Mifcom miniBOSS i9-7980XE im Test: Titan V schlägt 1080 Ti in Spielen um bis zu 50 Prozent 2/4

Wolfgang Andermahr 188 Kommentare

Benchmarks in 3.840 × 2.160 (4K)

Wenig verwunderlich ist die Titan V klar die schnellste Grafikkarte, gegen die auch eine von Haus aus übertaktete GeForce GTX 1080 Ti keine Chance hat. Allerdings ist der Vorsprung nicht riesengroß. Eine GeForce GTX 1080 Ti hat sich deutlicher von einer GeForce GTX 980 Ti abgesetzt und eine GeForce GTX 980 Ti deutlicher von einer GeForce GTX 780 Ti. Das kann mehrere Gründe haben, die im späteren Verlauf noch zu analysieren sind. Nicht zwangsläufig lässt sich auf die zu erwartende Geschwindigkeit der kommenden GeForce-Spielergrafikkarten mit Turin-GPU schließen.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass die Titan V in 3.840 × 2.160 im Durchschnitt um 29 Prozent mehr Bilder in der Sekunde liefert als eine GeForce GTX 1080 Ti und um 25 Prozent mehr als eine Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC. Wenn das Power-Target maximiert ist, erhöht sich die Performance um weitere zwei Prozent.

Bei den Frametimes schrumpft der Vorsprung der Titan V

Bei den Frametimes schrumpft der Abstand zusammen. Bei dieser Messreihe ist die Titan V noch 19 Prozent flotter als die GeForce GTX 1080 Ti, der Abstand zur von Haus aus übertakteten GeForce-Grafikkarte beträgt noch 16 Prozent.

In den einzelnen Spielen zeigen sich dann sehr unterschiedliche Ergebnisse zwischen der GeForce GTX 1080 Ti und der Titan V. Mal ist die Titan V etwas schneller, mal viel schneller und teils auch langsamer.

Das Paradespiel für die Titan V ist Prey. Hier ist die neueste Nvidia-Grafikkarte gute 46 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti und die Frametimes fallen um 35 Prozent besser aus. Auch in F1 2017 und in Star Wars Battlefront kann sich der Volta-Beschleuniger deutlich absetzen. Battlefield 1 und Dawn of War 3 sind dagegen Kandidaten, die sich an den Durchschnitt halten.

Manchmal ist die Titan V langsamer als die GTX 1080 Ti

Und dann gibt es noch Spiele, in denen die Titan V nicht so richtig vorwärts kommt. So liefert die Titan V in Destiny 2 zwar 24 Prozent mehr FPS als die GeForce GTX 1080 Ti, die Frametimes sind aber nur um vier Prozent schneller. In Deus Ex: Mankind Divided gibt es gut 29 Prozent mehr Bilder in der Sekunde, die Frametimes sind dagegen zwei Prozent schlechter. In Wolfenstein 2 sind nur sechs Prozent mehr FPS und in einem Atemzug sechs Prozent schlechtere Frametimes zu verzeichnen.

Benchmarks in 5.120 × 2.880 (5K)

In 5.120 × 2.880 („5K“) kann die Titan V ihren Vorsprung zur GeForce GTX 1080 Ti von 29 Prozent auf 31 Prozent ausbauen. Wer den 3D-Beschleuniger „maximiert“, erhält wieder die zusätzlichen zwei Prozent an Performance. Bei den Frametimes sieht es genauso aus. Anstatt 19 Prozent mehr Performance in 4K sind es in 5K 21 Prozent.

Anhand der Benchmarks lässt sich definitiv sagen, dass die Titan V die derzeit einzige erhältliche Grafikkarte ist, die ein gutes Spielen in 5K-Auflösung ermöglicht, ohne dass die Grafikdetails zu stark reduziert werden müssen. Ja, volle Details sind nur selten möglich und ab und zu wird der Spielfluss zäh, doch generell lassen sich auf der Titan V 5.120 × 2.880 Pixel erstaunlich gut wiedergeben. Kein einziger Titel ist unspielbar. Vereinzelnd werden auch 60 FPS oder eine noch höhere Framerate erreicht.

