Notebook-GPU: Gedrosselte GeForce MX150 ist deutlich langsamer

Michael Günsch 71 Kommentare
Notebook-GPU: Gedrosselte GeForce MX150 ist deutlich langsamer
Bild: Notebookcheck

Wer ein Notebook mit Nvidia GeForce MX150 kauft, erhält unter Umständen eine deutlich niedrigere Grafikleistung als erwartet. Grund ist der Einsatz von verschiedenen Ausführungen des Grafikchips. In einigen Notebooks arbeitet eine rund 20 bis 25 Prozent langsamere Version, was vom Hersteller jedoch nicht gekennzeichnet ist.

Auf diesen Umstand hat Notebookcheck letzte Woche mit einem Bericht aufmerksam gemacht. In Asien ist das Problem für Notebook-Käufer sogar schon seit über einem halben Jahr bekannt, fand aber erst jetzt in der westlichen Welt Beachtung.

Normale GeForce MX150 (1D10) im Asus Zenbook UX430UN
Normale GeForce MX150 (1D10) im Asus Zenbook UX430UN (Bild: Notebookcheck)
Langsamere MX150 (1D12) im Lenovo IdeaPad 320S-13KBR
Langsamere MX150 (1D12) im Lenovo IdeaPad 320S-13KBR (Bild: Notebookcheck)

MX150 mit über 30 Prozent geringerem Takt

Während die MX150 in der normalen Ausführung mit der Device-ID „1D10“ eine TDP von 25 Watt und Taktraten von über 1.400 MHz aufweist, wird zum Teil die Variante „1D12“ mit nur 8 Watt TDP und entsprechend deutlich reduziertem GPU-Takt von 937 bis 1.038 MHz verbaut. Bei der langsameren Version ist den Screenshots zufolge auch der Speichertakt geringer.

MX150 „1D10“ MX150 „1D12“ Delta
GPU-Takt (Basis/Boost) 1.469 / 1.532 MHz 937 /1.038 MHz -36 % / -32 %
Speichertakt ~3.000 MHz ~2.500 MHz -17 %
TDP 25 Watt 8 Watt -68 %

Notebookcheck spricht von 20 bis 25 Prozent weniger Leistung mit der Low-Power-Variante 1D12 gegenüber der normalen Version 1D10. Benchmarks aus dem älteren Bericht aus China weisen im Schnitt 22 Prozent weniger Leistung auf.

Bechmark-Vergleich der MX150-Varianten aus China
Bechmark-Vergleich der MX150-Varianten aus China (Bild: zhuanlan.zhihu.com)

Dass verschiedene Versionen der dedizierten Notebook-GPU GeForce MX150 in Notebooks eingesetzt werden, ist im Grunde kein Geheimnis. Denn Nvidia schreibt bereits auf der Produktseite zum Chip: „Die tatsächliche Implementierung kann je nach OEM-Modell variieren“ und nennt keine konkreten Taktraten. Das entspricht dem von Nvidia bekannten Vorgehen, für mobile GPUs keine Taktraten öffentlich auszuschreiben.

Kunden kaufen die Katze im Sack

Problematisch ist allerdings auch in diesem Fall, dass Kunden nicht wissen, welche Variante der GPU im Notebook steckt. Eine Kennzeichnung gibt es offenbar weder seitens Nvidia noch seitens des Notebook-Anbieters. Und in diesem Fall ist das Leistungsgefälle groß. So kann es zu einer bösen Überraschung kommen, wenn das erworbene Notebook mit MX150 plötzlich fast ein Viertel weniger Grafikleistung liefert als zu erwarten war.

Einsatz bei Notebooks mit 13 bis 14 Zoll

Wie Notebookcheck berichtet, soll zumindest bei den Notebooks HP Envy 13, Lenovo IdeaPad 320S, Lenovo ThinkPad T480s, Asus ZenBook 13 UX331UN und UX331UA sowie dem Xiaomi Mi Notebook Air 13.3 die langsamere 1D12-GPU zu finden sein. Demnach ist insbesondere bei Notebooks der Größenordnung 13 bis 14 Zoll Vorsicht geboten. Im Zweifel helfen aber derzeit nur Tests und Berichte von Kunden, um die jeweilige Version der MX150 zu identifizieren.

Im Interesse der Kunden ist eine klare Kennzeichnung der Version im Handel unumgänglich, denn das Leistungsgefälle zwischen den Varianten ist zu groß, um dies zu verschweigen.