Rainbow Six Siege: Shooter „hasst neue Spieler“

Max Doll 166 Kommentare
Rainbow Six Siege: Shooter „hasst neue Spieler“

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Rainbow Six: Siege (Test) hat VG247 einen weiteren Blick auf den Shooter geworfen und scharfe Kritik an fehlenden Übungsmöglichkeiten und mehrfacher Monetarisierung vorgebracht: Das Spielhasst neue Spieler“, formuliert die Schlagzeile.

Die Seite sieht neben Neulingen auch Gelegenheitsspieler im Nachteil. Kritik richtete sich gegen das Fehlen guter Tutorials und einer Möglichkeit, ernsthaft Mechaniken und Vorgehensweisen offline zu erproben, vor allem aber auf die Mikrotransaktionspolitik. Denn die in den ersten beiden „Saisons“ eingefügten, sechszehn zusätzlichen Charaktere hätten das Spielgefüge verändert. Die Seite bemerkt dabei, dass sich nicht jeder Operator mit jedem Operator ergänzt, jeder Operator aber nur einmal gewählt werden kann.

Neue Operatoren sind teuer

Spieler, die nun einen größeren Pool besitzen möchten, um ihr Team sinnvoll ergänzen zu können, müssen Add-On-Operatoren aber freischalten. Dazu ist entweder eine größere Summe Ingame-Währung erforderlich, die Seite nennt hier die Dauer von einer Woche im Ranglisten-Spiel, oder die Zahlung eines Geldbetrages. Für Gelegenheitsspieler und Neulinge erscheint der Seite die zweite Möglichkeit dabei als sinnvollere Variante. Diese Feststellung bewegt zu deutlichen Worten: Ubisoft betrachte Spieler, die lediglich das Basisspiel erwerben, wie „Gratis-Spieler“ in Free-to-Play-Titeln.

This [der Preis von Operatoren in Ingame-Währung] is so incredibly prohibitive, you’d be forgiven for thinking Siege was a free-to-play game. It isn’t, of course, but Ubisoft sees those who only own the base game the same way King views the millions who play Candy Crush without paying a dime.

Sherif Saed, VG247

Beim Kauf von Operatoren kommt jedoch ein weiteres Problem zum Tragen: Das sofortige Freischalten aller neuen Figuren eines Saison ist zwar möglich, der günstigste Weg aber verschleiert, wobei ältere Inhalte nicht einmal rabattiert würden – alle Operatoren freizuschalten koste nach zwei Jahren über die Season Pässe noch einmal den Preis des Hauptspiels.

Intransparente Angebote

Da der alte Pass nicht mehr angeboten wird, können neue Spieler immerhin zum „Year One Bundle“ im Shop des Spiels greifen, das die Operatoren ebenfalls freischaltet und nur noch rund 20 Euro kostet. Die Gesamtkosten beliefen sich damit auf 50 Euro. Am günstigsten war zum Freischalten für die Seite allerdings der Kauf der Complete Edition des Spiels, die den erneuten Erwerb des Hauptspiels einschloss.

Diese „komplizierte“ und „eigentümlich nicht komsumentenfreundliche“ Angebotsstrategie setzt sich in den Augen der Seite mit der „Starter Edition“ des Spiels fort. Diese schaltet nicht alle, sondern nur vier Basis-Operatoren frei und erhöht die Preise der übrigen Standard-Figuren um den Faktor 6. Wer hier ein Operatoren-Bundle zur schnellen Freischaltung kaufe, habe mehr als beim direkten Kauf der Vollversion und damit im Endeffekt Geld für eine Demo bezahlt, schreibt die Seite. Was welche Version enthalte und wie teuer der Shooter letztlich sei, werde jedoch nicht klar aufgeschlüsselt. Zusätzlich werde das Spiel mit einem gut bestückten, teuren Ingame-Shop für kosmetische Gegenstände zusätzlich monetarisiert.

