News LTAs, Tools oder ganze Produktionslinien: IT-Riesen wollen sich Speicher um jeden Preis sichern

Volker

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Bin gespannt auf deren Marge im nächste Earnings Call. Ob die irgendwann die 100 % überschreitet?

Wundern tut mich nichts mehr ;)
 
Verstehe das Problem nicht, würde ganz einfach diese Strafe bei Kündigung in so einer Situation die wir derzeit haben stark nach oben korrigieren. Keine 20-30% sondern eher 80%.

Man kann das ja problemlos variabel Staffeln, sollte der Auftraggeber nur 70% der ursprünglich vereinbarten Anzahl abnehmen ist die Strafe geringer als würde er plötzlich nur 10% abnehmen.

Ich denke nicht das meine Idee so Brand neu ist und ich die einzige Person bin die auf soetwas triviales kommt, was führt zu der Frage: wieso das ganze? Wem nützt es die Speicherproduktion nicht derbe hoch zu schrauben…
 
@mrhanky01 wenn der Kunde Insolvent ist, dann spielt es keine Rolle wie hoch die Strafzahlung angestzt wird. Die ganzen Abnahmeverträge sind nur ein Teil der Planungssicherheit und für Kredite werden diese mit 0 gewertet.
Das einzige was hilft, ist auf Umsätze auf noch mehr Kunden zu verteilen.

Die großen die jetzt nach Produktionskapazitäten schreien, sind auch die ersten die das sinkende Schiff verlassen.
 
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mrhanky01 schrieb:
Wem nützt es die Speicherproduktion nicht derbe hoch zu schrauben…
Komme zwar aus einer vollkommen anderen Branche, aber letztlich produziert mein Arbeitgeber ebenfalls Hightech mit einer gewissen Vorlaufzeit, das man nicht einfach so von heute auf morgen verdoppeln kann. Klassischer Anlagen-Bau. Wir haben in der Covid-Hochphase ähnliches erlebt, weil wir gefühlt alles hätten verkaufen können. Irgendwann waren unsere Lieferzeiten bei über zwei Jahren.
Das bringt durchaus Probleme.
  • Schließt man heute trotzdem Verträge ab, bleibt man davon auch abhängig, dass es übermorgen diesen Kunden überhaupt noch gibt, denn offenbar braucht er ja Equipment um seine Kunden befriedigen zu können.
  • Vergrößern wir unsere Produktionskapazität muss uns schon klar sein, dass wir diese dann auch in schlechten Zeiten haben. Letztlich sind wir froh, dass da nicht falsch investiert wurde, das uns heute in der bislang drei Jahre dauernden Malaise auf die Füße fällt. Mitbewerber schreiben bereits rote Zahlen und sind in "Umstrukturierungen".
  • Außerdem muss man sich fragen, ob man heute die Preise für übermorgen wirklich weiß - Inflation ist ja durchaus ein Thema, Rohstoffe noch mehr. Kann ich meinem Kunden wirklich seriös eine Anlage anbieten, wenn das Stück Eisen bis dahin das doppelte kostet?
Mich würde nicht wundern, wenn bei den Speicherherstellern die Überlegungen ähnliche sind. Was passiert denn, wenn es wirklich eine "AI-Bubble" gibt und man dann mit Verträgen mit Firmen da steht, die es gar nicht mehr gibt? Was macht man dann mit den unendlichen Produktionskapazitäten?
 
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In Deutschland hat man ja gesehen, was passiert wenn man sich zusehr auf Consumer Elektronik fokussiert.
Siemens, Telefunken, AEG, Grundig, Blaupunkt etc...

Ich mache gerade eine Präsentation über Western Digital, die ja für ihre Festplatten bekannt sind. Die sind inzwischen weg von Consumer künden und haben 2025 88% ihres Umsatzes mit Langzeitverträgen für Hyperscaler.

Man versucht, die Geschäftsprognose in immer unsicheren Zeiten zu stabilisieren. Ein Unternehmen, möchte hier das Glücksspiel mit den Consumer zu verbinden. Eigentlich ein sehr nachvollziehbares Verhalten.
 
ich würde ja schon sagen langzeitverträge sind ok...aber ich würde da auch die strafen für frühzeitigen ausstieg deutlich höher setzen oder ne zwangsabnahme von noch mindestens einem quartal reinschreiben...

Der neubau oder ausbau ist auch sone sache die kann man nicht durch noch mehr geld unendlich beschleunigen...der beton braucht zeit zum trocknen und die riesige halle hast auch nicht in 10 min von baustelle auf ultra sauberen reinraum...ganz abgesehn von den lieferzeiten für die ganzen maschinen, die meisten stehn halt nicht im baumarkt um die ecke und können einfach hinten im lager abgeholt werden...

produktionslinien kaufen? ja die alte linie vertingel ich dir gern, wenn du die dann zeitnah abbaust und mitnimmst is das kein problem, ansonsten zahlst da ordentlich drauf das die in meiner halle, meinem reinraum und an meinem stromzähler hängen...wenn meine mitarbeiter die noch betreuen kostet das auch undwenn du deine mitarbeiter bei mir unterbringen willst auch...
 
