X399-Mainboards: AMD bringt NVMe-RAID-Treiber für Threadripper

Michael Günsch 54 Kommentare
X399-Mainboards: AMD bringt NVMe-RAID-Treiber für Threadripper

AMD hat einen Treiber für X399-Mainboards zur Unterstützung von NVMe-SSD-RAID nachgereicht. Mit dem Treiberpaket und einem kompatiblen BIOS können bootfähige RAID-Verbünde aus NVMe-SSDs auf der Threadripper-Plattform erstellt werden. Einen Seitenhieb zu Intel gibt es obendrein.

NVMe-RAID-Treiber in zwei Ausführungen

AMD bietet den NVMe-RAID-Treiber sowohl in Form der RAIDXpert 2 Management Software (Direkt-Download) mit grafischer Oberfläche sowie als Standalone-Version (Direkt-Download) an. In beiden Fällen wird lediglich Windows 10 in der 64-Bit-Version bedient. Sollte ein SATA-RAID bestehen, muss dieses vor der Treiberinstallation aufgelöst werden, was eine Sicherung der Daten erfordert oder deren Verlust bedeutet. Auf diesen Umstand weist AMD deutlich hin und liefert weitere Hinweise zum Vorgehen in einem Support-Artikel.

AMD RAIDXpert 2 mit grafischer Oberfläche
AMD RAIDXpert 2 mit grafischer Oberfläche (Bild: AMD)

Bis zu sechs NVMe-SSDs lassen sich auf der X399-Plattform im RAID verbinden. AMD demonstriert das mögliche Leistungsniveau anhand von sechs Samsung 960 Pro (Test) im RAID 0: Die sequenzielle Leserate versechsfacht sich von rund 3.500 auf 21.000 MB/s. Die Schreibrate skaliert nicht so gut und steigt von 2.100 auf 11.500 MB/s.

AMD demonstriert NVMe-RAID mit sechs Samsung 960 Pro
AMD demonstriert NVMe-RAID mit sechs Samsung 960 Pro (Bild: AMD)

Seitenhieb auf Intels VROC

AMD nutzt die Gelegenheit, um auf einen wesentlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz hinzuweisen: „Just enjoy! No hardware activation keys, license fees, or arbitrary SSD restrictions apply. It’s that simple.“ Damit wird klar Intels X299-Plattform mit VROC angesprochen, bei der Hardware-Schlüssel für RAID-Unterstützung zusätzlich gekauft werden müssen. Bei AMD gibt es die Funktion nun kostenlos.

Wie gut AMDs Lösung in der unabhängigen Praxis funktioniert, gilt es allerdings abzuwarten. Aus Kreisen der Mainboard-Hersteller erfuhr ComputerBase in der vergangenen Woche, dass mit dem RAID-Treiber noch nicht alles reibungslos funktioniert.

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