Prognose: Smartwatch-Markt soll sich bis 2022 verdoppeln

Michael Schäfer 32 Kommentare
Prognose: Smartwatch-Markt soll sich bis 2022 verdoppeln

Analysten des Marktforschungsunternehmens IDC gehen davon aus, dass sich der Markt für smarte und intelligente Uhren in den nächsten vier Jahren nahezu verdoppeln wird, auch wenn abseits von Apple und Samsung aktuell weniger zu hören ist. Noch stärker prozentual wachsen soll aber der Markt für so genannte „Earwear“.

Im Laufe dieses Jahres sollen rund 43,6 Millionen Smartwatches von den Herstellern ausgeliefert werden, wobei die Hälfte der an Händler übergebenen Uhren das Logo von Apple tragen wird. Im Pool der zu erwarteten 132 Millionen Wearables würde dies einen Anteil von 32,8 Prozent ausmachen – vor einem Jahr lag dieser noch bei lediglich rund 15 Prozent.

Produkt-Kategorie Auslieferungen 2018* Marktanteile 2018 Auslieferungen 2022* Marktanteile 2022 2018 – 2022 CAGR**
Smartwatches 43,6 32,8 % 84,1 38,3 % 17,9 %
Basic Watches 32,4 24,4 % 59,4 27,1 % 16,4 %
Basic Wristbands 47,7 35,9 % 48,2 22,0 % 0,3 %
Earwear 2,8 2,1 % 13,3 6,0 % 48,0 %
Clothing 4,1 3,1 % 11,6 5,3 % 30,0 %
Andere 2,4 1,8 % 2,8 1,3 % 3,8 %
Gesamt 132,9 100,0 % 219,4 100,0 % 13,4 %
*in Millionen Einheiten
**Durchschnittliche jährliche Wachstumsrate

Seit den Anfangstagen im stetigen Wandel

Auch wenn viele Hersteller wie Motorola, Sony oder LG, die vor Jahren zusammen mit Google mit viel Enthusiasmus den Markt für smarte Uhren betreten haben, schon lange keine neuen Modelle veröffentlicht, oder sich offiziell vom Markt verabschiedet haben, besteht der Markt auch heute noch aus mehr Anbietern als Apple und Samsung. Die vielen, gemessen am Umsatz kleineren Hersteller haben sich oft auf Speziallösungen festgelegt, oder immer mehr klassische Uhrenhersteller wie TAG Heuer und Casio sowie die eher dem Modesektor zuzuordnende Marken wie Fossil den Markt betreten.

Als weiterer zukünftiger Wachstumsfaktor komme hinzu, dass die zu Anfang viel bemängelte Funktionsarmut gesunken ist und entsprechende Uhren immer unabhängiger von Smartphones werden – auch wenn sie nach wie vor weit davon entfernt sind, völlig autark agieren zu können. So implementiert zum Beispiel Apple immer mehr Gesundheitsfunktionen in die eigene Smartwatch. Gleiches gilt für die Laufzeiten, welche sich deutlich verbessert haben, aber immer noch zu kurz sind, um dem Segment zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Der Preis spielt ebenso eine wichtige Rolle.

Für Jitesh Ubrani, Senior Research Analyst bei IDC, liegt der Grund auch darin verankert, dass Käufer mehr und mehr den Nutzern von smarten Uhren zu schätzen lernen: „Fitness-Lösungen führen den Markt zwar unangefochten an, aber Bereiche wie mobiles Bezahlen und Messaging beginnen gerade erst zu starten‟.

Prognose der jährlichen Wearables-Absätze bis 2022
Prognose der jährlichen Wearables-Absätze bis 2022 (Bild: IDC)

Langsames, aber gleichbleibendes Wachstum

In den nächsten Jahren rechnen die Analysten jährlich mit einem gleichbleibenden Zuwachs der Auslieferungen, das im Jahr 2022 in 219,4 Millionen Wearables-Produkten münden soll, darunter nahezu eine Verdoppelung im Bereich der Smartwatches auf 84,1 Millionen Einheiten. Aber auch bei einfacheren Uhren mit Zusatzfunktionen sehen die Analysten einen großen Zuwachs auf weltweit 59,4 Millionen abgesetzten Einheiten.

Großer Zuwachs für „Earwear“, Stagnation für Fitnessbänder

Den größten Zunahme kommt laut der IDC aber dem Bereich Earwear zuteil, der sich in den nächsten vier Jahren von aktuell 2,8 Millionen Geräten auf 13,3 Millionen Einheiten mehr als vervierfachen soll. Gemeint sind hier Produkte wie die AirPods von Apple. Anders soll es hingegen bei Armbändern mit Zusatzfunktionen, zum Beispiel Sportarmbänder mit integriertem Pulsmesser, aussehen: Hier soll der Zuwachs nahezu stagnieren, was den Marktanteil in den nächsten vier Jahren auf 22 Prozent drücken wird.