Nvidia GeForce GTX 1050 (Ti) im Test: Mittelklasse-GPU mit 2, 3 und 4 GB Speicher im Vergleich 2/4

Wolfgang Andermahr 104 Kommentare

Testergebnisse

Die Grafikkarte ist auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem getestet, das unter anderem mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K sowie einem 32 Gigabyte großen Speicher (2 × 16 GB, Dual-Rank, DDR4-3200, 16-16-38-1T) ausgestattet ist.

Alle GeForce GTX 1050 mit demselben Treiber getestet

Alle Testergebnisse der GeForce GTX 1050, der GeForce GTX 1050 3 GB sowie der GeForce GTX 1050 Ti wurden mit der Treiberversion 398.11 neu erstellt. Die Grafikkarte wurde im „Gaming-Modus“, also im Werkszustand, getestet. Der freischaltbare OC-Modus bringt maximal ein Prozent mehr Leistung, was ignoriert werden kann.

So taktet die Gigabyte-Grafikkarte im Turbo

Solange gewisse Vorgaben bezüglich Temperatur und Leistungsaufnahme nicht überschritten werden, taktet die Gigabyte GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC wie jede andere Pascal-Grafikkarte mit dem vollen Takt. Die maximale Temperatur kann manuell von 83 Grad auf 97 Grad Celsius erhöht werden. Das „Power Target“, also wie viel Energie die Grafikkarte aufnehmen darf, ist dagegen nicht veränderlich.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Standard-Einstellungen
Assassin's Creed Origins 1.734 MHz
Battlefield 1 1.734 MHz
Call of Duty: WWI 1.734 MHz
Dawn of War III 1.734 MHz
Destiny 2 1.734 MHz
Deus Ex: Mankind Divided 1.734 MHz
Doom 1.734 MHz
Elex 1.734 MHz
F1 2017 1.734 MHz
Gears of War 4 1.683–1.696 MHz
Ghost Recon Wildlands 1.734 MHz
Mass Effect Andromeda 1.734 MHz
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.734 MHz
Overwatch 1.734 MHz
Prey 1.734 MHz
Shadow Warrior 2 1.734 MHz
Star Wars Battlefront 2 1.696–1.734 MHz
The Evil Within 2 1.734 MHz
The Witcher 3 1.658–1.696 MHz
Titanfall 2 1.734 MHz
Wolfenstein 2 1.734 MHz
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Die GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC taktet maximal mit 1.772 MHz. Das gilt aber nur bei niedrigen Temperaturen und geringer Last. Im Spielebetrieb sind auf Dauer maximal 1.734 MHz möglich. Die Grafikkarte wurde von Gigabyte offenbar so konfiguriert, dass diese 1.734 MHz in den meisten Spielen erreicht und gehalten werden können.

Allerdings gibt es auch Titel, die höhere Anforderungen an die GPU stellen. Denn in genau 3 von insgesamt 21 Spielen muss die Grafikkarte den GPU-Takt reduzieren. In Star Wars Battlefront 2 taktet die Gigabyte GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC mit 1.696 bis 1.734 MHz. In Gears of War 4 sind es 1.683 bis 1.696 MHz und in The Witcher 3 noch 1.658 bis 1.696 MHz. Ursache ist jeweils das feste Limit bei der Leistungsaufnahme.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Die GeForce GTX 1050 3 GB reiht sich genau da ein, wo Nvidia sie haben wollte: zwischen der GeForce GTX 1050 und der GeForce GTX 1050 Ti. Die neue Grafikkarte liefert im Durchschnitt acht Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1050, während die GeForce GTX 1050 Ti weitere zwölf Prozent schneller ist.

Bei den Frametimes werden die Abstände größer. Nach oben, weil der 3.072 MB große Speicher nicht für alle Spiele ausreichend ist, nach unten, weil 3 GB immer noch deutlich besser als 2 GB sind. So ist die GeForce GTX 1050 mit 3GB um 21 Prozent bei den Frametimes voraus, während die Ti mit 4 GB weitere 18 Prozent schneller ist.

