Codename T288: Apple soll AR-Headset mit rOS 2020 auf den Markt bringen

Nicolas La Rocco 39 Kommentare
Codename T288: Apple soll AR-Headset mit rOS 2020 auf den Markt bringen
Bild: Microsoft

Apples Augmented-Reality-Ambitionen sollen über ARKit hinausgehen, berichtet Bloomberg in einem aktuellen Artikel. Demnach arbeitet Apple unter dem Codenamen T288 an mehreren Hardware- und Software-Projekten, die es zum Ziel haben, bis 2020 ein eigenes AR-Headset mit neuem Betriebssystem auf den Markt zu bringen.

Das AR-Team von Apple soll vom ehemaligen Dolby-Labs-Ingenieur Mike Rockwell geleitet werden und mehrere Hundert Ingenieure umfassen. Diese würden verteilt über Apples kalifornische Standorte in Cupertino und Sunnyvale an mehreren Hardware- und Software-Projekten für das AR-Headset arbeiten, berichtet Bloomberg.

Eigenes Display, neues SoC und rOS für AR-Headset

Die Technologie für Apples AR-Headset soll bis 2019 marktreif sein, das Produkt selbst soll 2020 auf den Markt kommen. Es könnte das erste bahnbrechende Apple-Produkt seit dem iPhone werden, das bis dahin 13 Jahre auf dem Markt wäre. Ein Smartphone als Lieferant für SoC, Display, Kamera und Lautsprecher soll demnach nicht benötigt werden, die Hardware soll allein das AR-Headset selbst liefern. Apple plane mit eigenem Display, einem eigenen Chip speziell für AR und einem neuen Betriebssystem, heißt es.

Auf dem AR-Headset soll das neu entwickelte rOS laufen, was laut Bloomberg für „reality operating system“ stehe. Das Betriebssystem basiere auf iOS, sei aber speziell an die neue Plattform angepasst worden, vergleichbar mit tvOS für das Apple TV, watchOS für die Apple Watch oder macOS für Mac. Geoff Stahl, früherer Apple-Manager für Spiele und Grafik, soll eine der leitenden Personen in der rOS-Software-Gruppe sein.

Erste Tests auf der HTC Vive

Weil Apple noch keine eigene Hardware im Einsatz hat, sollen erste Tests derzeit noch auf der HTC Vive (Test) und einer Art Samsung Gear VR (Test) für das iPhone durchgeführt werden. Diese Varianten seien ausschließlich für interne Tests bestimmt und sollen anders als das richtige AR-Headset nicht zur Serienreife entwickelt werden. Apple habe sich noch nicht festgelegt, wie Anwender das AR-Headset bedienen können. Im Gespräch seien Sprachbefehle via Siri, ein Touch-Panel und Kopfgesten. Mögliche Anwendungsbeispiele seien virtuelle Meetings mit mehreren Personen, Straßenkarten und die 360-Grad-Videowiedergabe.

Neues ARKit mit mehr Funktionen

In Vorbereitung für das AR-Headset soll Apple im kommenden Jahr ein erweitertes ARKit auf den Markt bringen. Entwicklern soll es damit möglich sein, neue AR-Software für iPhone und iPad zu realisieren, die mit Hilfe von „persistent Tracking“ genau den Standort virtueller Objekte speichert, damit diese auch nach dem Verschwinden aus dem Sichtfeld des Nutzers noch genau dort zu finden sind. Das neue ARKit soll es außerdem einfacher machen AR-Spiele mit Multiplayer-Funktion zu entwickeln. Möglicher Marktstart für das neue ARKit ist die WWDC 2018 im kommenden Sommer.

Hunderte Entwickler an einem Projekt bedeuten allerdings nicht, dass die derzeit gesteckten Ziele auch erreicht werden. An Projekt Titan, dem Gerüchten zufolge autonomen Fahrzeug von Apple, sollen über Eintausend Mitarbeiter gearbeitet haben, bevor es im August eingestellt wurde. Der Fokus in diesem Bereich liegt seitdem auf der Entwicklung autonomer Fahrsysteme anstelle ganzer Fahrzeuge.