung darzustellen. Des Weiteren liefert die Technologie die Grundlage für eine potentielle Augensteuerung, die zum Beispiel Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine alternative Eingabemöglichkeit liefert.

Zu sehen gibt es den Prototypen, der zusammen mit der Juniorprofessur für technisches Design der TU Dresden baulich so weiterentwickelt, dass er sowohl für AR- als auch VR-Anwendungen einsetzbar ist, erstmals auf der awe europe am 19. und 20. Oktober 2017 im MOC München.