Like Overwatch, heroes – or operators in this case – are the thing that keeps the Siege meta evolving. New operators are the content season passes exist to sell, not the maps. Giving away the maps for free – and there aren’t that many per year – doesn’t change the fact that this model splits the community.

Sherif Saed, VG247

Dieses Angebot sei weder fair noch kundenfreundlich, urteilt die Seite, obwohl das Spiel häufig als Beispiel für solches Verhalten herangezogen werde: Der Verkauf von Operatoren spalte die Community so wie der Verkauf von Karten in anderen Spielen. Overwatch hingegen, dessen Gameplay ebenfalls stark auf seine Charaktere setze, gewähre nach dem Kauf Zugriff auf alle Helden und Karten, ohne dafür weiteres Geld zu verlangen, und werde nur auf eine, nicht auf zwei Arten monetarisiert.

Trennung durch spielerische Ungleichheit

Spieler würden in Rainbow Six zwar nicht aus dem Match geschmissen, „aber viel Glück beim Umsetzen der Spielzüge, die DLC-Operatoren voraussetzen und auf die sich die Community verlässt“, so die Seite. Das Urteil fällt dementsprechend erneut deutlich negativ aus: Es sei „unvorstellbar, wie jemand sich das anschauen und ein einfaches oder faires System sehen kann“.

166 Kommentare
Themen:
  • Max Doll E-Mail
    … verfasst Tests und Berichte mit dem Schwerpunkt Eingabegeräte, PC-Spiele und Next-Gen-Konsolen auf ComputerBase.

Ergänzungen aus der Community

  • DaysShadow 23.01.2018 08:08
    Komisch, gerade bei diesem Spiel empfinde ich das Kostenmodell als äußerst fair. Das Spiel wird konstant weiter entwickelt und bietet ein einzigartiges Spiel. Dabei wird, optional wohlgemerkt, einmal im Jahr nach 30€, oder was auch immer der geneigte Keyseller verlangt, gefragt und man bekommt alle Operatoren. Alternativ kauft man sich ein paar R6 Credits und kauft sich damit die Operatoren die man meint unbedingt zu benötigen und kauft den Rest mit den erspielten Credits. Die Credits die man für die Waffenerweiterungen benötigt sind sowieso zu vernachlässigen.

    Ich bin auch stark der Meinung, dass man ganz wunderbar mit den Standardoperatoren klar kommt und von denen bekommt man weit mehr als 4, wenn man als Neuling einfach mal die Situationen komplett meistert und dadurch die Credits entsprechend mitnimmt. Die meisten "Noobs" aber springen direkt in den Multiplayer und wundern sich dann, dass sie keine Operatoren haben oder der eine den sie haben weggepickt wurde.
    Taktiken werden im normalen Spiel, in der Form wie sie von eax1990 dargestellt werden, sowieso nicht ansatzweise besprochen und wer Ranked spielt und entsprechend Zeit investiert wird wohl auch das Geld für den Season Pass haben, wobei gerade die das sowieso nicht benötigen und sich genug normale Credits erspielen.

    Ich habe das Standardspiel und Season 1 komplett erspielt, bei Season 2 letztes Jahr habe ich zu Beginn der Season aufgrund der Zeit die ich im Spiel verbracht habe den Season Pass gekauft.

    Ich erinnere mich auch an einen Kollegen der sich das Spiel gekauft hat und zu Beginn mit Level 3 oder so gerne mal MVP wurde, weil er komplett unvoreingenommen an das Spiel gegangen ist. Man sollte halt Shooter können und etwas taktisches Verständnis haben, der Rest ist Übung bzgl. der Maps und der Mechaniken.

    Anscheinend wäre es dem Autor des erwähnten Artikels lieber sie würden jedes Jahr oder alle 2 Jahre einen komplett neuen Teil bringen und die Spielerbasis entsprechend kaputt machen :)