Synology DS218j & DS218play im Test: Etwas mehr Takt allein reicht nicht mehr

Frank Hüber 58 Kommentare
Synology DS218j & DS218play im Test: Etwas mehr Takt allein reicht nicht mehr

tl;dr: Die Synology DS218j bietet im Vergleich zur DS216j nur mehr Takt, sonst nichts. Das macht sie schneller, dennoch sind SoC und RAM nicht mehr zeitgemäß. Die DS218play ist deshalb dieses Jahr dank 64-Bit-Quad-Core-SoC die bessere, wenn auch teurere Wahl für Privatanwender.

Neuauflage der Endkunden-Empfehlung

Mit der Synology DS218j muss sich der Nachfolger der DS216j (Test) im Test behaupten. Schon bei der DS216j waren die Änderungen im Vergleich zum Vorgänger, der DS215j, marginal. Mit der DS218j fallen sie noch geringer aus. Mangels Alternative könnte die DS218j aber dennoch ihre Empfehlung als NAS für Privatanwender behaupten.

Bei der DS218play fallen die Änderungen zur DS216play mit einem neuen SoC mit vier statt zwei Kernen im Vergleich schon größer aus. Nach dem Wechsel von der x86-Architektur bei der DS214play zur ARM-Architektur bei der DS216play hat es die play-Serie deutlich schwerer, sich gegen die Konkurrenz im eigenen Haus zu behaupten.

Technische Details

Aus DS216 wird kurzerhand die DS218j

Ein Blick auf die technischen Daten der DS218j offenbart, wie eng gestaffelt die Produktpalette bei Synology ist. Im Vergleich zur DS216j hat Synology lediglich am Takt des 32-Bit-SoC in Form des Marvell Armada 385 von 1,00 auf 1,30 GHz gedreht. Die gesamte weitere Ausstattung bleibt im Vergleich zum Vorgänger unverändert. Insbesondere bei den Anschlüssen gibt es somit keine Neuigkeiten. Doch ein NAS mit Marvell Armada 385 mit 1,3 GHz Takt hat Synology bereits im Angebot: Die mit 260 Euro im Vergleich zu den 185 Euro der DS218j deutlich teurere DS216. Denn nun gleichen sich auch die technischen Daten der DS218j mit der DS216 weitgehend. Die DS216 bietet zwar noch einen weiteren USB-2.0-Anschluss, auf diesen können Kunden ob der beiden USB-3.0-Anschlüsse jedoch im Zweifel verzichten. Ansonsten verfügen beide nur über 512 MB RAM und einen LAN-Anschluss. Der DS216 kann noch das bessere Gehäuse zugute gehalten werden, das eine schrauben- und werkzeuglose Montage der Festplatten sowie die Aufnahme von 2,5-Zoll-Laufwerken ohne separat zu erwerbenden Adapter ermöglicht. Die DS218j zeigt jedoch, dass auch bei der DS216 nunmehr eine Aktualisierung überfällig ist.

Synology DS218j
Synology DS216j
Synology DS218play
Synology DS216play
SoC: Marvell Armada 385
ARMv7
1,30 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Marvell Armada 385
ARMv7
1,00 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
Realtek RTD1296
ARMv8
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
STMicroelectronics H412
ARMv7
1,50 GHz, 2 Kern(e), 2 Thread(s)
RAM: 512 MB 1.024 MB
Festplatteneinschübe: 2
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
I/O-Ports: 1 × LAN
2 × USB 3.0
1 × LAN
1 × USB 2.0, 1 × USB 3.0
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm
(entkoppelt)
1 × 92 × 92 × 25 mm
Netzteil: 60 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 165,0 × 100,0 × 225,5 mm
Leergewicht: 0,88 kg 0,87 kg 0,88 kg
Preis: 184 € 172,60 € 237 € 255,90 €

DS218play: Neues SoC mit mehr Kernen

Bei der DS218play wechselt Synology erneut das SoC: vom STMicroelectronics H412 mit 1,50 GHz und zwei Kernen zum 64-Bit-SoC Realtek RTD1296 mit vier Kernen und 1,40 GHz. Die DS214play setzte noch auf einen Intel Atom CE5335, mit der DS216play wechselte Synology jedoch von der x86-Architektur für die play-Produktserie auf die ARM-Architektur. Bei der DS218play stehen erneut die Transkodierfunktionen im Mittelpunkt, weshalb das NAS über eine Hardware-Transkodier-Engine verfügt, die eine Echtzeit-Videotranskodierung für einen Stream in 10 Bit H.265 bei einer UHD- oder Full-HD-Auflösung unterstützt.

