EasyACC Dolcer DP300 im Test: Kompakter Lautsprecher mit hoher Leistung

Michael Schäfer 18 Kommentare
EasyACC Dolcer DP300 im Test: Kompakter Lautsprecher mit hoher Leistung

tl;dr: Mit dem Dolce DP300 präsentiert EasyAcc einen gut klingenden Lautsprecher, der mit vernünftiger Lautstärke und vor allem langer Akkulaufzeit bei kompakten Abmessungen punkten kann. Abstimmungsschwächen trüben das sonst positive Bild.

Kompaktes Äußeres bei guter Verarbeitung

Im Vergleich zu anderen Bluetooth-Lautsprechern weiß das Äußere des DP300 seine Nutzer anzusprechen. Während die Konkurrenz in den meisten Fällen auf eine längliche Bauweise setzt, konzipiert der Hersteller den getesteten Lautsprecher hochkant.

Die Verarbeitung ist dabei dem Straßenpreis von rund 60 Euro durchaus angemessen, die verwendeten Materialien Kunststoff und Metall gehen fast nahtlos ineinander über und scharfe Kanten werden vergebens gesucht. Dies führt zu geringen und gleichmäßigen Spaltmaßen, im Großen und Ganzen wirkt der Klanggeber robust und stabil. Auf einen Wasser- und Staubschutz wie unter anderem beim SoundCore 2 (Test) von Anker müssen Nutzer jedoch verzichten.

EasyAcc Dolce DP300 im Test
EasyAcc Dolce DP300 im Test

Mit Abmessungen von 150 × 80 × 80 mm gehört der DP300 noch zu den kompakteren Vertretern seiner Zunft, das Gewicht von fast 800 Gramm schränkt die Portabilität jedoch ein. Dies ist vor allem auf den großen Akku zurückzuführen.

Der große Einschaltknopf des DP300 umgibt ein vielfarbiger Leuchtkranz samt Sensortasten
Der große Einschaltknopf des DP300 umgibt ein vielfarbiger Leuchtkranz samt Sensortasten

Großer Energiespeicher

Der DP300 besitzt einen Zwei-Zellen-Akku 5.200 mAh Kapazität, der den Lautsprecher bis zu 12 Stunden mit Strom versorgen sollen. Im Test wurde die Laufleistung bei normaler Lautstärke am Schreibtisch sogar deutlich überschritten – nach 13 Stunden war immer noch nicht Schluss. Über eine Möglichkeit, externe Geräte per USB zu laden, verfügt der Bluetooth-Lautsprecher trotz des hohen Speichers jedoch nicht.

Es darf aber nicht vergessen werden, dass gerade hohe Laufleistungen von mehreren Faktoren abhängig sind – Lautstärke, Art der Musik oder Verbindungsqualität kann den Energieverbrauch in beide Richtungen verändern. Daher sollten die Angaben nur als grobe Richtungsweisung denn als Fixangaben gesehen werden.

Eine komplette Ladung nimmt, abhängig vom verwendeten Netzteil, rund drei bis vier Stunden in Anspruch. Während des Ladevorgangs leuchtet der LED-Kreis rund um den Einschaltknopf weiß und erlischt, wenn der Akku vollständig gefüllt ist.

Einfache Nutzung

Die Verbindung via Bluetooth 4.1 ist schnell aufgebaut, eine Unterstützung für NFC gibt es nicht. EasyAcc gibt die Reichweite des Lautsprechers mit 15 Meter an, welche jedoch nur in freier Umgebung erreicht werden. Innerhalb geschlossener Räume war im Test inklusive einer Mauer nach 10 m Schluss, was aber im Vergleich zur bisher getesteten Konkurrenz einen guten Wert darstellt. Positiv sei zudem hervorgehoben, dass der Lautsprecher beim Einschalten, Ausschalten sowie bei der Bluetooth-Verbindung und -trennung nur einen leisen Benachrichtigungston von sich gibt. Das ist hilfreich, wenn man den Klanggeber nachts ausschalten will, ohne die halbe Familie aus dem Schlaf zu reißen, wie es bei manchen Konkurrenten der Fall ist. Alternativ kann der Lautsprecher auch über den Line-in-Eingang gespeist werden.

Die Rückseite des DP300 mit USB- sowie AUX-Anschluss
Die Rückseite des DP300 mit USB- sowie AUX-Anschluss

Die Bedienung des DP300 gestaltet sich einfach: Die nötigen Bedienelemente sitzen oben und bestehen aus dem großen, von einem in unterschiedlichen Farben leuchtenden Lichtkranz umgebenen und mittig angebrachten Ein- bzw. Ausschaltknopf, welcher zudem als Play- und Pausetaste sowie zur Annahme von Telefonaten über die integrierte Freisprecheinrichtung dient, sowie den beiden Lautstärke- und Titelwahltasten. Während beim Einschaltknopf ein normaler mechanischer Taster zum Einsatz kommt, setzt der Hersteller bei den restlichen Schaltflächen auf Sensortasten. Diese reagieren schon bei leichter Berührung und funktionieren zudem selbst mit Handschuhen.

Störend ist hingegen in dunkler Umgebung das nicht deaktivierbare langsame Pulsieren des Ringes um den Einschaltknopf während der Wiedergabe (entgegen der Bedienungsanleitung auch bei der Nutzung des AUX-Eingangs). Der Lichtschein ist hell genug, um den Hörer vom Schlaf abzuhalten.

