Mifcom miniBOSS i9-7980XE im Test: Titan V schlägt 1080 Ti in Spielen um bis zu 50 Prozent 3/4

Wolfgang Andermahr 188 Kommentare

Volta ist schnell mit Async Compute

Nvidias Pascal-Architektur kommt mit dem Low-Level-Feature Async Compute nicht gut zurecht. Nutzt ein DirectX-12- oder Vulkan-Spiel Async Compute, arbeitet die GeForce-GTX-1000-Serie im besten Fall gleich schnell, manchmal auch langsamer. Ganz im Gegenteil zu AMDs GCN-Riege, die durchweg von Async Compute profitiert.

Das hat sich mit Volta aber offenbar geändert. In beiden Testspielen, Ashes of the Singularity und Sniper Elite 4, wird die Titan V durch Async Compute schneller. In dem Strategiespiel sind es zwei Prozent mehr Frames sowie bessere Frametimes und in Sniper Elite 4 gleich fünf Prozent mehr FPS und noch ein Prozent bessere Frametimes. Die GeForce GTX 1080 Ti schafft es dagegen in beiden Spielen nur auf gleich viele Frames, dafür werden aber die Frametimes schlechter.

Auch dem Niveau von AMDs GCN-Grafikkarten ist Volta damit zwar nicht, doch ist das ein nicht ganz fairer Vergleich, da Nvidia auch ohne Async Compute die Ausführungseinheiten gut auslasten kann, AMD-GPUs dagegen mehr Schwierigkeiten damit haben. Async Compute bringt auf AMDs GCN-Architektur eben zwangsweise mehr als auf Nvidia GPUs. Dennoch: Langsamer sollte es dort mit Async Compute nicht werden, was auf Pascal aber der Fall sein kann – und mit Volta offenbar nicht mehr.

Compute ist die Paradedisziplin von Volta

Nvidia hat die Volta-Architektur beziehungsweise zumindest die GV100-GPU auf professionelle Berechnungen wie zum Beispiel Deep Learning und damit schlussendlich auf GPU-Compute optimiert. Eine Disziplin, in der der Pascal-Vorgänger zumindest in der Gaming-Variante nicht gerade seine Stärken hatte.

Das ändert sich mit der Titan V völlig, denn es zeigt sich, dass Volta offenbar ein „Compute-Monster“ ist. Sei es durch Änderungen an der Volta-Architektur an sich oder durch Optimierung der GPU auf Compute – wie zum Beispiel das unterschiedliche Shader-pro-SMX-Verhältnis im Vergleich zu den Spielebeschleunigern.

Wodurch auch immer, die Titan V dreht Kreise um andere Grafikkarten, sei es die GeForce GTX 1080 Ti von Nvidia selbst oder AMDs Radeon RX Vega 64. Im Baikal-Benchmark mit dem von AMD stammenden Radeon-Pro-Renderer erledigt die Titan V ihre Arbeit in genau 30 Sekunden. Die GeForce GTX 1080 Ti benötigt für dasselbe per Raytracing gerenderte Bild mit einer Minute und elf Sekunden mehr als doppelt so lang. Die Radeon RX Vega 64 erledigt die Arbeit in einer Minute und 14 Sekunden. Auch bei den weiteren Tests im Baikal-Benchmark ist die Titan V durchweg mehr als doppelt so schnell wie die GeForce GTX 1080 Ti.

Die Titan V ist bei Compute locker doppelt so schnell wie die GTX 1080 Ti

Nicht anders sieht es im Luxmark aus, in dem die GeForce GTX 1080 Ti nicht gerade schnell arbeitet. So ist die Radeon RX Vega 64 in der simplen Szene 40 Prozent schneller, bei der komplexen Sequenz immerhin noch 3 Prozent. Doch das interessiert die Titan V nicht. Diese ist in der einfachen Sequenz 141 Prozent flotter als der GeForce-Beschleuniger und damit 72 Prozent zügiger als die AMD-Grafikkarte. Bei der komplexen Sequenz ist die Titan V ziemlich genau doppelt so schnell wie die GeForce GTX 1080 Ti.

Im CompuBench kommt es sehr auf die Testreihe an. Manchmal ist die Titan V dort nur etwas schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. In anderen Tests sind es dann aber gleich wieder 70 Prozent oder mehr.

Die Titan V ist schnell beim Mining

Nvidias Volta-Architektur beziehungsweise deren Umsetzung auf der Titan V kommt deutlich besser mit Mining zurecht als die GeForce-Grafikkarten der Pascal-Generation.

Vor allem bei Ethereum (ETH) ist der Unterschied enorm. Dort ist die Titan V mit 67 Mh/s mehr als doppelt so schnell wie die GeForce GTX 1080 Ti und auch noch 78 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64. Vermutlich liegt der Hauptgrund für die enorme Steigerung an der höheren Speicherbandbreite und an den für Mining besseren Timings des HBM2-Speichers.

Auch noch deutlich flotter, wenn auch mit einer geringeren Steigerung gegenüber der GeForce GTX 1080 Ti, arbeitet die Titan V in Monero. Dort ist die Volta-Grafikkarte um 59 Prozent zügiger unterwegs. Die Radeon RX Vega 64 ist aber mit einem Vorsprung von 51 Prozent immer noch deutlich schneller.

Zcash ist dann von den drei Algorithmen der einzige, der keine große Steigerung zeigt. Ja, auch dort ist die Titan V 34 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. Allerdings liegt dieser Wert im Bereich der zu erwartenden Steigerung, allein aufgrund der zusätzlichen Ausführungseinheiten.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks und Tests mit dem miniBOSS