DJI Mavic 2: Hosentaschen-Drohne mit Problemen und Erweiterungen

Stefan F. Wirth 56 Kommentare
DJI Mavic 2: Hosentaschen-Drohne mit Problemen und Erweiterungen
Bild: DJI

DJIs Hosentaschen-Drohne Mavic für Foto- und Videografie erhält voraussichtlich zwei leistungsstarke Nachfolger, doch Interessenten müssen sich noch ein wenig gedulden. Technische Probleme verzögern die Vorstellung, während erste Bilder der neuen Modelle durchsickern.

Dank einfaltbarer Rotoren und Standbeine sowie der Kombination aus Kompaktheit, Hochleistungselektronik und verhältnismäßig erschwinglichem Preis ist der Quadrocopter Mavic Pro des chinesischen Marktführers DJI für kommerzielle Foto- und Video-Drohnen zu einem beliebten Verkaufsschlager geworden. Denn Dank des effizienten Übertragungssystems OcuSync wird das Live-Bild in einer 4- bis 10-fach verbesserten Qualität im Vergleich zu herkömmlichen Übertragungswegen übermittelt und das bei einer Reichweite von immerhin bis zu 7 km.

Freunde der aerialen Video- und Fotografie spekulierten spätestens seit dem 15. Juni 2018 auf einen Nachfolger, da DJI Einladungen für eine Veranstaltung mit dem Titel „See The Bigger Picture“ verschickte, die ursprünglich am 18. Juli in New York stattfinden sollte. DJI selbst hielt sich bezüglich eines Mavic 2 zunächst aber bedeckt.

DJI Mavic 2
DJI Mavic 2 (Bild: DroneDJ)

DJI dementiert Probleme mit Gimbal

Erst am 13. Juli sickerten neue Informationen in Gestalt zweier Fotos durch. Demnach sind zwei neue Modelle geplant: Eine Variante, die Gerüchten zufolge wahrscheinlich Mavic 2 Pro (oder Pro 2) heißen wird sowie eine erweiterte Modell-Ausgabe, die als Mavic 2 Pro Enterprise-Edition gehandelt wird.

Am 18. Juli werden diese Modelle nun aber nicht wie erwartet vorgestellt, denn DJI hatte bereits am 5. Juli ohne Nennung von Gründen bekannt gegeben, dass die Veranstaltung bis auf Weiteres verschoben wird. Dass es um technische Probleme geht, wird erst einen Tag vor dem ursprünglich anberaumten Event öffentlich. Doch das seit diesem Tag kursierende Gerücht, es handle sich um technische Probleme des Gimbal beim Mavic 2 Pro wurde bereits zwei Tage später durch DJI dementiert. Die Aussagen lassen jedoch auf technische Probleme schließen.

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DJI

Mehr Kamera-Flexibilität und Anschlussmöglichkeiten

Das Konzept des ersten Mavic Pro soll durch mehr Flexibilität verbessert werden. Beide Nachfolge-Modelle des Mavic Pro zeichnen sich nämlich durch Optionen aus, sowohl Gimbal als auch Kamera nach Belieben austauschen zu können, um sie an spezielle Projekte anzupassen. Durch diese neue Flexibilität könnte der einzugehende Kompromiss zwischen kompakter Form, günstiger Anschaffung und professioneller Nutzbarkeit geringer ausfallen.

Steckplatz für Erweiterungen

Die Enterprise-Edition wartet mit einem zusätzlichen Clou auf, der den Punkt Flexibilität über die beschriebenen Kamera-Optionen hinaus ausdehnt. Denn dem veröffentlichten Foto ist zu entnehmen, dass Steckplätze zum Anschluss verschiedener elektronischer Anwendungen geschaffen wurden. Derzeitige Vermutungen sprechen von Lautsprechern, die auf einem der Fotos offenkundig zu sehen sind, zusätzlichen Sensoren oder ähnliche Anwendungen. Der DJI Spark beispielsweise kann schon seit Längerem auf Handzeichen seines Piloten reagieren, weshalb auch die Innovation, dass der Mavic mit entsprechenden Modulen auf Sprachsteuerung reagiert oder aber über Lautsprecher selbst mit dem Piloten in Kontakt tritt, als Option in Betracht gezogen wird.