Was bedeutet das?: Seit heute ist das Laden von Notebooks über USB-C Pflicht

Philipp Ernicke
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Was bedeutet das?: Seit heute ist das Laden von Notebooks über USB-C Pflicht

Das Laden über USB-C ist in der EU seit heute auch für Notebooks Pflicht. Damit sollen nicht nur Verbraucher entlastet, sondern auch elektronische Abfälle reduziert werden. Schon seit Ende 2024 gilt der einheitliche Ladestecker für Handys, Tablets und kleinere Geräte. Doch was genau bedeutet das für Notebooks?

Hohlstecker und MagSafe sind weiter erlaubt

Dass jedes ab heute in der EU neu auf den Markt gebrachte Notebook über USB-C geladen werden können muss, bedeutet nicht, dass es ab Werk nicht mit einem Hohlstecker-Netzteil oder Apple MagSafe daher kommen darf. Es geht darum, dass die Möglichkeit besteht, über USB-C und damit mit einem Standardnetzteil geladen zu werden.

Gerade ausgewachsene Workstation- oder High-End-Gaming-Notebooks werden auch in Zukunft für den Betrieb unter Volllast weiterhin auf ein proprietäres Netzteil setzen müssen, denn auch die aktuell höchste Ausbaustufe „USB Power Delivery 3.1 Extended Power Rangeist nur bis 240 Watt ausgelegt. Über USB-C – wenn auch langsamer - geladen werden können müssen diese Systeme ab sofort trotzdem.

In der Klasse bis 100 Watt Leistungsaufnahme bietet USB Power Delivery mit bis zu 100 Watt hingegen schon seit Jahren potenziell genug Leistung – und die meisten Ultrabooks sind zuletzt auch nur noch mit USB-C-Ladegerät (zumeist 65 Watt) auf den Markt gekommen.

Weniger Kabelsalat

Die EU-Kommission verfolgt mit dieser Maßnahme ein klares Ziel: Der Alltag für Notebook-Nutzer soll einfacher werden. Wer bislang mehrere Ladegeräte für verschiedene Geräte mit sich führen musste, kann künftig auf einen Standard vertrauen. USB-C hat sich in den letzten Jahren als universeller und leistungsfähiger Anschluss etabliert, der sowohl Datenübertragung als auch schnelles Laden unterstützt.

Die neue Regelung betrifft alle auf dem EU-Markt angebotenen Notebooks – unabhängig vom Hersteller. Für Verbraucher bedeutet das weniger Kabelsalat, einfachere Nutzung und die Möglichkeit, ein Ladegerät für verschiedene Geräte zu verwenden. Viele moderne Geräte nutzen bereits USB-C-Netzteile.

Gesetz schon 2022 beschlossen

Bereits im Jahr 2022 wurde USB-C für Smartphones und kleinere Elektronikgeräte verbindlich. Die Regelung trat aber erst 2024 in Kraft. Die EU-Kommission reagierte damit auf eine Vielzahl von Beschwerden von Konsumenten, die sich über den Wust an unterschiedlichen Ladegeräten ärgerten. Studien hatten gezeigt, dass jährlich Tonnen an Elektroschrott allein durch unterschiedliche Ladegeräte entstehen. Mit der Einführung der USB-C-Ladepflicht für Notebooks wird dieser Ansatz nun konsequent auf größere Geräte ausgeweitet.

Die EU hofft, dass die Maßnahme ein Vorbild für weitere Regionen weltweit wird. Einheitliche Ladeanschlüsse reduzieren nicht nur Elektroschrott, sondern fördern auch die Interoperabilität von Geräten über Herstellergrenzen hinweg. Damit nimmt die EU eine Vorreiterrolle im Bereich Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit ein.

Gemischte Meinungen

Die Industrie reagierte schon 2022 unterschiedlich auf die neue Vorschrift. Einige Hersteller begrüßten die Vereinheitlichung, da sie langfristig Produktionsprozesse vereinfachen könnte. Andere warnten, dass bestehende Produktlinien angepasst werden müssen, was kurzfristig zu höheren Kosten führen könnte. Verbraucherorganisationen hingegen sehen in der Maßnahme einen klaren Fortschritt. Standardisierte Anschlüsse bedeuten weniger Frust, geringere Kosten für Ersatzladegeräte und eine nachhaltigere Nutzung elektronischer Geräte.

In den USA gibt es zum Beispiel keine entsprechenden Regelungen, aber durch die EU-Verordnung stellten Elektronikhersteller wie Apple zwangsweise weltweit ihre Produktlinien um, um einheitlich produzieren zu können.

Keine Nachteile

Wie zu Anfang bereits aufgeführt, bedeutet die neue EU-Regelung nicht, dass ausschließlich USB-C zum Laden am Notebook vorhanden sein darf. Sie gibt vor, dass USB-C als Ladeanschluss verpflichtend mindestens zusätzlich vorhanden sein muss, wenn das Gerät über Kabel geladen wird. Notebooks, die mehr Leistung benötigen, als USB-C liefern kann, oder bei denen der Hersteller parallel den Einsatz einer eigenen Lösung wünscht (Apple MagSafe), können das also nach wie vor auch über ein proprietäres Netzteil umsetzen.

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  • Mein Notebook wird nicht per USB-C geladen, obwohl es ginge.
    9,3 %
  • Mein Notebook wird nicht per USB-C geladen, weil die Möglichkeit dazu fehlt.
    19,5 %