UHD-Monitore mit 144 Hz: Neues G-Sync-Modul treibt Preise in die Höhe

Michael Günsch 264 Kommentare
UHD-Monitore mit 144 Hz: Neues G-Sync-Modul treibt Preise in die Höhe
Bild: PC Perspective

Mehr als 2.000 Euro werden für die ersten PC-Monitore fällig, die Ultra HD mit 144 Hz und G-Sync HDR kombinieren. PC Perspective hat den Asus PG27UQ auseinander genommen und einen der Gründe für den hohen Preis offenbart: Das neue G-Sync-Modul trägt einen teuren Altera-FPGA-Chip sowie 3 GB DDR4-RAM.

Die ersten G-Sync-HDR-Monitore gelten als überteuert

Angesichts der hohen Preise werden die neuen G-Sync-HDR-Monitore, die erstmals 3.840 × 2.160 Bildpunkte mit einer Bildwiederholrate von 144 Hz darstellen, besonders gründlich untersucht. Ein zum Teil lauter Lüfter und eine nötige Farbunterabstastung (Chroma Subsampling) durch einen Schnittstellenengpass bei 144 Hz stoßen bereits sauer auf. Aufgrund des extrem hohen Preisniveaus werden der Acer Predator X27 und der Asus PG27UQ oft als überteuert bezeichnet.

G-Sync treibt einmal mehr die Kosten hoch

Doch es ist nicht allein das neue LCD-Panel von AUO mit 384-Zonen-FALD-Backlight, das die Monitore so teuer macht. Einmal mehr entpuppt sich das G-Sync-Modul als Preistreiber. Schon in der ersten Version, wo das G-Sync-Modul für Bastler für knapp 200 US-Dollar auch separat angeboten wurde, zeichnete sich ab, dass allein das Modul G-Sync-Monitore im Handel etwa 100 Euro teurer macht. Bei Monitoren, die nur einige hundert Euro kosten, ist der Anteil am Gesamtpreis entsprechend hoch.

Das neue G-Sync-Modul mit teurem FPGA
Das neue G-Sync-Modul mit teurem FPGA (Bild: PC Perspective)
Der Chip benötigt eine aktive Kühlung
Der Chip benötigt eine aktive Kühlung (Bild: PC Perspective)

Bei der neuen Klasse der G-Sync-HDR-Monitore mit UHD und 144 Hz kommt ein leistungsfähigeres und vor allem viel teureres Modul von Nvidia zum Einsatz. Fotos von PC Perspective zeigen das neue G-Sync-Modul, das im Asus PG27UQ steckt und auch im Acer Predator X27 zu finden sein sollte. Auf der schwarzen Platine steckt erneut ein FPGA der Intel-Tochter Altera. War beim alten G-Sync-Modul noch ein Arria V GX (5AGXA3) mit 156.000 Logik-Elementen (LE) verbaut, kommt in der neuen Version der größere und leistungsfähigere Arria 10 GX mit 480.000 LE zum Einsatz. Statt 768 MB Pufferspeicher sind nun 3 GB DDR4-2400 vorhanden.

FPGA im neuen G-Sync-Modul dreimal so teuer

Die Preise im Komponentenhandel verraten nicht wie viel Monitorhersteller für ein solches Modul im Einkauf zahlen müssen, aber geben einen Hinweis auf das Verhältnis: Bei Digikey und Mouser kostet der kleinere Arria-V-FPGA rund 660 Euro oder 810 US-Dollar. Der neue Arria-10-FPGA ist mit 2.135 Euro oder 2.600 US-Dollar mehr als drei Mal so kostspielig. Der Aufpreis für den derzeit teuren DDR4-RAM, der derzeit pro Gigabyte rund 8,50 US-Dollar kostet, kommt noch hinzu.

FPGA könnte allein 500 Dollar am Monitorpreis ausmachen

Für Monitorhersteller wird der FPGA zwar weitaus günstiger zu haben sein, doch einen großen Teil der Materialkosten ausmachen. PC Perspective schreibt, „wir wären nicht überrascht, wenn dieser FPGA allein 500 US-Dollar am Gesamtpreis der neuen Displays ausmacht“.

Hinzu kommt das neue AUO-LCD-Panel M270QAN02.2 mit Full-Array-Local-Dimming-Backlight (FALD), das über 384 separat steuerbare Beleuchtungszonen verfügt. Anfangs in vermutlich geringer Auflage wird dieses deutlich teurer als UHD-Panels mit günstigem Edge-Backlight aus der Massenproduktion ausfallen. Ein neuer Kostenpunkt ist auch das nötige Kühlsystem für den FPGA, das zumindest bei Acer nicht gut durchdacht erscheint.

Bei aller Kritik: Das Bild begeistert

Bei all der Kritik darf nicht vergessen werden, dass die teure und aufwendige Technik in ersten Tests in puncto Spieldarstellung zu gefallen weiß. PC Perspective spricht vom „besten Monitor, den man kaufen kann“. Auch die Kollegen von PCGH fanden Gefallen am Asus PG27UQ und sprechen vom „Nonplusultra“ für Spieler. ComputerBase arbeitet aktuell an einem umfassenden Testbericht zum Modell von Asus.