Sinkende Preise: Mindestens jedes zweite Notebook soll eine SSD haben

Michael Günsch 73 Kommentare
Sinkende Preise: Mindestens jedes zweite Notebook soll eine SSD haben

Die schwächere Nachfrage sorgt für ein Überangebot und die Preise von SSDs sinken wieder. Marktforscher gehen davon aus, dass sich Client-SSDs im OEM-Sektor im laufenden Quartal um drei bis sechs Prozent verbilligen. Der Trend soll dafür sorgen, dass in diesem Jahr über 50 Prozent der Notebooks mit SSDs bestückt sind.

Preise für OEM-SSDs sinken um 3 bis 6 Prozent

Wie DRAMeXchange berichtet, haben SSD-Anbieter ihre Preise gesenkt, um OEMs anzuregen, ihre neuen Produkte auf Basis von 3D-NAND der aktuellen Generation mit 64- und 72-Layer-Technik abzunehmen. Dies wird von einer gegenüber dem vierten Quartal traditionell schwächeren Nachfrage gestützt. Die Marktforscher gehen davon aus, dass die durchschnittlichen Vertragspreise für OEM-SSDs im ersten Quartal 2018 um 3 bis 5 Prozent bei SATA-Modellen und 4 bis 6 Prozent bei PCIe-Modellen sinken.

Überversorgung drückt Preise

Der Trend soll sich im zweiten Quartal fortsetzen, da eine Überversorgung erwartet wird. In den vergangenen Jahren traf eine wachsend hohe Nachfrage auf durch die Umstellung von der 2D- auf die 3D-NAND-Fertigung limitierte Produktionskapazitäten, was die Preise für NAND-Flash und im Gegenzug für SSDs steigen ließ. Inzwischen haben NAND-Hersteller ihren Ausstoß erhöht und stocken ihre Fabriken weiter auf. Die Nachfrage soll dagegen geringer wachsen als in den Vorjahren.

SSD-Preise sinken wieder
SSD-Preise sinken wieder

2018 könnte jedes zweite Notebook eine SSD haben

Durch die gestiegenen SSD-Preise hätten sich OEMs im zweiten Halbjahr 2017 zurückhaltender als erwartet beim Einsatz der schnellen Massenspeicher in Notebooks gezeigt. Der Anteil neuer Notebooks mit SSD sei mit 45 Prozent geringer als erwartet ausgefallen. In diesem Jahr soll die Verbreitung der SSD-Technik wieder steigen: Die Marktforscher gehen davon aus, dass über die Hälfte der Notebooks mit einer SSD ausgestattet ist. Zudem soll die Speicherkapazität wachsen und 256 GB zum Mainstream werden.

Mehr PCIe-SSDs und TLC-3D-NAND überall

Auf technischer Seite wird eine zunehmende Verbreitung der schnelleren PCIe-SSDs erwartet. 2017 habe der Anteil der PCIe-SSDs bei Notebooks etwa 30 Prozent betragen, 2018 sei ein Wert von 50 Prozent möglich. Die langsamere SATA-Schnittstelle ist derzeit noch dominant.

Auf Seiten des Flash-Speichers setzt TLC-3D-NAND seinen Siegeszug fort und könnte bei Client-SSDs in diesem Jahr einen Anteil von 70 Prozent erreichen, so DRAMeXchange. Für mehr Speicherplatz und sinkende Preise pro Gigabyte soll der neue QLC-3D-NAND sorgen, der voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte die Massenproduktion erreicht.

Teurer 3D XPoint bleibt vorerst Nische

Eine Verbreitung von Intels 3D-XPoint-Speicher bei SSDs sehen die Marktforscher skeptisch. Die NAND-Flash in vielen Punkten überlegene Technik ist beim Preis pro Gigabyte deutlich teurer. Daher fristet die neue Speichertechnik im Enthusiasten- und Workstation-Markt ein Nischendasein. Auch Intels neue Optane SSD 800p (Test) ist aus Sicht der Preis/Leistung keine Empfehlung für Normalanwender. Denn entgegen dem anvisierten Trend der Marktforscher hin zu 256 GB im Mainstream gibt es diese auch nur mit 58 und 118 GB Speicherplatz.