Warum sich Volta anders als Maxwell & Pascal verhält

In einigen Spielen ist die Titan V massiv schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. In anderen ist die Titan V dagegen kaum schneller oder gar etwas langsamer. Auch in anderen Tests hat sich das Verhalten beobachten lassen. Doch woher stammen diese Unterschiede? Möglichkeiten gibt es einige, gesichert ist aber keine.

Am wahrscheinlichsten erscheint schlicht die neue Volta-Architektur selbst. Denn sie ist eigentlich eine HPC-Architektur, optimiert für Deep Learning. Nicht umsonst wurde die GV100-GPU zuerst für professionelle Tesla-Beschleuniger vorgestellt. So gibt es diverse Features und Hardware-Änderungen, die für HPC-Anwendungen optimiert sind.

Volta ist anders aufgebaut als Maxwell und Pascal

Und es gibt sicherlich einen Grund, warum der GV100, übrigens genauso wie der ebenso ausschließlich professionelle GP100 auf Basis von Pascal, 64 Shader-Einheiten pro Streaming-Multiprocessor (SMX) hat und der Gaming-Pascal stattdessen 128 Einheiten. Vermutlich eignet sich die 64er-Konfiguration schlicht besser für HPC-Aufgaben, die 128er-Aufteilung dagegen besser für Spiele. Und es wäre nicht verwunderlich, wenn die neuen GeForce-Spielergrafikkarten auf Basis der Turing-GPU – welche Architektur auch immer sich genau dahinter verstecken mag – auch wieder 128 ALUs pro SMX bieten würde.

Darüber hinaus ist es unklar, inwieweit der Treiber für die Volta-Architektur überhaupt auf Spiele optimiert ist. Hier gibt es möglicherweise noch Spielraum, da Pascal eben „ausoptimiert“ für Spiele ist, Volta sicherlich aber primär Optimierungen für HPC-Anwendungen erhalten hat. Und auch die Spiele selbst sind denkbar, denn sie sind für die Maxwell- und die (vom Aufbau) identische Pascal-Architektur optimiert. Da Volta aber eben anders ist, könnte auch hier Potenzial brachliegen.

Die kommenden Gaming-GPUs müssen sich nicht wie Volta verhalten

Da noch völlig unklar ist, was sich hinter der kommenden Gaming-GeForce-GPU Turing genau versteckt, ist es derzeit unmöglich vorherzusagen, ob sich Turing genauso wie Volta verhalten wird. Die Spekulationen gehen aktuell davon aus, dass Turing durchaus einige Gene von Volta in sich tragen wird, aber ebenso welche von Pascal – mit der primären Aufgabe, schnell in Spielen zu sein.

Die Titan V lässt sich ordentlich übertakten

Die Titan V ist mit externen Tools wie dem Afterburner wie gewohnt übertaktbar. Die Frequenz der GV100-GPU lässt sich um 125 MHz anheben, bevor es zu ersten Grafikfehlern kommt. In den meisten Spielen taktet die Titan V dann mit rund 1.900 MHz. Die 2.000-MHz-Marke läuft dagegen nur wenige Sekunden stabil, bis der Rechner abstürzt. Der zwölf Gigabyte große HBM2-Speicher lässt sich um 100 MHz auf 950 MHz übertakten. Dadurch beträgt die Speicherbandbreite satte 730 Gigabyte pro Sekunde. Die GeForce GTX 1080 Ti kommt im Vergleich dazu auf mickrige 484 GB/s, die Titan Xp auf 548 GB/s.

Im Durchschnitt lässt sich die Performance durch Übertakten der Titan V um elf Prozent in 3.840 × 2.160 und in 5.120 × 2.880 erhöhen. Die Frametimes steigen um jeweils acht Prozent. In einzelnen Spielen können die Unterschiede größer oder kleiner sein. So steigt in Elex die Framerate um 14 Prozent und die Frametimes um 15 Prozent. In Dawn of War 3 dagegen nur um sechs beziehungsweise vier Prozent.

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