TrendForce: DRAM-Hersteller machten 76 Prozent mehr Umsatz

Michael Günsch 47 Kommentare
TrendForce: DRAM-Hersteller machten 76 Prozent mehr Umsatz
Bild: obs/Samsung Semiconductor Europe GmbH

Angesichts der hohen Preise lässt sich mit DRAM derzeit viel Geld verdienen. Eine Marktstudie von TrendForce besagt, dass die Speicherhersteller im letzten Jahr 76 Prozent mehr Geld umgesetzt haben als im Jahr davor. Marktführer Samsung hat im vierten Quartal sogar erstmals die Marke von 10 Milliarden US-Dollar geknackt.

Samsung führt die boomende Branche an

Insgesamt hat die DRAM-Branche im vierten Quartal 2017 knapp 22 Milliarden US-Dollar eingenommen – ein Plus von gut 14 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Mit 46 Prozent Marktanteil gehört Samsung fast die Hälfte des Umsatzes. SK Hynix folgt mit 6,3 Milliarden US-Dollar und 28,7 Prozent Anteil, Micron bleibt mit 4,6 Milliarden US-Dollar und 20,8 Prozent die Nummer drei der Welt. Deutlich steigern konnte sich Nanya mit einem Umsatzplus von 26,9 Prozent auf 558 Millionen US-Dollar.

Globaler Umsatz mit DRAM im vierten Quartal 2017
Globaler Umsatz mit DRAM im vierten Quartal 2017 (Bild: TrendForce)

Als Hauptgründe für die Rekordumsätze führen die Marktforscher die steigenden Preise für Mobile-DRAM sowie das traditionell starke Geschäft zum Jahresende an, das zudem noch von neuen Smartphone-Flaggschiffen wie dem iPhone X (Test) von Apple angekurbelt wurde. Mobile-DRAM soll sich im vierten Quartal je nach Variante nochmals um 5 bis 20 Prozent verteuert haben. In anderen Segmenten seien die DRAM-Preise um rund fünf bis zehn Prozent angestiegen. Hier sei unter anderem die hohe Nachfrage nach DRAM für Rechenzentren der führenden Internetriesen in Nordamerika ein Grund für den Preisanstieg. Generell übersteigt die Nachfrage seit Monaten das Angebot, was die Preise nach oben treibt.

DRAM-Preise steigen weiter

Während sich bei NAND-Flash allmählich eine Entspannung abzeichnet, erwarten die Analysten für DRAM weiter steigende Preise. Im laufenden Quartal sei mit einem Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um weitere drei Prozent zu rechnen. Für das Gesamtjahr 2018 gehe man von über 30 Prozent mehr beim globalen DRAM-Umsatz aus, womit ein Rekordhoch im Bereich von 96 Milliarden US-Dollar zu erwarten sei.

Samsung reagiert

Eigentlich wollte Samsung eine Etage der Speicherfabrik im südkoreanischen Pyeongtaek komplett für die Fertigung von NAND-Flash nutzen. Doch durch die aktuelle Entwicklung mit sinkenden Flash-Preisen und steigenden DRAM-Preisen habe sich der Konzern umentschieden. Fortan soll eine neue Fertigungsstrecke für mehr DRAM-Chips sorgen. Der aktuelle 18-nm-Prozess soll rasch vorangetrieben werden.

Auch bei SK Hynix liegt der Fokus auf 18-nm-DRAM. Doch gelte es zunächst die Chip-Ausbeute zu verbessern, nachdem technische Schwierigkeiten den Fortschritt bremsten. Frühestens ab 2019 soll in China eine zweite 300-mm-Wafer-Fabrik für mehr DRAM von SK Hynix sorgen.

Bei Micron sei der Umstieg vom 20-nm- auf den 17-nm-Prozess in vollem Gange. Sollte das Ziel erreicht werden, bis zum Jahresende die Hälfte der Kapazitäten in Taiwan auf 17 nm umgestellt zu haben, dürfte dies für einen höheren Ausstoß sorgen.

Bei Nanya sollen gute Yields (Chip-Ausbeute) bei der 20-nm-Fertigung und die hohen Preise den Umsatz beflügelt haben. Noch kleinere Hersteller wie Winbond und Powerchip konnten sich dagegen nicht oder nur wenig verbessern.