Der DP300 lässt sich auch per AUX-Eingang speisen
Der DP300 lässt sich auch per AUX-Eingang speisen

Laut, lang und unterhalb der Möglichkeiten

Der DP300 beinhaltet zwei auf der Vorderseite übereinander angebrachte Lautsprecher mit jeweils 10 Watt Leistung, welche von zwei Class-D-Verstärkern gespeist werden. An den Seiten finden sich zudem die beiden Bassradiatoren. Weisen Bluetooth-Lautsprecher aufgrund der geringen Größe in den meisten Fällen ein geringes Stereobild auf, ist dieses beim getesteten Modell aufgrund der Positionierung gar nicht vorhanden. Dies kann dennoch vernachlässigt werden, denn selten sitzt der Hörer bei dieser Geräteklasse direkt vor dem Lautsprecher. Ein Koppeln zweier Exemplare zu einer Stereo-Einheit ist nicht möglich.

Ausgebremste Klanggeber

Klanglich siedelt sich der DP300 zwischen dem SoundCore 2 von Anker und dem HP-X920 (Test) von Jam an und bietet somit ein ähnliches Klangbild wie der MUVO 2 (Test) von Creative Labs. In den Grundeinstellungen liefert der DP300 ein relativ neutrales Klangbild, welches jedoch vor allem die Brillanz in den Höhen vermissen lässt. Hier bietet der SoundCore 2 ab Werk ein besseres Klangbild, muss aber im Bassbereich vergleichsweise passen. Ist dieser mehr gewünscht, muss zum Lautsprecher von Jam oder Ähnlichem gegriffen werden. Hilft der Nutzer jedoch je nach verwendetem Player mit Einstellungen am Klang etwas nach, kommt auch der DP300 in die Gänge. Hier sollte EasyAcc dennoch nachjustieren, die Hardware ermöglicht zweifelsfrei einen besseren Klang.

Der DP300 mit komplexen Lautsprecher-Aufbau – aber ohne Stereo-Effekt
Der DP300 mit komplexen Lautsprecher-Aufbau – aber ohne Stereo-Effekt (Bild: EasyAcc)

Über das Lautstärkespektrum liefert der DP300 ebenfalls eine gute Leistung. Bei geringer Lautstärke werden Inhalte klar wiedergegeben, wobei das von fast allen Bluetooth-Lautsprechern bekannte Grundrauschen erkennbar ist. Dennoch eignet sich der Lautsprecher auch für die Wiedergabe von Hörbüchern vor dem Einschlafen.

Laut kann der Klanggeber ebenfalls. Bei rund 75 Prozent der möglichen Lautstärke kommt der Lautsprecher jedoch hörbar an seine Grenzen, ab dann ist ein deutliches „Pumpen‟ vernehmbar. Eine Stufe darüber fängt der Ton an zu verzerren. Zu diesem Zeitpunkt ist der Lautsprecher jedoch bereits so laut, dass in einem normalen Raum eine angenehme Unterhaltung kaum noch möglich ist. Bei Feiern sollte dennoch zu einem leistungsstärkeren Klangerzeuger gegriffen werden, denn damit wäre der DP300 am Ende doch heillos überfordert.

Fazit

Für einen Straßenpreis von rund 60 Euro bietet der Dolce DP300 von EasyAcc ein gutes Gesamtpaket mit kleinen Schwächen. Bei den klanglichen Grundeinstellungen sollte der Hersteller eine Nachjustierung vornehmen, denn der Lautsprecher agiert weit unterhalb seiner Möglichkeiten – vor allem die Hochtonwiedergabe könnte stärker sein. Je nach verwendetem Quellgerät oder Player lassen sich die Schwächen jedoch leicht ausbessern, dann klappt es auch mit der Basswiedergabe besser. Wer jedoch mehr wünscht, kommt um ein höherpreisiges Modell nicht herum.

Das Lautstärkespektrum wird vom DP300 gut abgedeckt, womit sich dieser auch für leise Töne eignet. Lediglich zur Beschallung von Feierlichkeiten taugt dieser weniger, da hier mit Verzerrungen zu rechnen ist. Dass dem Modell die Möglichkeit zur Kopplung zweier Lautsprecher zu einem Stereo-Set fehlt, ist dagegen ein deutlicher Minuspunkt – Produkte anderer Hersteller unterstützen diese Funktion auch in dieser Preisklasse bereits.

EasyACC Dolcer DP300 im Test

Die Idee, den Energiespeicher zu teilen, um dadurch Platz zu sparen, zahlt sich aus. Trotz guter Leistung bleiben die Ausmaße kompakt – wenn auch das Gewicht hoch ist. Die Laufleistung zeigt sich auf einem hohen Niveau und liegt im Test mit rund 13 Stunden deutlich über den Herstellerangaben. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt dabei: Bei einer solch großen Akkukapazität wäre ein USB-Anschluss zum Laden externer Geräte sicherlich für den Nutzer von Vorteil gewesen.

EasyAcc Dolce DP300
Produktgruppe Lautsprecher, 27.02.2018
  • Klang
    +
  • Verarbeitung
    +
  • Bedienung
    +
  • Ausstattung
    O
  • gute Verarbeitung
  • großer Akku
  • lange Laufleistung
  • kompakte Abmessungen
  • hohe Lautstärke
  • ohne klangliche Einstellungen am Quellgerät hinter den Möglichkeiten
  • keine Möglichkeit zum Laden externer Geräte per USB

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