Crytek: Neuer Geschäftsführer heißt wieder Yerli

Max Doll 66 Kommentare
Crytek: Neuer Geschäftsführer heißt wieder Yerli

Crytek hat einen neuen Geschäftsführer: Cevat Yerli übergibt den Posten des CEO an seine Brüder Avni und Faruk Yerli und wird sich künftig auf eine Rolle als Anteilseigner beschränken. Der Wechsel an der Führungsspitze erfolgt kurz nach dem überraschenden Early-Access-Starts des Mehrspieler-Shooters Hunt: Showdown auf Steam.

Ein Wechsel ohne Grund

Einen Grund für den Wechsel an der Unternehmensspitze nannte Crytek nicht. Das Unternehmen sei „in einer starken Position“, deshalb „ist nun der ideale Zeitpunkt gekommen, um die hervorragenden Leistungen des Managements in den letzten zwei Jahren anzuerkennen“ und die Leitung des Unternehmens abzugeben, sagte Cevat Yerli laut der Pressemitteilung des Unternehmens.

Crytek werde sich künftig weiter der Entwicklung der CryEngine befassen, im Frankfurter Studio das erfolgreich gestartete Hunt: Showdown sowie an den Standorten Kiev (Ukraine) und Istanbul (Türkei) den Free-to-Play-Shooter Warface weiterentwickeln. Angemerkt wird außerdem, dass „eine Investition im Herbst 2017 Crytek gestärkt und das notwendige Kapital für weiteres Wachstum“ bereitgestellt hat. Um wen es sich hierbei handelt und warum eine weitere Investition nötig war, geht aus den Angaben nicht hervor.

Parallel zieht Crytek gegen Cloud Imperium Games (Star Citizen) vor Gericht. Dem Unternehmen von Chris Roberts wird vorgeworfen, sich nicht an Lizenzvereinbarungen bezüglich des Einsatzes der CryEngine gehalten zu haben.

Zuletzt schwierige Zeiten

Crytek hat schwierige Zeiten hinter sich. In den vergangenen Jahren konnte das Unternehmen Gerüchten zufolge mehrfach Mitarbeiter erst mit mehrwöchiger Verzögerung bezahlen und musste zahlreiche Studios sowie Projekte, darunter Homefront: The Revolution (Test), abgeben und die Rechte an Warface veräußern.

Das Aufrechterhalten des Betriebes wurde stets durch neues Kapital, etwa durch die Lizenzierung der CryEngine an Amazon, gesichert. Nach der Verkleinerung und Restrukturierung im Jahr 2016 wollte sich das Unternehmen wieder auf Kernkompetenzen, der Entwicklung von Engine und Shootern, konzentrieren.