Raven Ridge: Desktop-APU startet am 12. Februar, Ryzen 3 Mobile heute

Volker Rißka 73 Kommentare
Raven Ridge: Desktop-APU startet am 12. Februar, Ryzen 3 Mobile heute
Bild: AMD

AMD startet in das Jahr mit neuen Prozessoren, genauer gesagt APUs. Im Notebook gibt es Ryzen 3 Mobile ab heute unter anderem von Asus und Dell, im Desktop werden ab dem 12. Februar zwei Varianten angeboten. Die jüngsten Gerüchte bestätigt AMD damit nahezu vollständig.

ComputerBase hatte die zuletzt vielerorts falsch interpretierten Einträge auf einer Notebook-Roadmap richtig eingeordnet. Denn das „G“ steht bei AMD in der Ryzen-Familie für Desktop-Prozessoren mit Grafik, viele Webseiten machten aus den 65-Watt-Produkten dennoch Notebook-Prozessoren. Aber hinter dem Ryzen-Modell 2400G und 2200G verstecken sich sockelbare AM4-Prozessoren, dabei wird auch erstmals der Vollausbau der Vega-Grafiklösung mit 11 CUs in der APU mit dem Codenamen Raven Ridge zum Einsatz kommen – die mobilen 15-Watt-Modell bieten maximal 10 aktive CUs.

Raven Ridge im Desktop mit hohem Takt

Durch den vergrößerten TDP-Spielraum ist der Takt insbesondere in der Basis bei den Desktop-Prozessoren deutlich erhöht. Mit 3,6 GHz tritt das Flaggschiff 2400G an, 3,9 GHz dürfen es für die vier Kerne und acht Threads im Turbo-Modus sein. Der Ableger 2200G bietet sehr ähnliche Taktraten, aber kein SMT mehr, weshalb vier Kerne auch vier Threads bedeuten. Den größten Vorteil verbucht der 2400G aber bei der Grafik. 11 CUs resultieren in 704 Shadern und die Leistungsspitze – noch nie bot eine AMD-APU mehr Grafikleistung, die 2-TFLOPS-Barriere fällt mit der neuen APU als world's most powerful graphics on a desktop processor.

Der 2200G orientiert sich nach unten und bietet mit der Vega8 folglich 8 CUs oder 512 Shader. Doch die leichten Abspeckungen zeigen sich in positiver Form beim Preis: Mit 99 US-Dollar ist der APU-Einstieg mit Raven Ridge im Desktop günstig und tritt direkt gegen Intels neue Core i3 auf Basis von Coffee Lake an, die in der Grafik garantiert geschlagen und bei der CPU in vielen Fällen gleichziehen werden.

Die APUs sind dabei so aufgestellt, dass AMD sie zum Teil bereits als Ablösung für die noch gar nicht lange verfügbaren Ryzen 3 1200 und Ryzen 5 1400 sieht – deshalb auch die Namensgebung 2200G und 2400G. Preislich sind sie aggressiver aufgestellt, das Gesamtpaket bietet für den, der keine dedizierte Grafik sucht, zugleich wesentlich mehr.

Raven Ridge im Notebook nun auch mit zwei Kernen

Das will AMD auch im Notebook erreichen. Zu den bisherigen zwei Raven-Ridge-APUs gesellen sich zwei Einsteigerprodukte. Mit dem Ryzen 3 2300U ist ein Quad-Core-Prozessor mit vier Threads und der kleineren Grafikeinheit Vega6 am Start, abgerundet wird das Portfolio vom Ryzen 3 2200U mit zwei Kernen und vier Threads, aber nur noch einer Vega3 mit 192 Shadern. Die APUs sind in erster Linie für Notebooks in der Preisklasse von nur 500 US-Dollar gedacht und sollen dort mit dem Intel Core i3-7100 konkurrieren.

Ryzen Mobile mit vier SKUs
Ryzen Mobile mit vier SKUs (Bild: AMD)
AMD Raven Ridge im Desktop und Notebook
Modell Kerne/
Threads
CPU-Takt/
Turbo
L2-
Cache
L3-
Cache
Grafik Shader max. GPU-Takt Speicher cTDP TDP Preis
Desktop
Ryzen 5 2400G 4 / 8 3,6 / 3,9 GHz 2 MB 4 MB Vega11 704 1.240 MHz DDR4-2400 ? 65 W $169
Ryzen 3 2200G 4 / 4 3,5 / 3,7 GHz 2 MB 4 MB Vega8 512 ? MHz DDR4-2400 ? 65 W $99
Mobile
Ryzen 7 2700U 4 / 8 2,2 / 3,8 GHz 2 MB 4 MB Vega10 Mobile 640 1.300 MHz DDR4-2400 12-25 W 15 W k.A.
Ryzen 5 2500U 4 / 8 2,0 / 3,6 GHz 2 MB 4 MB Vega8 Mobile 512 1.100 MHz DDR4-2400 12-25 W 15 W k.A.
Ryzen 3 2300U 4 / 4 2,0 / 3,4 GHz 2 MB 4 MB Vega6 Mobile 384 1.100 MHz DDR4 12-25 W 15 W k.A.
Ryzen 3 2200U 2 / 4 2,5 / 3,4 GHz 1 MB 4 MB Vega3 Mobile 192 1.100 MHz DDR4 12-25 W 15 W k.A.

HDR-Treiber kommt zum Desktop-Start

Eine Gemeinsamkeit für alle neuen APUs betrifft den Treiber und HDR-Support. Zum Desktop-Start Mitte Februar soll dieser endlich verfügbar sein. Der Treiber ist für Notebooks und Desktops identisch. Dann soll auch eine neue Welle an Notebooks erscheinen, die auf den neuen vier APUs basieren, als Ryzen Pro sollen die drei schnelleren Modelle ohne den 2200U ab dem zweiten Quartal auch in Business-Geräten zur Verfügung stehen.