Als weitere Änderung abseits des SoC bietet die DS218play nun ausschließlich USB-3.0-Anschlüsse, der Arbeitsspeicher bleibt mit 1.024 MB aber ebenso unverändert wie das Gehäuse. Die unverbindliche Preisempfehlung fällt mit 237 Euro für die DS218play etwas geringer aus als für die DS216play, die bei Marktstart bei 256 Euro lag.

Synology DS218j und DS218play

Auch äußerlich bietet die DS218j im Vergleich zur DS216j keine Änderung. Synology setzt erneut auf das weiße Gehäuse, das sich nur durch das Lösen von zwei Schrauben auf der Rückseite auseinanderschieben lässt. Eine schrauben- oder werkzeuglose Montage der Festplatten bleibt dem NAS somit auch in diesem Jahr vorenthalten. 2,5-Zoll-Festplatten lassen sich erneut nur mit einem Adapter einsetzen, der separat erworben werden muss. Im Inneren hat Synology allerdings eine kleine Änderung vorgenommen. Ein dem NAS beiliegendes Rahmenstück kann im hinteren Bereich der Festplatten als ergänzende Halterung verschraubt werden und stützt die Festplatten so zusätzlich. Davon abgesehen bietet auch das Innenleben aus Metallkäfig, Hauptplatine und rückseitigem Lüfter wenig Neues.

Synology DS218j
Synology DS218j
Synology DS218j
Synology DS218j

Die Rückseite zieren die USB-3.0-Anschlüsse, der Netzwerk- und Netzteil-Anschluss, ein Kensington-Lock und das Gitter für den 92 mm großen Lüfter – ein von der DS216j gewohntes Bild. Auch die Frontpartie gleicht der DS216j und somit auch der DS215j. Das bedeutet spärliche Kost: Status-LEDs für das System, den LAN-Anschluss und die beiden Festplatten sowie ein Ein- bzw. Ausschalter. Die geschlossene Front sowie die gummierten Festplattenaufnahmen und Schraubendurchführungen im Innenraum boten bei den vergangenen Modellen der Serie den Vorteil, dass die Festplattengeräusche gut gedämmt wurden. Dies könnte auch bei der DS218j erneut der Fall sein. Die Inbetriebnahme dauert durch das Festziehen von nunmehr 14 Schrauben beim Einsatz von zwei Festplatten jedoch deutlich länger als bei anderen schrauben- und werkzeuglosen Modellen.

Mattschwarz statt Weiß bei der DS218play

Das Gehäuse der DS218play gleicht dem der DS218j, die Hochglanz-Optik weicht jedoch einem matten Schwarz mit rauer Oberfläche. Anschlüsse, LEDs, Aufbau und Befestigung der Festplatten entsprechen ebenfalls der DS218j.

Kein RAM-Upgrade möglich

Eine Erweiterung des Arbeitsspeichers ist bei beiden Modellen nicht vorgesehen. Mit vergleichsweise wenig Aufwand durch das Lösen von vier Schrauben kann sich der Käufer auch bei der DS218j und DS218play zwar an das Zerlegen des NAS machen und den Metallkäfig ausbauen, um an das Mainboard zu gelangen. Aufrüstoptionen des RAMs ergeben sich dadurch jedoch nicht, da der Arbeitsspeicher fest auf dem Mainboard verlötet ist.

Synology DS218j
Synology DS218j
Synology DS218play
Synology DS218play
Synology DS218play
Synology DS218play

DiskStation Manager gewohnt einfach zu bedienen

Sämtliche Tests wurden unter Verwendung des DiskStation Managers 6.1.4 durchgeführt. Wie immer ist die Inbetriebnahme mit dem DiskStation Manager (DSM) sehr einfach und das System gut strukturiert und leicht verständlich. Wie üblich ist der Funktionsumfang des DSM auf der DS218j und DS218play im Vergleich zu hochpreisigen Modellen wie der DS718+ eingeschränkt und bietet abseits von der reinen Reduzierung etwa der Benutzeranzahl beispielsweise kein Btrfs und keine Snapshots. Für den angedachten Einsatzzweck spielen die Limitierungen jedoch eine untergeordnete Rolle, da Funktionen wie das zeitgesteuerte Ein- bzw. Ausschalten und „Wake on LAN“ nicht beschnitten sind.

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