NameHere schrieb:
wenn der Kunde Insolvent ist
Klar, aber hier geht es ja primär um die richtig dicken Pötte im IT-Sektor. Dass Microsoft oder Google in den nächsten zwei Jahren pleite gehen, ist komplett ausgeschlossen. Selbst wenn die von heute auf morgen keinerlei KI-Zeug mehr machen, wären die ja nicht weg.

Eine solche Anfrage von (einfach mal beispielhaft) Motorola für ein paar Millionen Smartphones würde ich in diesen Zeiten auch nicht mit dem Arsch angucken, das ist klar.

Naja, am Ende werden die schon wissen was sie tun. So lange man glaubt, da sind auf absehbare Zeit eh genug Kunden, braucht es natürlich auch keine langfristigen Verträge.
 
Ich verstehe noch immer nicht, für was der ganze Speicher benötigt wird und ja, ich weiß natürlich, welche neue Branche da gezielt die Nachfrage bedient: Wie stellt man sich das als Käufer dieser Unmengen an Speicher vor, die Abermilliarden an Investionen jemals wieder reinzubekommen, wenn KI von den wenigsten per Abo/Kauf nachgefragt wird?

Ich sehe es ja schon kommen, dass die Abo-Modelle hohe dreistellige Beträge im Monat kosten werden, weil Leute wie Averomoe einen Dreck machen werden, auch nur einen Cent an diese furchtbare Industrie zu zahlen.
 
EL-Xatrix schrieb:
ich würde ja schon sagen langzeitverträge sind ok...aber ich würde da auch die strafen für frühzeitigen ausstieg deutlich höher setzen oder ne zwangsabnahme von noch mindestens einem quartal reinschreiben...
Spiel das mal als Hersteller durch. Willst Du wirklich einem Großkunden, der sich von Dir verabschiedet, eine große Menge an z.B. Speicher liefern, die er praktisch direkt auf den grauen Markt werfen muss, und damit Deine Preise und ggf. die ganze Branche in den Keller katapultiert?
 
@Conqi die wickeln das über ein Tochterunternehmen XY ab, welche die Muttergesellschaft schön raushält.
 
@NameHere Das sind wiederum Modalitäten auf die SK Hynix Einfluss nehmen kann. Zumal die ganze "wir machen das einfach per Tochtergesellschaft"-Masche auch nicht so einfach und wasserdicht ist wie manche denken. Ansonsten könnte man ja jede Sparte einfach auslagern und im Fall von Verlusten absägen.
 
Das kann irgendwie alles nicht gut gehen, der Markt dreht sowas von ab.
 

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mrhanky01 schrieb:
Verstehe das Problem nicht, würde ganz einfach diese Strafe bei Kündigung in so einer Situation die wir derzeit haben stark nach oben korrigieren. Keine 20-30% sondern eher 80%.

Man kann das ja problemlos variabel Staffeln, sollte der Auftraggeber nur 70% der ursprünglich vereinbarten Anzahl abnehmen ist die Strafe geringer als würde er plötzlich nur 10% abnehmen.
Die Frage ist halt: wie lange ist dein Hebel wirklich? Kannst du es dir als Anbieter leisten, eine neue Fabrik mit 0 Langezeitverträgen zu planen?
Es ist sowohl beim Anbieter als auch beim Nachfrager eine nüchterne Risiko-Kalkulation. Das Pendel ist gerade zu gunsten der Anbieter , was aber nicht heißt, dass sie alles frei diktieren können. Die Nachfrager könnten entscheiden, statt z.B. 60% ihres Bedarf über Langzeitverträge abzunehmen, nur 20% so zu beauftragen, wenn es ihnen zu Risikoreich/teuer erscheint.
 
Averomoe schrieb:
Wie stellt man sich das als Käufer dieser Unmengen an Speicher vor, die Abermilliarden an Investionen jemals wieder reinzubekommen, wenn KI von den wenigsten per Abo/Kauf nachgefragt wird?
Endkundenabos sind Beifang, der halt mitgenommen wird, wenn er nicht übermäßig Aufwand verursacht.

Das richtige Geld wird im Geschäftskundenbereich erzielt, wo man an den Kostensenkungsmaßnahmen hoffentlich profitabler Unternehmungen partizipieren kann.
 
incurable schrieb:
und damit Deine Preise und ggf. die ganze Branche in den Keller katapultiert?
alternativ sitz ich selbst auf dem zeug was dann unter umständen keiner haben will und muss dafür selber noch für lagerplatz bezahlen?
grade heute bei den "bubbles" für alles fällt da ja meist nicht nur ein kunde weg sondern mehr oder weniger die ganze branche...
 
Ich hätte lieber selbst Kontrolle über die Marktpreise meiner Produkte, als sie für einen letzten Zahltag einem sich verabschiedenden Kunden in Schwierigkeiten zu überlassen.
 
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