Storage: Nextcloud 13 bringt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Ferdinand Thommes 22 Kommentare
Storage: Nextcloud 13 bringt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Bild: Nextcloud

Nextcloud 13 bringt nach neun Monaten Entwicklung neben der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit Nextcloud Talk unter anderem auch eine selbstgehostete Alternative zu Skype, Hangouts und anderen Closed-Source-Kommunikations-Anwendungen mit.

Nextcloud hat sich auf die Fahnen geschrieben, sowohl Privatanwendern als auch Unternehmen und Institutionen eine selbstverwaltete und sichere Datenhaltung mit Synchronisation und der Möglichkeit zu kollaborativem Arbeiten in der Cloud zu ermöglichen. Mit dem jetzt veröffentlichten Nextcloud 13 hat das Stuttgarter Unternehmen wieder einen großen Schritt in diese Richtung getan.

Ende-zu-Ende auf Ordnerbasis

Nextcloud 13 bietet als einzige Software dieser Gattung eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) auf Ordnerebene, die die Daten bereits über die Desktop-Clients für Linux, macOS und Windows sowie die mobilen Clients für Android und iOS verschlüsselt. Derzeit ist E2EE, das bereits in 12.0.3 initial vorgestellt wurde, bei Nextcloud noch als technische Vorschau deklariert, die in den nächsten Monaten durch das Feedback der Anwender stabilisiert werden soll.

Im Moment sollten bei Tests also keine wichtigen Daten, sondern nur Test-Ordner mit unwichtigen Daten verwendet werden. Das Konzept, dessen Schlüssel vom Client automatisch erzeugt werden, setzt konsequent auf Sicherheit, was auch bedeutet, dass verschlüsselte Daten nicht über das Webinterface eingesehen werden können.

Alternative zu Skype

Bereits produktiv einsetzbar ist dagegen Nextcloud Talk. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Kommunikations-Software für Audio- und Video-Chats, die auf dem eigenen Nextcloud-Server gehostet wird und ebenfalls Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Bei der Entwicklung wurde die anfangs an Nextcloud angebundene Kommunikationslösung Spreed.ME zum jetzt erstmals stabil veröffentlichten Nextcloud Talk weiterentwickelt. Dabei setzt Talk auf Peer-to-Peer und nutzt WebRTC zur Verbindung der Teilnehmer. Unterstützt werden Chats zwischen zwei Personen ebenso wie Gruppen-Chats.

Außerdem kann Nextcloud Talk Dateien und Bildschirminhalte oder Ausschnitte davon übertragen. Gemeinsames Arbeiten mit Nextcloud Files und Nextcloud Groupware ist ebenfalls bereits integriert. Unternehmen, die mehr als die zur Verfügung stehende Bandbreite benötigen, können das „Spreed High Speed Backend“ des Nextcloud-Partners Struktur AG buchen. Dann werden per Multipoint Control Unit (MCU) die einzelnen Videodatenströme so zusammengefasst, dass pro Teilnehmer nur noch eine eingehende und eine ausgehende Leitung vorliegen.

Viele kleine Verbesserungen

Weitere Neuerungen von Nextcloud 13 betreffen das vereinfachte Kopieren und Verschieben von Daten sowie eine Beschleunigung von LDAP um bis zu 80 Prozent. Die Nextcloud Kalender-App wurde dahingehend aktualisiert, nun die Terminplanung in nativen Kalenderanwendungen wie Thunderbird Lightning zu unterstützen und Einladungen zu Meetings im Kalender anzuzeigen. Die Mail-App wurde erweitert und beherrscht nun die automatische Bereitstellung von Benutzer-E-Mail-Adressen. Die neue App Files-from-Mail ermöglicht das Anlegen einer Dateiaustausch-E-Mail-Adresse, die alle Anhänge automatisch in der Ordnerstruktur von Nextcloud speichert.

Registrierte User-Namen werden künftig per Autovervollständigung ergänzt und der Anwender informiert, dass sein Alias erwähnt wurde. Eine neue Suchfunktion auf der Basis von Elasticsearch soll weniger Overhead auf dem Server erzeugen. Die Suchfunktion kann in diverse Apps wie etwa die Bookmark-App eingebunden werden.