Die Benchmarks zeigen damit auch, dass man sich in modernen AAA-Spielen erst ab 4.096 MB Speicher keine Sorgen mehr machen muss. Bei 3.072 MB oder weniger müssen die Texturdetails reduziert werden (nicht so in E-Sport-Titeln). Es wird aber auch klar: Die um ein Viertel reduzierte Speicherbandbreite schadet der GeForce GTX 1050 3 GB kaum. Trotz minimal höherer Rohleistung ist die Grafikkarte zwar langsamer als die GeForce GTX 1050 Ti. Die höhere Rohleistung ist aber wichtiger als die um ein Viertel höhere Bandbreite der GeForce GTX 1050.

So ist die GeForce GTX 1050 nur selten schneller als die GeForce GTX 1050 3 GB. Das ist nur in Overwatch (zwei Prozent) und Prey (vier Prozent) der Fall, in Destiny 2 gibt es einen Gleichstand. Der Tiled-Cache-Renderer in Verbindung mit der Texturkompression der Pascal-GPU erledigt seine Aufgabe offensichtlich sehr gut.

GDDR5: 2, 3 und 4 GB im Vergleich

4 GB Speicher sind bereits unter Full HD von Vorteil, auch auf langsameren Grafikkarten. Auf denen wird in aktuellen AAA-Titeln zwar quasi immer die Detailstufe reduziert, um die GPU nicht zu überfordern. Hochauflösende Texturen kosten aber keine Performance, sondern nur Speicher. Ist der Speicher also groß genug, lassen sich auch mit einer langsamen Grafikkarte hochauflösende Texturen genießen.

Nvidia hat mit Maxwell und Pascal die Speicherverwaltung bei Grafikkarten mit wenig VRAM zwar definitiv gut im Griff – auch besser als AMD, wie Tests bewiesen haben. Aber auch bei einer GeForce ist der Speicher irgendwann voll und die Daten müssen in den langsamen Arbeitsspeicher ausgelagert werden. Und das ist im Test Testen gelegentlich auch mit der GeForce GTX 1050 3 GB passiert.

So zeigt der Frameverlauf, dass in Gears of War nur die GeForce GTX 1050 Ti mit 4.096 MB eine einwandfreie Frameverteilung erzielt. Schon die GeForce GTX 1050 mit 3.072 MB zeigt ab und zu spürbare Ausreißer in den Frametimes und die GeForce GTX 1050 zuckt noch heftiger. Auch hier gilt: Obwohl die erzielten Frameraten im Test – aus Gründen der Vergleichbarkeit mit größeren GPUs – ohnehin zu niedrig sind, ist es bei einem ausreichend großen Speicher auch bei geringeren Details nicht notwendig, die Texturqualität zu reduzieren.

Ein Extremfall ist Call of Duty: WWII, das sehr viel Speicher benötigt. Die GeForce GTX 1050 2 GB kann die Detailstufe gar nicht erst darstellen, da das Spiel automatisch die Texturdetails reduziert. Erst eine manuell gewählte geringere Stufe schaltet auf hübschere (aber bereits deutlich herabgesetzte) Texturen, aber auch dann ruckelt das Spiel extrem. Für eine direkte Vergleichbarkeit sind die Ergebnisse nicht abgebildet.

Doch auch die GeForce GTX 1050 mit 3 GB zeigt sehr unregelmäßige Frametimes, das Bild stottert bei vollen Texturdetails unaufhaltsam. Die GeForce GTX 1050 Ti bringt die Benchmarks dagegen ordentlich mit nur wenigen kleinen und nicht spürbaren Ausreißern hinter sich. Dabei läuft der First-Person-Shooter auf der GeForce GTX 1050 3 GB durchaus flüssig, wenn die Detailstufe leicht reduziert wird. Die Texturdetails müssen dagegen stärker heruntergeschraubt werden.

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